Stärkung der Resilienz, Nachhaltigkeit und Multifunktionalität der europäischen Wälder und der forstbasierten Wirtschaft
Stärkung der Resilienz, Nachhaltigkeit und Multifunktionalität der europäischen Wälder und der forstbasierten Wirtschaft
Die Europäische Partnerschaft FOREST kündigt ihren ersten gemeinsamen Call mit einem geplanten Gesamtfördervolumen von über 40 Millionen Euro an. Ab dem 15. September 2026 können transnationale Forschungsteams ihre Projektvorschläge innerhalb des Calls „FOREST | Pathways“ einreichen.
Diese Rahmenbekanntmachung ist die nationale Grundlage für die transnationalen Ausschreibungen (Joint Calls) der europäischen Partnerschaft „Forests, forestry, and the forest-based sector: Research and innovation for a Sustainable Transition (FOREST)“. Sie beinhaltet Vorschriften für Antragstellende, die sich im Rahmen dieser Joint Calls um Mittel des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) für die Förderung von FuE-Vorhaben bewerben. FOREST wird von der Europäischen Kommission unterstützt und im EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation „Horizont Europa“ finanziert.
FOREST ist eine länderübergreifende Initiative, in der sich europäische und außereuropäische Staaten mit der Europäischen Kommission zu einer strategischen Allianz zusammengeschlossen haben. Die Partnerschaft verfolgt das Ziel, Spitzenforschung und Innovation zu fördern, um die Entwicklung einer nachhaltigen, kreislauforientierten Bioökonomie und die Sicherung der Ressourcensouveränität auf der Grundlage von Waldökosystemen zu unterstützen. Durch eine länderübergreifende Koordinierung will die Partnerschaft Fragmentierung überwinden, Zusammenarbeit und Wissensaustausch fördern und damit die Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen, Biodiversität und Bodengesundheit stärken. Sie leistet damit einen Beitrag zu den globalen Herausforderungen Klimaschutz und Klimaanpassung, Erhalt und Wiederherstellung der Biodiversität und zur Nachhaltigkeitstransformation in Wirtschaft und Gesellschaft.
Bekanntmachung
Wer wird gefördert?
Antragsberechtigt sind Hochschulen, Fachhochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, Einrichtungen der Kommunen, der Länder und des Bundes sowie Verbände und weitere gesellschaftliche Organisationen (wie zum Beispiel Stiftungen, Vereine und NGOs).
Zum Zeitpunkt der Auszahlung einer gewährten Zuwendung wird das Vorhandensein einer Betriebsstätte oder Niederlassung (Unternehmen) beziehungsweise einer sonstigen Einrichtung, die der nichtwirtschaftlichen Tätigkeit des Zuwendungsempfängers dient (Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Vereine, Stiftungen oder vergleichbare Institutionen), in Deutschland verlangt.
Forschungseinrichtungen, die von Bund und/oder Ländern grundfinanziert werden, können neben ihrer institutionellen Förderung eine Projektförderung für ihre zusätzlichen projektbedingten Ausgaben beziehungsweise Kosten bewilligt bekommen, wenn sie im Förderantrag den Bezug zwischen dem beantragten Projekt und grundfinanzierten Aktivitäten explizit darstellen beziehungsweise beides klar voneinander abgrenzen.
Zu den Bedingungen, wann staatliche Beihilfe vorliegt/nicht vorliegt und in welchem Umfang beihilfefrei gefördert werden kann, siehe Unionsrahmen für staatliche Beihilfen zur Förderung von FuEuI-Unionsrahmen.
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Sinne dieser Förderrichtlinie sind Unternehmen, die die Voraussetzungen der KMU-Definition der EU erfüllen. Der Antragsteller erklärt gegenüber der Bewilligungsbehörde seine Einstufung gemäß Anhang I AGVO im Rahmen des Antrags.
Was wird gefördert?
Das BMFTR fördert mit dieser Richtlinie risikoreiche, anwendungsorientierte und vorwettbewerbliche FuE-Arbeiten innerhalb von transnationalen Verbundvorhaben, die Beiträge für resiliente Wälder und eine nachhaltige Forst- und Holzwirtschaft leisten.
Gefördert werden Vorhaben insbesondere mit einem Technologiereifegrad (Technology Readiness Level, TRL) im Bereich 2 bis maximal 7, mit dem Anspruch, den Reifegrad der betrachteten Technologie im Projektverlauf um mindestens eine TRL-Stufe zu erhöhen. Für Arbeiten mit einem niedrigen TRL ist ausdrücklich zu begründen, dass hier wichtige Wissenslücken als essentielle Voraussetzung für die Verbesserung der Ressourcenversorgung geschlossen werden.
