SONNE-Rundbrief 1/16 (Februar 2016)

Gutachtersitzung

Die 53. Sitzung der Gutachterrunde Meeresforschung mit FS SONNE fand am 8. und 9. Dezember 2015 statt. Es standen 19 Fahrtvorschläge zur Diskussion, von denen keiner zur Aufnahme in die Fahrtplanung empfohlen wurde. 13 Fahrtvorschläge wurden zur intensiven Überarbeitung zurückverwiesen und sechs Fahrtvorschläge wurden abgelehnt. Wiedervorlagen von Fahrtvorschlägen und Nebennutzeranfragen können direkt beim Projektträger Jülich (b.tanner@fz-juelich) zu den entsprechenden Terminen elektronisch eingereicht werden.

Portal deutsche Forschungsschiffe

Neue Fahrtvorschläge können bis zum 30. September 2015 über das Portal deutsche Forschungsschiffe elektronisch eingereicht werden. Alle dort eingehenden Fahrtvorschläge werden gemeinsam mit der Senatskommission Ozeanographie und der Steuergruppe "Mittelgroße Forschungsschiffe" gesichtet und gegebenenfalls auf andere Schiffe verteilt. Die Vorschläge müssen in englischer Sprache mit einer deutschen Zusammenfassung eingereicht werden. Der Finanzteil mit den dazugehörigen Erläuterungen ist in deutscher Sprache vorzulegen. Die entsprechenden Richtlinien sind auf dem Portal veröffentlicht, das ab Frühjahr 2015 wieder für neue Fahrtvorschläge geöffnet sein wird.

Fahrtplan und geplante Arbeitsgebiete in den nächsten zwei bis drei Jahren

Der aktuelle Fahrtplan für die neue SONNE ist bis August 2017 festgelegt. Danach ist eine Werftzeit geplant. In Abhängigkeit des Werftaufenthaltes werden die weiteren Arbeitsgebiete im nächsten SONNE-Rundbrief ausgeschrieben. Auf absehbare Zeit werden keine Fahrten in vietnamesischen und indonesischen Gewässern durchgeführt werden, da in der Vergangenheit Schwierigkeiten bei der Beantragung der Forschungsgenehmigungen für diese Gebiete aufgetreten sind bzw. keine Genehmigungen erteilt wurden.

Zukünftige Forschungsaktivitäten

Allgemeine Ausführungen

Wie bisher können Fahrtvorschläge für das neue FS SONNE das gesamte wissenschaftliche Spektrum der Meeresforschung abdecken. Anträge auf Schiffszeit für DFG-finanzierte Vorhaben sind über die Senatskommission für Ozeanographie einzureichen. Die Entscheidung, welches Forschungsschiff zur Verfügung gestellt werden kann, erfolgt in gemeinsamer Beratung zwischen Leitstelle und Projektträger. Auf dem neuen FS SONNE stehen pro Jahr 364 Schiffstage zur Verfügung. Da die Zahl der positiv bewerteten Anträge nach wie vor hoch und deren Umsetzung zudem teilweise an bestimmte Jahreszeiten gebunden ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass Engpässe auftreten und nicht alle positiv bewerteten Fahrtvorschläge zeitnah in die Fahrtplanung aufgenommen werden können. In diesen Fällen wird in Abhängigkeit von der Haushaltssituation des Bundes geprüft, ob die geplanten Untersuchungen mit anderen deutschen Forschungsschiffen oder im Rahmen des OFEG-Abkommens mit ausländischen Schiffen durchgeführt werden können. Wurde ein Fahrtvorschlag zur Aufnahme in die Fahrtplanung empfohlen und besteht innerhalb der nächsten drei Jahre keine Möglichkeit die Fahrt durchzuführen, kann der Fahrtvorschlag vom Projektträger "aus technischen Gründen" als nicht durchführbar abgelehnt werden. Ein weiterer Grund, Fahrten nicht durchzuführen, ist die allgemeine Sicherheitslage (z. B. Gefährdung durch Piraten) in bestimmten Gebieten.

Hinweise zum neuen Forschungsschiff

Auf der neuen SONNE sind bis zu 40 Wissenschaftlerplätze vorhanden. Die Standzeit beträgt 52 Tage. Es stehen momentan keine bordeigenen mobilen wissenschaftlichen Geräte (Greifer, OFOS usw.) zur Verfügung. Die Details zum Schiff und der dort vorhandenen Technik können auf den Webseiten der "Leitstelle Deutsche Forschungsschiffe" nachgelesen werden.

Hinweise der Gutachterrunde

Die SONNE-Gutachterrunde regt an, dass sich größere fachübergreifende Gruppen zusammenfinden, die ihre künftigen Arbeiten thematisch und/oder regional koordinieren, um Arbeitspakete für bestimmte Regionen zu schnüren und so die Schiffszeit effektiver nutzen zu können. Wir bitten Sie, diesen Hinweis bei ihren Planungen zu berücksichtigen und sich nach Möglichkeit mit Kollegen abzustimmen.

