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23.10.2026

Munitionsaltlasten im Meer: PtJ koordiniert Vergabe für innovative Entsorgungsplattform

Ein wichtiger Schritt für den Schutz von Nord- und Ostsee: Das Bundesumweltministerium hat den Auftrag zur Entwicklung und zum Bau einer innovativen und mobilen Plattform zur industriellen Entsorgung von Munitionsaltlasten auf See vergeben. Wir haben das komplexe Vergabeverfahren im Auftrag des Ministeriums durchgeführt.

Rund 1,6 Millionen Tonnen alter Munition liegen auf dem Meeresgrund der deutschen Nord- und Ostsee. Die Hinterlassenschaften der Weltkriege stellen durch Korrosion und Zerfall eine zunehmende Gefahr für Mensch und Umwelt dar. Um die Munition künftig systematisch bergen und direkt auf See entsorgen zu können, hat das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) ein innovatives Vorhaben auf den Weg gebracht.

Im September 2026 erhielt die Bietergemeinschaft DSTAR den Zuschlag für die Entwicklung und den Bau einer mobilen Entsorgungsplattform. Die Anlage soll weltweit erstmals eine industrielle Entsorgung von Munitionsaltlasten direkt auf See ermöglichen. Wir haben das Vergabeverfahren im Auftrag des BMUKN vorbereitet, koordiniert und durchgeführt.

Von der Erkundung zur industriellen Entsorgung

Der Auftrag ist Teil des Sofortprogramms „Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee“ des Bundes. Bereits 2024 und 2025 haben wir als beauftragte Vergabestelle die Ausschreibungen für erste Erkundungs- und Bergungsarbeiten in ausgewählten Gebieten der Ostsee durchgeführt.

Die Aufträge gingen an die SeaTerra GmbH, die Bietergemeinschaft EGGERS Kampfmittelbergung GmbH/Hansataucher GmbH sowie die BALTIC Taucherei- und Bergungsbetrieb Rostock GmbH. Bei den anschließenden Pilotierungsarbeiten konnten bestehende Technologien zur Ortung und Bergung unterschiedlicher Munitionsaltlasten erprobt und wichtige Erkenntnisse für die weitere Entwicklung gewonnen werden.

Komplexes Vergabeverfahren erfolgreich abgeschlossen

Für die Entwicklung der neuartigen Entsorgungsplattform kam eine besondere Form der öffentlichen Vergabe zum Einsatz: die sogenannte Innovationspartnerschaft. Dieses Verfahren ermöglicht es öffentlichen Auftraggebern, innovative Lösungen entwickeln zu lassen und anschließend zu beschaffen, wenn die auf dem Markt verfügbaren Produkte oder Dienstleistungen den Bedarf nicht decken.

Über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren haben wir die Durchführung des anspruchsvollen Vergabeverfahrens bis zum erfolgreichen Zuschlag im September 2026 verantwortet. Dabei haben wir im Auftrag des BMUKN die vergaberechtliche Planung, Vorbereitung, Koordination und Durchführung übernommen. Mit dem Abschluss des Vergabeverfahrens starten Auftraggeber und Auftragnehmer in die konkrete Entwicklungsphase, sodass ein wesentlicher Schritt in Richtung des Baus der neuartigen Entsorgungsplattform geschaffen ist.