Die FuE-Vorhaben sollen eine hohe Hebelwirkung entlang der Wald-Holz-Wertschöpfungskette entfalten und einen signifikanten Beitrag zur nachhaltigen Bereitstellung und Nutzung forstlicher Ressourcen sowie zur Resilienz des Wald- und Forstsektors leisten. Der Mehrwert gegenüber bestehenden Lösungen ist darzustellen. Zudem ist aufzuzeigen, welche Akteure entlang der Wertschöpfungskette von den Ergebnissen profitieren und in welchem Umfang ein Interesse an deren Anwendung besteht. Zudem muss dargestellt werden, wie das Vorhaben die in Nummer 1.1 genannten Ziele der Fördermaßnahme erreicht.
Die eingereichten Projektvorschläge müssen einem oder mehreren der folgenden Themenbereiche zugeordnet werden:
- Resiliente Wälder und Waldlandschaften (Resilient Forests and Forest Landscapes)
Dieses Thema hat zum Ziel, die Resilienz von Wäldern und Waldlandschaften gegenüber den Folgen des Klimawandels sowie weiteren biotischen und abiotischen Stressfaktoren zu stärken. Hier werden neue Erkenntnisse über die Wechselwirkungen zwischen Klimawandel, Biodiversität, Waldgesundheit und Ökosystemfunktionen sowie innovative Ansätze zur Anpassung und Wiederherstellung von Waldökosystemen adressiert. Berücksichtigt werden dabei Wechselwirkungen zwischen Klimawandel, Biodiversität, Kohlenstoffspeicherung, Wasserhaushalt, Störungen durch Extremereignisse sowie Schädlings- und Krankheitsbefall. Ziel ist es, die langfristige Funktionsfähigkeit von Waldökosystemen und ihre Beiträge zu Klima-, Biodiversitäts- und Nachhaltigkeitszielen zu sichern. - Diversifizierte Waldbewirtschaftung für multifunktionale Wälder (Diversified Forest Management for Multiple Benefits)
Das Thema adressiert diversifizierte, standortangepasste und multifunktionale Waldbewirtschaftung, die ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Anforderungen gleichermaßen berücksichtigt. Im Fokus stehen die Entwicklung und Bewertung innovativer Waldbaukonzepte, klimaangepasster Baumarten- und Herkunftswahlen, neuer Technologien sowie datenbasierter Planungs- und Entscheidungsinstrumente. Ziel ist es, die Resilienz und Produktivität von Wäldern zu erhöhen, die Bereitstellung vielfältiger Ökosystemleistungen zu unterstützen und zugleich eine nachhaltige Rohstoffversorgung für eine Wald-Holz-Wertschöpfungskette sicherzustellen. - Innovative Forstprodukte und zirkuläres Wirtschaften (Innovative Forest Products and the Circular Bioeconomy)
Forschung und Innovation sollen die nachhaltige Nutzung forstlicher Ressourcen entlang der gesamten Wertschöpfungskette stärken und den Übergang zu einer kreislauforientierten Wirtschaft unterstützen. Gegenstand sind die Entwicklung innovativer Holz- und Nichtholz-Waldprodukte, ressourceneffizienter Produktionsverfahren sowie digitaler und zirkulärer Wertschöpfungsmodelle. Adressiert werden darüber hinaus auch Fragen der Wiederverwendung, des Recyclings und der Kaskadennutzung von Rohstoffen sowie die Bewertung ökologischer und gesellschaftlicher Wirkungen. Ziel ist es, fossile Rohstoffe schrittweise zu ersetzen und die Wettbewerbsfähigkeit einer nachhaltigen Forst- und Holzwirtschaft zu stärken. - Gesellschaft, Politik und Governance (Society, Policy and Governance)
Gefördert werden Forschungs- und Innovationsvorhaben zu den gesellschaftlichen, politischen und institutionellen Rahmenbedingungen einer nachhaltigen Entwicklung von Wald und Forstwirtschaft. Im Mittelpunkt stehen gesellschaftliche Erwartungen an Wälder, Governance- und Beteiligungsansätze, politische Steuerungsinstrumente, Eigentums- und Nutzungsstrukturen sowie neue Geschäfts- und Wertschöpfungsmodelle. Darüber hinaus werden Wechselwirkungen zwischen Wald, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik adressiert und es können Ansätze für Konfliktlösung, Wissenstransfer und Transformationsprozesse entwickelt werden. Ziel ist es, evidenzbasierte Entscheidungsgrundlagen für eine nachhaltige und gesellschaftlich akzeptierte Waldnutzung bereitzustellen
Wie wird gefördert?
Die Zuwendungen werden im Wege der Projektförderung als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt.