BioWaWi-KI: Biodiversitätsschutz und Trinkwasservorsorge zusammendenken
Der Klimawandel und zunehmende Wetterextreme stellen das Wassermanagement vor neue Herausforderungen. Das Projekt BioWaWi-KI entwickelt KI-gestützte Lösungen, die Biodiversitätsschutz und Trinkwasservorsorge zusammenführen. Beim Projekttreffen in Potsdam standen aktuelle Ergebnisse, technische Entwicklungen und der Transfer in die Praxis im Mittelpunkt.
Heiße Sommer, Trockenperioden und Starkregen setzen Wasserressourcen zunehmend unter Druck. Gleichzeitig verändern Flächenversiegelung und intensive Landnutzung Lebensräume in Wasserschutzgebieten. Für ein vorausschauendes Wassermanagement wird es deshalb immer wichtiger, ökologische Veränderungen frühzeitig zu erkennen und wissenschaftliche Daten für die Praxis nutzbar zu machen.
BioWaWi-KI verbindet Biodiversität, Wasserwirtschaft und KI
Hier setzt das von uns betreute Förderprojekt BioWaWi-KI der Universität Potsdam (UP) und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) an. Es verbindet Biodiversitätsforschung und Wasserwirtschaft, wobei Methoden der Künstlichen Intelligenz eingesetzt werden, um Vorhersagen zu machen und Maßnahmen abzuleiten. Dazu wurde ein umfangreiches Monitoringsystem aufgebaut. Ziel ist ein Wassermanagement, das Biodiversitätsschutz und Trinkwasservorsorge zusammendenkt – für resiliente Ökosysteme und sichere Wasserressourcen.
Methoden der Künstliche Intelligenz können dazu beitragen, komplexe Umweltdaten auszuwerten und Veränderungen in Wasserschutzgebieten früher sichtbar zu machen. Damit entstehen neue Ansatzpunkte für ein vorsorgendes Management, das Biodiversität, Ökosystemleistungen und Trinkwasserschutz gemeinsam betrachtet.
Projekttreffen in Potsdam: Fortschritte und nächste Schritte
Beim Projekttreffen am 16. und 17. Juli 2026 in Potsdam diskutierten die Projektpartner aktuelle Arbeitsstände, Meilensteine, Herausforderungen und nächste Schritte. Auf der Agenda standen unter anderem Wassermanagement, Monitoring, KI-gestützte Modelle, technische Entwicklungen, Wasseraufbereitung sowie Fragen des Transfers in die Praxis.
Ein zentrales Ergebnis des Treffens war die Erkenntnis, dass die Politik bei dieser Thematik viel mehr innovative Ansätze und lösungsorientierte Projekte umsetzen muss, um die Versorgung mit sauberem Trinkwasser auch in der Zukunft zu gewährleisten. Die Diskussion zeigte, dass behördliche Hürden eine zentrale Herausforderung für viele Vorhaben sind.
„Die behördlichen Verantwortlichkeiten für Wasserschutzgebiete sind thematisch stark versäult. Wasserschutzgebiete brauchen aber eigentlich ihren eigenen Ranger, bei dem alle Verantwortlichkeiten zusammenlaufen und der Schutz der Biodiversität, der Ökosysteme und des Wasserkreislaufes ganzheitlich gedacht und verantwortet wird. Letztlich sind die Wasserversorger auf funktionierende Ökosystemleistungen in ihren Wasserschutzgebieten angewiesen, die aber eben nur ein gesundes Ökosystem bereitstellen kann“, so der Leiter des Projektes BioWaWi-KIProf. Dr. Stefan Norra (UP).
Unsere Aufgabe
Als Projektträger begleiten wir das Thema Biodiversität und das Projekt BioWaWi-KI im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Das Vorhaben steht beispielhaft dafür, wie Umweltforschung, Digitalisierung und wasserwirtschaftliche Praxis zusammenarbeiten, um tragfähige Lösungen für den Schutz lebenswichtiger Ressourcen zu entwickeln.