BiodivFuture
BiodivFuture – Forschung für resiliente Ökosysteme und die Zukunft der biologischen Vielfalt
Innerhalb der transnationalen Fördermaßnahme BiodivFuture werden Forschungs- und Innovationsvorhaben gefördert, die untersuchen, wie sich Ökosysteme durch menschliche Einflüsse und den globalen Wandel verändern und welche Folgen diese Veränderungen für Biodiversität und Gesellschaft haben. Im Mittelpunkt stehen sogenannte neuartige Ökosysteme („novel ecosystems“). Die Verbundvorhaben sollen untersuchen, wie sich solche Ökosysteme widerstandsfähig, vielfältig und funktionsfähig unter sich verändernden Bedingungen entwickeln lassen.
BiodivFuture ist eine Ausschreibung der Europäischen Biodiversitätspartnerschaft Biodiversa+. Seitens Deutschland beteiligen sich der Projektträger Jülich (PtJ) im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).
Ökosysteme sind einem zunehmenden Wandel ausgesetzt. Menschliche Aktivitäten und globale Veränderungen beeinflussen Lebensräume, Artenzusammensetzungen und die Beziehungen zwischen Organismen. Dabei entstehen auch Ökosysteme, die sich in ihrer Zusammensetzung und in ihren Eigenschaften deutlich von früheren Zuständen unterscheiden. Solche Systeme werden als neuartige Ökosysteme („novel ecosystems“) bezeichnet.
Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, die dazu beitragen, mit unvermeidbaren und möglicherweise unumkehrbaren Veränderungen umzugehen. Die Forschung soll langfristig Wege aufzeigen, wie widerstandsfähige, miteinander verbundene, vielfältige und ökologisch funktionsfähige Ökosysteme erhalten oder entwickelt werden können. Dabei sollen sowohl die Interessen des Menschen als auch der Schutz der Natur berücksichtigt werden.
Bekanntmachung
Wer wird gefördert?
Antragsberechtigt sind deutsche Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Darüber hinaus können Kommunen, gemeinnützige Organisationen und Verbände gefördert werden. Einzelpersonen sind nicht antragsberechtigt. Für die Teilnahme gelten weitere nationale Förderbedingungen.
Was wird gefördert?
BiodivFuture umfasst drei miteinander verbundene Themenbereiche. Projekte können einen oder mehrere dieser Bereiche bearbeiten:
- Thema A: Funktionsweise neuartiger Ökosysteme
Untersucht werden soll, wie neuartige Ökosysteme funktionieren und wie ökologische Prozesse mit gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklungen zusammenhängen. Dabei geht es auch darum, Mechanismen zu identifizieren, die zur Förderung der biologischen Vielfalt beitragen können.
- Thema B: Wege hin zu neuartigen Ökosystemen
Im Mittelpunkt stehen mögliche Entwicklungspfade zu neuartigen Ökosystemen. Dabei soll untersucht werden, wie sich Ökosysteme unter unsicheren und sich verändernden Bedingungen entwickeln und welche sozio-ökologischen Prozesse dabei eine Rolle spielen.
- Thema C: Nutzen und Verteilungsgerechtigkeit der biologischen Vielfalt
Dieser Themenbereich untersucht, wie Nutzen, Kosten und Zielkonflikte im Zusammenhang mit Biodiversität in neuartigen Ökosystemen zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, Regionen und Generationen verteilt sind. Dabei sollen auch inklusive und gemeinschaftlich entwickelte Wege für eine biodiversitätsfördernde gesellschaftliche Entwicklung betrachtet werden.
Wie wird gefördert?
Für die Ausschreibung ist derzeit ein Gesamtbudget von rund 40 Millionen Euro vorgesehen, das von 32 Ländern gemeinsam mit der Europäischen Kommission bereitgestellt wird.
Für deutsche Antragstellende stehen insgesamt 2 Millionen Euro aus BMFTR-Mitteln zur Verfügung. Die DFG beteiligt sich mit weiteren 1,5 Millionen Euro an der Ausschreibung.
Die Antragstellung erfolgt in einem zweistufigen Verfahren. Die Einreichungsfrist für die pre-proposals ist der 10. November 2026, 12:00 CET.
Die Einreichung der full proposals ist für Anfang April 2027 vorgesehen. Der Projektstart ist zwischen Dezember 2027 und April 2028 geplant.