Grüne Gründungen.NRW: Förderbescheide für die Umweltwirtschaft von morgen
Von recyclingfähigen Textilien bis zu intelligenten Kläranlagen: Junge Unternehmen entwickeln Lösungen für die Umweltwirtschaft von morgen. Im NRW-Umweltministerium in Düsseldorf überreichte Umweltminister Oliver Krischer Förderbescheide für Projekte der fünften Einreichungsrunde von „Grüne Gründungen.NRW“. Die Fördermaßnahme wird von der bei uns angesiedelten Innovationsförderagentur NRW (IN.NRW) im Rahmen des EFRE/JTF-Programms NRW 2021–2027 betreut.
NRW-Umweltminister Oliver Krischer überreichte den Gründer:innen persönlich in Düsseldorf ihre Förderbescheide für die Fördermaßnahme „Grüne Gründungen.NRW“. Die geförderten Gründungsteams stellten anschließend vor Ort ihre vielfältigen Lösungen vor – von ressourcenschonenden Produktionsverfahren über klimafreundliche Energietechnologien bis hin zu digitalen Anwendungen für Landwirtschaft und Mobilität.
Fünfte Einreichungsrunde mit großer Resonanz
Zwischen dem 7. Juli und dem 30.September 2025 gingen 94 Projektskizzen von 114 Förderinteressierten für Fördermaßnahme ein. Nach Bewertung durch einen unabhängigen Begutachtungsausschuss wurden 20 Beiträge aufgefordert, einen Antrag einzureichen.
Geförderte Vorhaben im Überblick
- MechSyn: Eine Prototypenanlage soll Nanomaterialien umweltfreundlich herstellen und langlebige Schadstoffe abbauen. Das mechanochemische Verfahren kommt ohne Lösungsmittel aus.
- R-Trinity: Ein dezentrales Wartungssystem unterstützt Werkstätten dabei, Hochvoltbatterien zu reparieren, weiterzuverwenden oder zu recyceln. KI hilft bei der Entscheidung.
- AVANTEX: Ein wasserbasiertes, elektrochemisches Verfahren soll gemischte Alttextilien recyceln und ihre Bestandteile für neue Anwendungen zurückgewinnen.
- AdaptationReturn: Neue Kennzahlen machen Nutzen, Kosten und vermiedene Schäden von Klimaanpassungsmaßnahmen vergleichbar. Die Erprobung erfolgt mit NRW als Pilotregion.
- MONOwaterproof: Entwickelt wird ein wasserdichtes Textil aus nur einer Materiallage, das ohne problematische Beschichtungen auskommt und vollständig recyclingfähig sein soll.
- Power2Polymers: Nachhaltige Kunststoffe für Klebstoffe, Beschichtungen und Schmierstoffe werden weiterentwickelt. Ein Demonstrator bereitet die industrielle Skalierung vor.
- ImmunoBoost: Biogene Wirkstoffe sollen die natürliche Abwehr von Nutzpflanzen stärken und chemische Pestizide ersetzen. Ein Hochdurchsatzverfahren identifiziert geeignete Substanzen.
- KI-GasControl: Sensoren und KI steuern Deponiegasströme bedarfsgerecht. Das soll Methanemissionen reduzieren und die Energieausbeute erhöhen.
- autoBat: Ein Batteriesystem mit lasttragender Kühlung soll schnelleres Laden ermöglichen. Ergänzend entsteht eine Entwicklungsumgebung für den automatisierten Batterieentwurf.
- Zero Negative Energy: Batterielose Industriesensoren gewinnen ihre Energie selbst und passen ihren Betrieb daran an. Dadurch soll der Wartungsaufwand sinken.
- Nerou.AI: Ein KI-Betriebsassistent analysiert Kläranlagendaten, erkennt Störungen und gibt Handlungsempfehlungen. Das entlastet Personal und spart Energie sowie Ressourcen.
- METHANICA: Mikroorganismen wandeln grünen Wasserstoff und CO₂ in Methan um. Eine spezielle kohlenstoffbasierte Trägerstruktur soll den Prozess effizienter machen.
- Rumen AI: Drahtlose Sensoren erfassen die Gasbildung im Pansen von Rindern. Die Auswertung soll eine emissionsärmere Fütterung und bessere Tiergesundheit unterstützen.
- AERMI: Ein KI-gestütztes Analysesystem wertet regionale Energiemärkte in Echtzeit aus und unterstützt fundierte Investitionsentscheidungen für die Energiewende.
- EASy: Modulare, langlebige Sensorsysteme für die Wasseranalyse werden zur Kleinserie weiterentwickelt und für den Praxiseinsatz erprobt.
- CAS: Ein erdloses Anbausystem für medizinisches Cannabis arbeitet mit geschlossenen Kreisläufen. Es soll Wasser, Nährstoffe, Energie und Platz sparen.
- OR.EF: Eine digitale Plattform hilft kleinen und mittleren Unternehmen, ihren Energieeinsatz zu optimieren und Flexibilität am Strommarkt zu vermarkten.
- gomi: Eine offene Plattform erleichtert Kommunen die Zusammenarbeit mit Mobilitätsanbietern und die Integration neuer Angebote in nachhaltige Stadtentwicklungskonzepte.
Neue Einreichungsrunde gestartet
Auch weitere Gründungsteams können ihre Ideen einbringen: Die aktuelle Einreichungsrunde von „Grüne Gründungen.NRW“ läuft noch bis Ende des Monats. Projektskizzen können bis zum 30. September 2026, 14:00 Uhr, über das EFRE.NRW.Online-Portal eingereicht werden. Für Fragen und Beratung steht das Team der IN.NRW zur Verfügung.
„Grüne Gründungen.NRW“: Europäische Förderung – betreut von IN.NRW
„Grüne Gründungen.NRW“ unterstützt junge kleine und Kleinstunternehmen sowie Unternehmen in Gründung aus der Umweltwirtschaft bei der Entwicklung und Erprobung von Prototypen. Damit können sie die technische Umsetzbarkeit ihrer Ideen nachweisen und innovative Produkte, Verfahren und Dienstleistungen weiterentwickeln. Nichtwirtschaftlich tätige Einrichtungen wie Hochschulen, Vereine oder Stiftungen können als Partner mitwirken. Ziel ist es, die ökologischen und wirtschaftlichen Potenziale grüner Gründungen zu erschließen und Nordrhein-Westfalen als Standort für diese Unternehmen zu stärken.
Die Fördermaßnahme „Grüne Gründungen.NRW“ ist eine Initiative des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen des EFRE/JTF-Programms NRW 2021–2027. Betreut wird sie von der bei uns angesiedelten IN.NRW. Als zentrale Anlaufstelle berät sie Förderinteressierte zu ihren Projektideen und begleitet das Antragsverfahren. Mit ihrer fachlichen und fördertechnischen Expertise unterstützt sie die jungen Unternehmen auf dem Weg von der Idee zum geförderten Vorhaben.