Systemmedizin zur Implementierung systembiologischer Ansätze in klinischer Forschung und medizinischer Praxis - ERACoSysMed

eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Das Netzwerk ERACoSysMed ist die erste systemmedizinisch orientierte ERA-Net-Cofund-Initiative unter dem Rahmenprogramm für Forschung und Innovation „Horizont 2020“ der Europäischen Kommission. ERACoSysMed baut auf den Erfahrungen der EU-Koordinierungsmaßnahme „Coordinating Action Systems Medicine“ (CASyM) auf, die Ende 2014 eine Roadmap zur Etablierung der Systemmedizin in Europa vorgestellt hat. Diese Roadmap diente als strategische Basis zur Formulierung der Schlüsselziele des Netzwerks. Durch europäische Forschungs- und Entwicklungsförderung soll die Implementierung systembiologischer Herangehensweisen in die medizinische Forschung und Praxis vorangetrieben werden. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu einer 4P-Medizin (personalisiert, präventiv, prädiktiv und partizipierend). Innerhalb der fünfjährigen Laufzeit von ERACoSysMed sind drei Förderbekanntmachungen (Joint Transnational Calls) geplant.

Wer wird gefördert?

Gefördert werden transnationale Verbünde, an denen Arbeitsgruppen aus mindestens drei unterschiedlichen Ländern beteiligt sind. Die an der Bekanntmachung beteiligten Länder fördern hierbei die eigenen Arbeitsgruppen innerhalb eines Verbundes. Antragsberechtigt sind Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit Sitz in Deutschland.

Was wird gefördert?

Im Rahmen dieser zweiten Bekanntmachung sollen wichtige gesundheitsbezogene Fragen durch transnationale und interdisziplinäre Forschungskooperationen bearbeitet werden. Die beteiligten Zuwendungsgeber beabsichtigen, die Umsetzung von systemmedizinischen Ansätzen sowohl in der klinischen Forschung als auch in der medizinischen Praxis durch Förderung so genannter Demonstrator-Projekte voranzubringen. Diese müssen einen klaren medizinischen oder klinischen Bedarf aufzeigen. Weiterhin sollten die Projekte neue innovative Ansätze und Instrumente definieren, die das Zusammenführen biologischer und klinischer Daten ermöglichen, wodurch neue und/oder verbesserte computergestützte Modelle entstehen. Zudem sollten die Projektergebnisse das derzeitige Verständnis über Gesundheit und Krankheitsprozesse verbessern und so neue Wege für die klinische Forschung aufzeigen, die eine bessere und effizientere personalisierte Prävention, Diagnose und Behandlung ermöglichen.

Wie wird gefördert?

Zuwendungen werden im Wege der Projektförderung als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt. Bemessungsgrundlage für Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen und vergleichbare Institutionen sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben, die individuell bis zu 100 Prozent gefördert werden können. Bei Forschungsvorhaben an Hochschulen wird zusätzlich zu den zuwendungsfähigen Ausgaben eine Projektpauschale in Höhe von 20 Prozent gewährt. Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Unternehmen sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten, die in der Regel – je nach Anwendungsnähe des Vorhabens – bis zu 50 Prozent anteilfinanziert werden können. Als Projektlaufzeit sind maximal drei Jahre vorgesehen.

Aktueller Stand

Die erste Förderbekanntmachung wurde im Februar 2015 im Rahmen des ERA-NET-Cofund-Modells zeitgleich in allen Partnerländern publiziert und von der EU-Kommission mit zusätzlichen Geldern unterstützt. Sie richtete sich an Forschungsprojekte, die den sozioökonomischen Nutzen des systemmedizinischen Ansatzes anhand konkreter klinischer Fragestellungen belegen. Bei diesen sogenannten Demonstrator-Projekten wurde großer Wert auf die Entwicklung neuer Konzepte für die 4P-Medizin gelegt, wobei die Integration biomedizinischer Daten und mathematischer Modelle aus der Systembiologie eine Schlüsselrolle spielten. Derzeit werden neun transnationale Konsortien mit einer Fördersumme von circa 13 Millionen Euro gefördert. An acht Konsortien sind deutsche Partner beteiligt.

Im Rahmen der zweiten Förderbekanntmachung soll weiterhin die Umsetzung von systemmedizinischen Ansätzen sowohl in der klinischen Forschung als auch in der medizinischen Praxis durch Förderung von Demonstrator-Projekten vorangebracht werden. Die Begutachtung der internationalen Projektanträge wird mittels eines zweistufigen Verfahrens erfolgen, wobei die ersten Projekte mit einer Laufzeit von drei Jahren Mitte 2018 starten sollen. Der zweite Call wurde am 3. Februar 2017 veröffentlicht.

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