Demonstratoren zur Individualisierten Medizin – e:Med

eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Die Systemmedizin setzt auf die gezielte Verknüpfung von Mathematik, Informatik und Lebenswissenschaften mit klinischen Disziplinen, um Erkenntnisse mit Relevanz für die medizinische Versorgung zu gewinnen. Ziel des Forschungs- und Förderkonzepts e:Med Maßnahmen zur Etablierung der Systemmedizin“ ist es, die systembiologische Grundlagenforschung mit der patientenorientierten klinischen Forschung strategisch zu verbinden, so dass individualisierte Therapien und Diagnosen entwickelt werden können. Das e:Med-Konzept widmet sich diesen Fragestellungen in verschiedenen Modulen. In Modul II „Demonstratoren zur Individualisierten Medizin“ soll durch die Unterstützung von Pilotprojekten der direkte Nutzen der systemmedizinischen Herangehensweise für klinische Anwendungen belegt werden. Der Fokus liegt dabei auf Anwendungsbereichen, für die ein systemorientierter Ansatz zur individualisierten Prävention, Diagnostik und Therapie menschlicher Erkrankungen erforderlich ist.

Einreichungsfrist:Einreichungsfrist ( abgelaufen: 15. April 2013 – 22. August 2013 )

Informationen zur Förderung


Wer wird gefördert?

Antragsberechtigt sind deutsche Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit FuE-Kapazität in Deutschland wie z. B. kleine und mittlere Unternehmen (KMU; Definition für KMU der Europäischen Gemeinschaft).

Unternehmen der Großindustrie sowie Unternehmen, die zu mehr als 50 Prozent im Besitz von Großindustrie sind, können nur unter bestimmten Voraussetzungen gefördert werden.

Forschungseinrichtungen, die gemeinsam von Bund und Ländern grundfinanziert werden, kann nur unter bestimmten Voraussetzungen ergänzend zu ihrer Grundfinanzierung eine Projektförderung für ihren zusätzlichen Aufwand bewilligt werden.

Gefördert werden interdisziplinäre Forschungsverbünde, in denen theoretische, grundlagennahe und klinische Arbeitsgruppen aus universitären, außeruniversitären bzw. industriellen Forschungseinrichtungen gemeinsam an einer zentralen Forschungsfrage arbeiten. Die Beteiligung von Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft ist möglich.

Was wird gefördert?

Demonstratoren sind Pilotprojekte, die den direkten Nutzen und die Anwendbarkeit von Ergebnissen aus der Grundlagenforschung in der individualisierten Medizin belegen. Dabei sollen insbesondere systemorientierte medizinische Ansätze für die individualisierte Prävention, Diagnostik und Therapie menschlicher Erkrankungen zum Einsatz gelangen. Schwerpunkte sollen auf dem Verfügbarmachen von Daten, ihrer Analyse und Integration sowie auf dem iterativen Prozess von Modellierung und Anwendung liegen. Eine klinische Anwendungsperspektive mit Bezug zur individualisierten Medizin muss dabei gegeben sein.

Wie wird gefördert?

Zuwendungsfähig ist der vorhabenbedingte Mehraufwand, wie Personal-, Sach- und Reisemittel sowie in begründeten Ausnahmefällen projektbezogene Investitionen, die nicht der Grundausstattung des Antragstellers zuzurechnen sind. Die wesentliche Infrastruktur (wie z. B. Hochdurchsatztechnologien, Serverkapazitäten) sollte vorhanden sein. Kosten/Ausgaben im Zusammenhang mit der Erlangung und Validierung von Patenten und anderen gewerblichen Schutzrechten können grundsätzlich erstattet werden. Kooperationen mit thematisch verwandten FuE-Vorhaben im Ausland sind möglich, wenn die internationalen Partner über eine eigene nationale Förderung für ihre Projektanteile verfügen. Zusätzlich anfallende Mittel für wissenschaftliche Kommunikation, z. B. für die Durchführung von Workshops und Arbeitstreffen sind grundsätzlich zuwendungsfähig, wenn dadurch synergistische Effekte erwartet werden können. Der bestehende Bedarf und der wissenschaftliche Mehrwert sind zu begründen.

Bemessungsgrundlage für Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen und vergleichbare Institutionen sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben (bei Helmholtz-Zentren und der Fraunhofer-Gesellschaft – FhG – die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten), die individuell bis zu 100 Prozent gefördert werden können.

Aktueller Stand


Gefördert werden acht interdisziplinäre Forschungsverbünde, in denen theoretische, grundlagennahe und klinische Arbeitsgruppen aus universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie der Industrie gemeinsam an einer krankheitsbezogenen Fragestellung arbeiten. Mit Hilfe eines systemmedizinischen Forschungsansatzes werden unterschiedliche Krebsarten (Gliom, malignes Melanom, Brustkrebs, chronische myeloische Leukämie, malignes Lymphom, pankreatische neuroendokrine Tumoren) sowie Herzinsuffizienz und die Parkinson-Krankheit untersucht. Die Verbundprojekte arbeiten seit März 2015 und werden mit einem Fördervolumen von 18 Millionen Euro unterstützt.

Außerdem werden im Rahmen von e:Med zwölf Konsortien der Systemmedizin, neun Junior-Verbünde und acht Nachwuchsgruppen gefördert. Diese werden kontinuierlich durch das Angebot von spezifischen Summer Schools ergänzt. Mit dem Ziel der Bildung eines nationalen Netzwerks der Systemmedizin-Forschung wurde das e:Med-Projektkomitee gegründet. Hier treiben 16 Vertreter die interne übergreifende Koordination und effiziente interdisziplinäre Vernetzung der e:Med-Module I-III voran. Unterstützt wird das Projektkomitee dabei von der eingerichteten Geschäftsstelle.

 

Weitere Bekanntmachungen:

Forschungskonsortien in der Systemmedizin

Juniorverbünde in der Systemmedizin

Nachwuchsgruppen in der Systemmedizin

Interdisziplinäre Summer Schools in der Systemmedizin

Publikationen

Systembiologie – Die Netzwerke des Lebens verstehen
Download
2016 PDF 7,58 MB
Systemmedizin:
Neue Chancen in Forschung, Diagnose und Therapie
Download
2015 PDF 6,99 MB

Projektträger Jülich – erkennen. fördern. gestalten.


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