Neue Werkstoffe in Bayern


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Bild: agsandrew/iStock


Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie
Forschungseinrichtungen, Hochschulen, KMU, Unternehmen

Mit seiner ausgeprägten materialtechnischen Kompetenz kann Bayern im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz für sich in Anspruch nehmen. Die anwendungsorientierte Materialforschung greift die Bedürfnisse des Marktes immer intensiver auf und entwickelt für spezifische Anwendungen komplexe Werkstoffsysteme. Damit ist die Materialtechnik auch in Bayern eine der wichtigsten Säulen der Wirtschaft. Seit 2006 bündelt das Land seine Kompetenzen im Bereich Werkstoffe im „Cluster Neue Werkstoffe“ der „Allianz Bayern innovativ“.

Die Bayerische Landesregierung fördert die Entwicklung neuer Materialien seit Anfang der 1990er Jahre. Mit dem Förderprogramm „Neue Werkstoffe in Bayern“, das der Projektträger Jülich im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie umsetzt, wird die Erforschung, Entwicklung und Erprobung von modernen Werkstoffen und neuen Verfahrenstechnologien unterstützt. Bis Ende 2016 wurden rund 107 Millionen Euro bereitgestellt.

 

Skizzen- und Antragsverfahren im Programm „Neue Werkstoffe in Bayern“


Kontaktaufnahme mit dem Projektträger Jülich (PtJ)

Unternehmen aus Bayern, die einen Antrag auf Förderung gemäß den Richtlinien des Programms „Neue Werkstoffe in Bayern“ an das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie (StMWi) stellen möchten, werden zunächst um eine telefonische Kontaktaufnahme (siehe Ansprechpartner) gebeten. In der Phase der Projektdefinition ist PtJ behilflich. Bei den beabsichtigten Projekten/Vorhaben soll es sich um risikoreiche Entwicklungen mit einem Realisierungszeitraum bis zur Markteinführung von circa drei bis fünf Jahren handeln.

Im Programm „Neue Werkstoffe in Bayern“ werden Verbundvorhaben mit mehreren industriellen Partnern (entlang der Wertschöpfungskette über Herstellung, Verarbeitung, Anwendung) und einer bayerischen Forschungseinrichtung favorisiert, die arbeitsteilig ein gemeinsames Ziel anstreben. 

Einreichung eines Ideenpapiers

Um die grundsätzliche Passfähigkeit eines Verbundvorhabens beurteilen zu können, wird von dem Förderinteressenten (Projektkoordinator, Federführer) ein circa fünfseitiges Ideenpapier beim Projektträger mit folgendem Inhalt eingereicht:

  1. Ziel des Vorhabens 

    1a. Thema und Gesamtziel des Vorhabens (Motivation)
    1b. Wissenschaftliche und technische Arbeitsziele des Vorhabens                                                                              

  2. Vorgesehene Partnerstruktur: Antragsteller, Verbundunternehmen, Forschungseinrichtungen
  3. Stand der Technik
  4. Neuheitscharakter des Ansatzes/Alleinstellungsmerkmal
  5. Geplante Verwertung
  6. Grober Kostenrahmen und Dauer des Vorhabens

Das Ideenpapier ist unverbindlich und kann im Laufe der Projektdefinition in der Diskussion mit PtJ noch überarbeitet und ergänzt werden, insbesondere im Hinblick auf weitere Projektpartner. PtJ prüft das Ideenpapier auf Passfähigkeit und gibt Hinweise zur Überarbeitung der Projektdarstellung. 

Einreichung einer Skizze nebst Vorhabenbeschreibung

Im Falle einer positiven Bewertung rät PtJ anschließend zur Einreichung einer Skizze durch den federführenden Projektkoordinator.

Die Skizze besteht aus zwei Teilen:

  • zum einen aus der über das elektronische System ELAN (der Zugang wird durch PtJ zur Verfügung gestellt) zu stellenden Form-Skizze (das heißt den Formularsatz)
  • und zum anderen aus der gegenüber dem Ideenpapier weiter ausgearbeiteten Vorhabenbeschreibung.

