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Förderaufruf „BioValid - Validierung für Innovationen in der industriellen Biotechnologie“

Einreichung möglich

Förderaufruf „BioValid – Validierung für Innovationen in der industriellen Biotechnologie“

eine Initiative des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)

Dieser Förderaufruf nimmt Bezug auf die Rahmenbekanntmachung „Zukunftstechnologien für die industrielle Bioökonomie“ vom 20. November 2024 und adressiert den Themenbereich „Nachhaltige Bioprozesse für die Industrie“.

Der Förderaufruf setzt die Hightech Agenda Deutschland (HTAD) um, indem er die Testung und Validierung aussichtsreicher biotechnologischer Produktionsprozesse fördert und damit den Transfer in die industrielle Anwendung vorantreibt. Damit zahlt er auf das Ziel der HTAD ein, mit Hilfe der Biotechnologie eine wettbewerbsfähige, ressourceneffiziente Industrie zu gestalten. Der Förderaufruf leistet einen Beitrag zur Erreichung folgender Meilensteine innerhalb des Ziels 2 der Roadmap Biotechnologie:

  • Umsatzanteil biobasierter Chemikalien auf 15 % steigern
  • Zugang zu Forschungs- und Technologieinfrastrukturen für Unternehmen vereinfachen

Die industrielle Biotechnologie als Deep-Tech-Sektor ist geprägt von langen Entwicklungszyklen und hohem Kapitalbedarf, da biotechnologische Prozesse aufwendige experimentelle Forschung und spezialisierte Infrastruktur erfordern. Deutschland verfügt in diesem Bereich über exzellente angewandte Grundlagenforschung, doch zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und wirtschaftlicher Nutzung besteht eine deutliche Lücke („Innovation Gap“).

Für einen erfolgreichen Transfer in die wirtschaftliche Praxis müssen Forschungsergebnisse hinsichtlich ihrer industriellen Anwendbarkeit validiert und weiterentwickelt werden. Dieser Validierungsschritt umfasst die Skalierung von Prozessen, Robustheits- sowie Wirtschaftlichkeitstests und dient somit als Brücke zwischen Laborerfolg und industrieller Umsetzung. Genau diese Phase ist jedoch besonders kostenintensiv und erfordert teilweise den Zugang zu modernen Forschungs- und Technologieinfrastrukturen.

Da solche Ressourcen insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen häufig nur eingeschränkt verfügbar und zugänglich sind, geht wertvolles Innovationspotenzial verloren. Hier setzt dieser Förderaufruf an, indem er zum einen Unternehmen die Möglichkeit eröffnet, biotechnologische Prozesse auf technische Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit zu testen (Modul 1). Zum anderen werden im Rahmen dieses Förderaufrufs insbesondere Hochschulen und Forschungseinrichtungen dabei unterstützt, Unternehmen den Zugang zu ihren Forschungs- und Technologieinfrastrukturen im Bereich der industriellen Biotechnologie zu erleichtern und damit zukünftig neue Kooperationen mit wirtschaftlichen Partnern anzustoßen (Modul 2).

Wichtiger Hinweis: Für die zwei Module gibt es unterschiedliche Einreichungsfristen. Die Einreichungsfrist für Modul 1 endet am 07.09.2026, die für Modul 2 bereits am 10.08.2026.

Eine Einreichung ist noch 25 Tage möglich.
Startdatum 13. Juli 2026 Enddatum 10. August 2026 Heute 16. Juli 2026

Gefördert werden Forschungs- und Entwicklungsvorhaben (FuE-Vorhaben) der industriellen Biotechnologie mit zwei thematischen Schwerpunkten.

Modul 1: Testung und Validierung innovativer biotechnologischer Prozesse

Im Rahmen dieses Moduls werden anwendungsorientierte Kurzvorhaben mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten gefördert. Gefördert werden Einzelvorhaben von Unternehmen oder Verbundvorhaben unter industrieller Führung mit bis zu drei Partnern. Im Rahmen von Verbundvorhaben können auch akademische Partner eingebunden werden. Die Fördersumme beträgt pro Partner bis zu 90.000 Euro (inklusive Projektpauschale).

Thematische Schwerpunkte der geförderten FuE-Vorhaben können sein:

  • Herstellung biobasierter Plattformchemikalien (Terpene, Alkohole, Ketone, Säuren usw.)
  • biotechnologische Herstellung von Feinchemikalien (z.B. Building Blocks für Pharmazeutika, Agrochemikalien oder Zusatzstoffe für die Kunststoffindustrie)
  • biotechnologische Produktion von Schmierstoffen, Klebern oder Beschichtungen
  • mikrobielle oder enzymatische Produktion von Proteinen für Lebens- oder Futtermittel
  • biotechnologische Herstellung funktionaler Proteine und Peptide für technische Anwendungen

In den Vorhaben sollen Fragen zur techno-ökonomischen Machbarkeit innovativer Bioprozesse untersucht werden. Die Absicht des federführenden Unternehmens, den untersuchten Bioprozess im Erfolgsfall in die wirtschaftliche Anwendung zu bringen, muss erkennbar sein. Dafür sind für die Vorhaben messbare Ziele entlang geeigneter Performance-Indikatoren zu formulieren.

