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30.06.2026

Neue Wege für Mobilität und Logistik: Projekte vernetzen, Wissen teilen

Am 23. Juni 2026 kamen Projektverantwortliche in der Alten Zinkfabrik in Oberhausen zusammen zum Statusseminar des Innovationswettbewerbs „NeueWege.IN.NRW“ des EFRE/JTF-Programms NRW 2021–2027 zusammen. Im Fokus standen laufende Vorhaben zu Zukunftsfragen zur Mobilität: von eigenständig einparkenden Straßenbahnen über autonome Kehrmaschinen bis hin zu Drohnen in der urbanen Logistik.

Eingeladen hatte die bei uns ansässige Innovationsförderagentur NRW (IN.NRW). Ziel der Veranstaltung war es, den aktuellen Stand der geförderten Vorhaben des Innovationswettbewerbs „NeueWege.IN.NRW“ sichtbar zu machen und eine Plattform für Austausch, Vernetzung und Wissenstransfer zu schaffen. Das Statusseminar ist dabei mehr als eine Zwischenbilanz: Es unterstützt Projektteams in der Umsetzungsphase, macht gemeinsame Herausforderungen erkennbar und gibt Impulse für Lösungen, Synergien und mögliche Kooperationen. Zugleich fließen die gewonnenen Erkenntnisse in die Weiterentwicklung zukünftiger Fördermaßnahmen im Mobilitäts- und Logistikkontext ein.

Nach der Eröffnung und Begrüßung durch Guido Müller, Referatsleiter Regionale Mobilitätsentwicklung im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (MUNV), und Moderator Alexander Waldhelm von IN.NRW standen zunächst Automatisierung und Drohnen im Mittelpunkt – allem voran ihre Bedeutung für logistische Anwendungen im Realbetrieb.

Best Practice zum Erleben: SIDDA – Sustainable Intermodal Drone Delivery Airline

Beim Vorhaben SIDDA konnten die Teilnehmenden die entwickelte Transportdrohne sowie einen prototypischen Be- und Entlade-Hub aus nächster Nähe erleben. Die Projektverantwortlichen erläuterten die Funktionsweise der Systeme und beantworteten Fragen zu Technik, Einsatzmöglichkeiten und zukünftigen Anwendungen.

Ziel von SIDDA ist die Entwicklung einer hoch automatisierten und nachhaltigen Drohnenfluglinie, die sich nahtlos in bestehende Transportketten integriert. Der ausgestellte Micro-Hub veranschaulichte die Abläufe bei Starts und Landungen sowie den Umgang mit geeigneten Paketformaten. Zugleich machte er deutlich, welches Potenzial das Projekt für eine effiziente und nachhaltige Logistik bereithält.

Automatisierung und Drohnen im Realbetrieb

Unter dem Titel „Die Zukunft der Logistik im Realbetrieb“ wurden Projekte vorgestellt, die zeigen, wie nah Zukunftstechnologien bereits an der praktischen Anwendung sind:

  • Valestra widmet sich dem Valet Parking für Straßenbahnen.
  • ME.LAK entwickelt eine autonome Kehrmaschine und Leitstelle für eine nachhaltige Stadtreinigung in NRW.
  • AIR² setzt auf ein automatisiertes intermodales Robotiksystem im urbanen Raum.

Deutlich wurde: Automatisierung ist kein abstraktes Schlagwort, sondern berührt konkrete Fragen des Alltags.

Mobilitäts-Apps zwischen Innovation und Datenschutz

Im zweiten Themenblock ging es um „Mobilitäts-Apps im Wandel: Innovation trifft Datenschutz“. Vorgestellt wurden unter anderem SSR – Safer School Routing, ERS.T-NRW – Electric Road System – Telecommunication in NRW sowie HyConnect – Connecting Hydrogen Supply and Demand for Sustainable Transport Logistics.

Die Beiträge machten deutlich, wie vielfältig digitale Mobilitätslösungen heute gedacht werden: Sie reichen von sicheren Schulwegen über telekommunikative Infrastrukturen für elektrische Straßensysteme bis hin zur Vernetzung von Wasserstoffangebot und -nachfrage. Ein wiederkehrendes Thema war dabei die Balance zwischen technischer Machbarkeit, praktischem Nutzen und verantwortungsvollem Umgang mit Daten. Innovation entsteht nicht allein durch neue Anwendungen, sondern auch durch die Frage, wie diese sicher, zugänglich und tragfähig in bestehende Systeme eingebunden werden können.

Innovation in der Logistik wirksam umsetzen

Am Nachmittag stand die Umsetzung logistischer Innovationen im Fokus. Die Projekte AGfürNBA, ProtoSAM und SIDDA zeigten Ansätze von automatisiertem Gepäckhandling über Standortoptimierung, Be- und Entladung sowie Mehrwegverpackung bis hin zu nachhaltiger intermodaler Drohnenlogistik. Im Austausch mit dem Plenum wurden die Ansätze eingeordnet und mögliche Anknüpfungspunkte für die Projektpraxis sichtbar.

Zum Abschluss des Veranstaltungstages wurde deutlich, welche Erkenntnisse sich aus den einzelnen Vorhaben übertragen lassen, wo gemeinsame Herausforderungen bestehen und welche Ansätze für die weitere Umsetzung der Projekte besonders relevant sind.

Weitere Statusseminare geplant

Auch künftig sind weitere Seminare im Rahmen der Innovationswettbewerbe und Fördermaßnahmen des EFRE/JTF-Programms NRW 2021–2027 vorgesehen. Interessierte sind eingeladen, teilzunehmen und ihre Erfahrungen zu teilen.