Die Vorhabenbeschreibung sollte die Arbeiten aller Partner umfassen. Zur Beschreibung des Vorhabens empfehlen wir dringend die Verwendung des Gliederungsvorschlages für eine Skizze.

Die in Papierform einzureichende Skizze dient als Diskussionsgrundlage bei einem Beratungsgespräch am Sitz einer der am Verbundvorhaben beteiligten Firmen.

Bei einer positiven Fördereinschätzung rät PtJ zur Antragstellung und gibt noch während der Beratung Hinweise und Hilfestellung hierzu. 

Antragstellung

Ein Verbundvorhaben besteht im Programm „Neue Werkstoffe“ aus mehreren industriellen Partnern, wobei einer die Federführung übernimmt, und gegebenenfalls den Institutspartnern. Jeder Verbundpartner (Ausnahme: Unterauftragnehmer eines Verbundpartners) muss einen eigenständigen Antrag stellen.

Ein förmlicher Antrag für ein Vorhaben besteht aus dem elektronischen Formantrag über ELAN, (der Zugang wird erneut von PtJ zur Verfügung gestellt), Verbunddarstellung und der detaillierten Vorhabenbeschreibung des Teilvorhabens mit Darstellung der Arbeitspakete jedes Partners.

Die Einreichung erfolgt durch jeden Partner jeweils zweifach:

  •     Beschreibung des Verbundvorhabens (vom Federführer zu erstellen als Zusammenfassung der Einzelvorhaben)
  •     Beschreibung des Einzelvorhabens (von jedem Antragsteller zu erstellen als detaillierte Beschreibung seines Einzelvorhabens)
  •     Formularsatz

Zusätzlich jeweils einfach in deutscher Sprache:

  •     Testierte Geschäftsberichte der letzten beiden Geschäftsjahre im Original
  •     Auskunft der Hausbank (Bank-an-Bank-Auskunft)
  •     Aktueller Auszug des Handelsregisters

Für die Erstellung der Beschreibungen des Vorhabens empfehlen wir unsere Gliederungsvorschläge, die Sie herunterladen können.

Anhand der Checkliste können Sie prüfen, ob Sie die für den Antrag wesentlichen Unterlagen zusammengestellt haben. 

Die Anträge sind an folgende Adresse zu richten:

Projektträger Jülich (PtJ) – Geschäftsbereich NMT

Projektträgerschaft Bayern (NMT4)

Forschungszentrum Jülich GmbH

52425 Jülich 

Antragsprüfung

Nach Einreichung der vollständigen Anträge aller Projektpartner kann im Ermessen und im Auftrag von PtJ-NMT eine externe Begutachtung (vertraulich, personengebunden) erfolgen. Anschließend wird eine fachliche und kalkulatorische Prüfung durch PtJ-NMT durchgeführt. Bei positivem Gutachten und günstiger Beurteilung der Anträge wird eine Empfehlung zur Förderung an das StMWi ausgesprochen. 

Zuwendungsbescheid

Das StMWi entscheidet über den Förderantrag und erteilt im positiven Fall einen Zuwendungsbescheid an den Antragsteller. Der Antragsteller wird Zuwendungsempfänger. 

Durchführung des Vorhabens

Die Fördermittel werden schrittweise nach Projektfortschritt und Prüfung der Verwendung ausgezahlt; dazu erstellt der Zuwendungsempfänger Zwischenberichte (Beschreibung des Projektstandes) und Zwischennachweise (finanzielle Mittelverwendung). 

Abschluss des Vorhabens

Nach Abschluss des Vorhabens werden der Abschlussbericht und die Verwendung der Mittel durch PtJ-NMT geprüft. Der Zuwendungsempfänger erläutert die weitere Verwertung der FuE-Ergebnisse. 

Verwertung

Der Zuwendungsempfänger berichtet bis drei Jahre nach Abschluss des Vorhabens jeweils jährlich PtJ-NMT über die Verwertung der FuE-Ergebnisse in Bayern.

Projektträger Jülich – erkennen. fördern. gestalten.


Der Projektträger Jülich arbeitet im Auftrag von:
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