Die Arbeiten sind so zu planen, dass zum Ende des Vorhabens eine erste Beurteilung der wissenschaftlich-technischen Machbarkeit sowie der Wirtschaftlichkeit möglich ist. Ansätze mit guten wirtschaftlichen Chancen können eine Anschlussförderung erhalten.

Modul 2: Entwicklung des Netzwerkes deutscher Forschungs- und Technologieinfrastrukturen – Vorbereitung der Teilnahme an IBISBA-ERIC

Im Rahmen dieses Moduls wird die Teilnahme deutscher Forschungseinrichtungen am geplanten Konsortium europäischer Forschungsinfrastrukturen IBISBA‑ERIC (Infrastructure for Biotechnology Services for Biomanufacturing – European Research Infrastructure Consortium) vorbereitet und gefördert.

Gefördert wird ein Verbundprojekt mehrerer Partner, das den Aufbau eines deutschen Netzwerks von Forschungseinrichtungen (National Node) vorantreibt. Dieses Netzwerk soll ab 2027 aktiv an IBISBA‑ERIC mitwirken. Die geförderten Verbundpartner sollten sich auch über den Förderzeitraum hinaus am IBISBA-ERIC beteiligen. Die Projektlaufzeit des Verbundprojekts beträgt bis zu 18 Monate.

Das Verbundvorhaben soll insbesondere folgende Themenbereiche abdecken:

  • Weiterentwicklung des Netzwerks deutscher Forschungs‑ und Technologieinfrastrukturen im Bereich industrielle Biotechnologie
  • Analyse und Mapping der bestehenden Technologien und Expertise in Deutschland
  • Erstellung eines Katalogs priorisierter Forschungsdienstleistungen deutscher Einrichtungen, die im Rahmen von IBISBA‑ERIC angeboten werden sollen
  • Entwicklung einer effizienten Governance‑Struktur für das National Node in Deutschland
  • Weiterentwicklung des Konzepts für das Industrial Liaison Center (ILC) und Vernetzung mit dafür relevanten europäischen Akteuren
  • Definition klarer Meilensteine, Performance‑Indikatoren und Erhebungsmethoden, die eine Bewertung des Outcomes von IBISBA‑ERIC im operativen Geschäft ab 2027 ermöglichen
  • Ausarbeitung erster Ansätze für ein langfristiges Finanzierungskonzept zur Sicherstellung der deutschen Beteiligung an IBISBA‑ERIC

Die Zuwendungssumme ist pro Partner auf jeweils 90.000 Euro (inklusive Projektpauschale) begrenzt.

Für die Beantragung einer Förderung muss in einem ersten Schritt eine Projektskizze über das Antragssystem „easy-Online“ vorgelegt werden. Die Projektskizze soll einen Umfang von 5 Seiten nicht überschreiten.

Für die Erstellung der Projektskizze ist für jedes Modul eine Layout-Vorlage (siehe Download-Bereich) verfügbar. Es wird empfohlen, die Vorlage zu nutzen. Wird die Layout-Vorlage nicht genutzt, so müssen die folgenden Vorgaben eingehalten werden: Font Arial, Schriftgröße 10 Punkt, Zeilenabstand 1,15 Zeilen.

Frist zur Vorlage der Skizzen zum Modul 1 ist Montag, der 07.09.2026.

Die zum Modul 1 eingegangenen Projektskizzen werden nach den folgenden Kriterien bewertet:

  • Beitrag zum Erreichen der Meilensteine der Roadmap Biotechnologie der HTAD
  • Industrielles Engagement, gemessen insbesondere an den in die Arbeiten eingebrachten Eigenmitteln
  • Ausrichtung der Arbeiten auf industrielle Bedarfe (industrieller Ursprung der Idee, Federführung durch ein Unternehmen, Adressierung wirtschaftlich bedeutender Herausforderungen und Ziele)
  • Formulierung konkreter, messbarer Ziele und Meilensteine
  • Wirtschaftliche Verwertungsabsicht des federführenden Unternehmens
  • Perspektive zum Transfer des untersuchten Bioprozesses in die Anwendung
  • Qualität und Nachvollziehbarkeit der Arbeits-, Zeit- und Ressourcenplanung

Frist zur Vorlage der Skizzen zum Modul 2 ist Montag, der 10.08.2026

Die zum Modul 2 eingegangenen Projektskizzen werden nach den folgenden Kriterien bewertet:

  • Beitrag zum Aufbau des National Node des geplanten IBISBA-ERIC
  • Qualität und Expertise der Partner
  • Formulierung konkreter, messbarer Ziele und Meilensteine
  • Angemessenheit und Nachvollziehbarkeit der für die Aktivitäten geplanten Ressourcen

Entsprechend der oben jeweils genannten Kriterien wird die Entscheidung über eine Förderung getroffen. Das Auswahlergebnis wird den Interessenten zeitnah nach Einreichung der Projektskizzen schriftlich mitgeteilt.

Die Einreichenden der zur Förderung ausgewählten Projektskizzen werden aufgefordert, binnen einer Frist von drei Wochen den förmlichen Antrag auf Förderung zu stellen. Die Angaben der Skizze sind dabei insbesondere um eine Ressourcen- und Finanzplanung zu ergänzen. Die Anträge sind in deutscher Sprache einzureichen.

Interessenten wird dringend empfohlen, sich für weitere Informationen an die rechts genannten Ansprechpersonen zu wenden.