35 Jahre PtJ in Rostock: Zukunftslösungen für die Meere
Seit 35 Jahren ist der Projektträger Jülich (PtJ) in Rostock vertreten. Was 1991 mit einem kleinen Team für die Förderung der Meeresforschung ist begann, hat sich zu einem breit aufgestellter Kompetenzzentrum für Küsten-, Meeres- und Polarforschung, Geowissenschaften sowie maritime Technologien entwickelt.
Den Ausgangspunkt bildete eine Entscheidung des damaligen Bundesministeriums für Forschung und Technologie: Die Projektförderung für die Meeresforschung sollte künftig durch einen Projektträger begleitet werden. Rostock bot dafür ideale Voraussetzungen – mit seiner Lage an der Ostsee sowie der Nähe zu Universitäten und Forschungsinstituten. Im März 1991 nahm der Standort seine Arbeit auf. In den Folgejahren wurde das Portfolio schrittweise um die Küsten- und Polarforschung, Geowissenschaften sowie die Umsetzung von Fördermaßnahmen im Bereich der maritimen Technologien erweitert.
Heute bündelt der 52 Kolleg:innen umfassende PtJ-Geschäftsbereich „Marine und maritime Forschung, Geowissenschaften und Schifffahrt“ (MGS) Expertise aus Wissenschaft, Forschungsförderung und Wirtschaft. Mehr als 1.850 Forschungsvorhaben wurden bislang begleitet.
Forschung für den Ozean der Zukunft
Die enge Verbindung von Meeresforschung und der Entwicklung maritimer Technologien ist eine besondere Stärke des Rostocker Standorts. Sie schafft einen wechselseitigen Nutzen: So heben neue automatisierte Methoden und innovative Sensorik die Ozeanbeobachtung auf eine neue Stufe. Daraus resultieren präzisere Wetter- und Klimavorhersagen. Auf Expeditionen mit Forschungsschiffen wird aber auch die von Unternehmen entwickelte Meerestechnik erprobt.
Der Standort dient mittlerweile als Schnittstelle von Wissenschaft, Forschungsförderung und Wirtschaft. Die hier initiierten und mitgestalteten Forschungsmissionen der Deutschen Allianz Meeresforschung (DAM) haben die wissenschaftliche Kompetenz der deutschen Meeresforschung gestärkt. Es entstehen Zukunftslösungen für den Schutz und das nachhaltige Management der Meere, aber auch Lösungen für eine zusätzliche CO2-Aufnahme durch die Meere und den Schutz gegen marine Extremereignisse.
Neben der Projektförderung beraten wir von Rostock aus bei der strategischen Programmentwicklung und unterstützt beim Betrieb und Neubau von Forschungsschiffen, beim Management von Forschungsgroßgeräten, bei der europäischen und internationalen Zusammenarbeit sowie bei nationalen und internationalen Rechtsangelegenheiten.
So koordiniert und begleitet ein Schiffbauteam in Rostock einige der anspruchsvollsten wissenschaftlichen Schiffbauprojekte Deutschlands: den Neubau der METEOR IV und der POLARSTERN II. Auch die Geoforschung gehört zum Portfolio des Geschäftsbereichs – unter anderem mit Projekten zur Tiefengeothermie und zur unterirdischen Energiespeicherung. Zudem unterstützt PtJ-MGS das Land Mecklenburg-Vorpommern beim Ausbau der Forschungsstärken. Hier liegt der Schwerpunkt in einem Programm zur Landesexzellenzförderung, die neue Kooperationen zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Wirtschaft schafft.
35 Jahre Erfahrung mit Blick nach vorn
„Heute ist die marine und maritime Forschung bei uns eng verzahnt, denn letztendlich geht es um ganzheitliche Zukunftslösungen für den Ozean“, sagt Susanne Korich, Leiterin des Geschäftsbereichs MGS.
Nach 35 Jahren steht der Standort für die Verbindung von wissenschaftlicher Expertise, technologischer Entwicklung und professionellem Fördermanagement – und für den Anspruch, Forschung in konkrete Lösungen für zentrale Zukunftsfragen zu übersetzen.