KI4Energy
KI4Energy
Künstliche Intelligenz (KI) ist ein zentraler Treiber für die Energiewende und die technologische Souveränität Deutschlands. Ihr Einsatz ermöglicht die effiziente Planung, Steuerung und Optimierung komplexer Energiesysteme – von der intelligenten Netzintegration erneuerbarer Energien bis zur datenbasierten Steuerung von Wasserstoffproduktion, -speicherung und -nutzung. KI beschleunigt Innovationsprozesse auch in der Materialforschung, indem sie datengetriebene Simulationen, automatisierte Experimente und maschinelles Lernen für die Entwicklung neuer Werkstoffe nutzt. So können Materialien für Energiespeicherung, Katalyse und Wasserstofftechnologien schneller identifiziert, bewertet und in die Anwendung gebracht werden.
"KI4Energy" gibt dafür den Anschub. Die Fördermaßnahme zielt darauf ab, exzellente deutsche KI-Forschung mit den Stärken in Energie-, Wasserstoff- und Materialtechnologien zu verbinden und so erhebliche Innovations- und Wertschöpfungspotenziale zu eröffnen. Die Maßnahme konzentriert sich auf die Grundlagenforschung und den Übergang zu anwendungsorientierten Konzepten (TRL 1–3).
Bekanntmachung
Wer wird gefördert?
Der Förderaufruf richtet sich hauptsächlich an Forschungseinrichtungen im universitären und außeruniversitären Bereich. Es werden vorzugsweise Einzelvorhaben (in begründeten Ausnahmen maximal Zweierverbünde) gefördert.
Was wird gefördert?
Das BMFTR ruft zu Ideenskizzen auf, bei denen die Förderung von innovativen, noch weitgehend unerprobten Ideen im Mittelpunkt steht, deren technische Machbarkeit (Proof of Concept) zunächst nachgewiesen werden muss.
Gefördert werden 3-jährige Projekte bis maximal Technology Readiness Level (TRL) 3, die erste wissenschaftlich-technische Erkenntnisse liefern und prüfen, ob sich eine Idee grundsätzlich für eine Weiterentwicklung eignet.
Fokusthemen sind:
Data Science & KI-gestützte Analytik
Verbesserung der Datenqualität, der Vorhersagefähigkeit in Energie- und Materialsystemen sowie deren Zusammenwirken. Schwerpunkte sind standortübergreifendes Management und KI-basierte Auswertung von Versuchsdaten, Integration heterogener Datenquellen (z.B. Mess-, Wetter- und Infrastrukturdaten), Machine-Learning-gestützte Mustererkennung (z. B. Anomalien, Defekte, Cyberangriffe auf Energieinfrastruktur) sowie KI-Modelle für die Materialforschung.
Digitale Zwillinge & Systemmodellierung
Entwicklung simulativer und adaptiver Systemmodelle zur Planung und Steuerung des betrachteten Energiesystems. Im Fokus stehen die Architektur digitaler Zwillinge, KI-gestützte Szenarien-Analysen für Energieerzeugung, -verbrauch, -transport und -speicherung sowie die Entwicklung datenbasierter Methoden für Entscheidungs- und Unterstützungstools für Politik und Industrie im Grundlagenbereich.
Autonome Systeme & Predictive Maintenance
Der Fokus liegt auf der Entwicklung selbstlernender und vorausschauender Systeme zur Erhöhung der Effizienz, Verfügbarkeit und Sicherheit technischer Anlagen. Durch den Einsatz datenbasierter Instandhaltung und Predictive-Maintenance-Ansätzen können Störungen frühzeitig erkannt und Ausfallzeiten minimiert werden.
Adaptive KI-Plattformen & Entscheidungsunterstützung
Aufbau vernetzter, lernfähiger und menschzentrierter KI-Umgebungen. Ziel ist es, Forschung, Planung und Betrieb in der Energiewirtschaft durch intelligente, kollaborative Plattformen zu unterstützen. Erforscht werden können auch Sprachmodelle (LLMs) für spezielle energiewirtschaftliche Anwendungen. Dabei gilt das Human-in-the-Loop-Prinzip als verbindliche technische Anforderung. In sicherheitskritischen Anwendungen der Energieversorgung müssen Fachpersonen jederzeit eingreifen und autonome Entscheidungen übersteuern können. Der EU AI Act schreibt dies für KI in kritischen Infrastrukturen als Hochrisiko-KI bereits regulatorisch vor.
Wie wird gefördert?
Interessierte Forscherinnen und Forscher sind dazu aufgerufen, entsprechende Projektideen nach Maßgabe der Bekanntmachung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur Förderung von Zuwendungen im Rahmen des 7. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung „Innovationen für die Energiewende“ vom 6. Februar 2019 einzureichen.
Weitere Informationen zur Antragsstellung
Projektskizzen müssen in elektronischer Form bis zum 31.08.2026 um 23:59 Uhr eingereicht werden. Der Umfang sollte acht Seiten (Arial 11pt plus Deckblatt und Anlagen) nicht überschreiten. Eine Selbsteinschätzung zur TRL 1-3 Einordnung muss zusätzlich zur Projektskizze eingereicht werden. Vorlagen für Skizzen und TRL-Einschätzungen stehen zur Verfügung.
Die Vorlagefrist gilt nicht als Ausschlussfrist, Projektskizzen, die nach dem oben angegebenen Zeitpunkt eingehen, können aber möglicherweise nicht mehr berücksichtigt werden.
Hier gelangen Sie zum Einreichungslink