Hinweise zum Verfassen von Fahrtvorschlägen

Der aktuelle Leitfaden zum Einreichen von Fahrtvorschlägen ist auf dem Portal Deutsche Forschungsschiffe veröffentlicht. Der Leitfaden ist verbindlich. Fahrtvorschläge, die formal nicht den Anforderungen entsprechen, werden nicht zur Begutachtung weitergeleitet. In überarbeiteten Fahrtvorschlägen müssen die redaktionellen und inhaltlichen Änderungen kenntlich gemacht werden. Die aktive wissenschaftliche Einbindung regionaler Kooperationspartner wird durch das BMBF ausdrücklich begrüßt. Sollte es sich um einen "Presite Survey" für das IODP bzw. um eine Fahrt in Zusammenhang mit einem EU-Projekt handeln, ist der entsprechende Antrag beizulegen. Bis auf IODP Presite Surveys können außer der reinen Schiffszeit keine weiteren Mittel zur Durchführung der wissenschaftlichen Arbeiten an Bord oder zur wissenschaftlichen Auswertung beim BMBF eingeworben werden.

Hinweise für Nebennutzer und kleinere Forschergruppen

Aufgrund der Anzahl der auf dem neuen Schiff zur Verfügung stehenden Plätze wird zur besseren Auslastung angeregt, dass sich verstärkt Nebennutzer (zwei bis drei Teilnehmer) und kleine Arbeitsgruppen (bis zu sechs Teilnehmer) um Schiffszeit (drei bis fünf Arbeitstage) auf dem FS SONNE bewerben. Folgendes ist dabei zu beachten: Voraussetzung für eine Nebennutzung bzw. die Nutzung durch kleine Arbeitsgruppen ist ein eigenständiges begutachtungsfähiges, wissenschaftliches Arbeitsprogramm. Anträge auf Nebennutzung können generell für bereits in der Fahrtplanung befindliche Fahrten mit einer Vorlaufzeit von mindestens einem Jahr gestellt werden. Darüber hinaus besteht aber auch die Möglichkeit, Anträge von Nebennutzern oder kleinen Arbeitsgruppen unabhängig von der Fahrtplanung einzureichen. Es müssen in diesem Falle aber unbedingt detaillierte Informationen zum geplanten Arbeitsgebiet sowie ein ausführlicher Arbeitsplan (auch für die Auswertung) enthalten sein. Der Projektträger wird dann versuchen, die Arbeiten an entsprechende Fahrtvorschläge anzugliedern.

Informationen zum Schiff

Das FS SONNE ist unter folgenden Nummern zu erreichen:

Tel.: 00870 773238117
Fax: 00870 783254746

Aktuelle Informationen zur technischen Ausrüstung des Schiffs sowie das aktuelle Handbuch sind ausschließlich über die "Leitstelle Deutsche Forschungsschiffe" zu beziehen:

Leitstelle Deutsche Forschungsschiffe
Institut für Meereskunde
Bundesstr. 53
20146 Hamburg
Tel.: 040 42838-3640
Fax:  040 42838-4644
E-Mail: leitstelle@ifm.uni-hamburg.de

Datenerfassung

Bereits bei der Projektplanung ist der Aufwand für eine qualitätsgerechte Datenerhebung und -bearbeitung sowie der Archivierung begutachtungsfähig auszuweisen.

Bathymetrische Daten

Die Erfassung und Dokumentation der zu jedem bathymetrischen Datensatz gehörigen Metainformationen hat zum frühestmöglichen Zeitpunkt entsprechend den GEBCO-Richtlinien zu erfolgen. In Absprache mit dem BSH, das die Bathymetrische Datenbank unterhält, wurden Vorlagen (Anlage 3) für die Erfassung der Metainformationen entwickelt, die ausgefüllt zusammen mit den Daten an das BSH zu senden sind. Eventuelle Fragen diesbezüglich richten Sie bitte an:

Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie
Sachgebiet N11
Neptunallee 5
18057 Rostock

Ansprechpartner:
Dr. Volkmar Leimer
Tel.: 0381 4563 604
Fax: 0381 4563 948

Stations- und Profillisten

Die vollständigen Stations- und Profillisten der SONNE-Forschungsfahrten sowie die erhobenen Daten werden der Stiftung Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung zur Aufnahme in die PANGAEA-Datenbank übergeben und sind dort allgemein zugänglich.

Stiftung Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung
Columbusstraße
27568 Bremerhaven

Ansprechpartner:
Dr. Hannes Grobe
Tel.: 0471 4831 1220
Fax: 0471 4831 1923

Beantragung der Forschungsgenehmigung

Die Beantragung der Forschungsgenehmigung erfolgt über die "Leitstelle Deutsche Forschungsschiffe" in Hamburg.

Weitere Informationen

Ocean Facilities Exchange Group (OFEG)

In dem seit 1996 bestehenden Abkommen zur gemeinsamen Nutzung von Forschungsschiffen und anderer großer mariner Infrastruktur auf Barter-Basis koordinieren Deutschland, England, Frankreich, die Niederlande, Spanien und Norwegen den Einsatz ihrer Infrastrukturen. Der Austausch von Schiffseinsatzzeiten innerhalb der Gruppe hat im letzten Jahrzehnt stetig zugenommen. Aufgrund der unterschiedlichen Organisation in den Partnerländern und unterschiedlichen Ausrüstung der Schiffe besteht für die ausländischen Partner beim Einsatz des FS SONNE die Möglichkeit, zusätzliche für ihre Forschung notwendige Geräte dazu zu chartern. Nähere Informationen zur Gruppe, den einbezogenen Forschungsinfrastrukturen und den Regularien finden Sie auf den Webseiten der OFEG. Deutscher Ansprechpartner ist Dr. K. Lackschewitz (klackschewitz@ geomar.de) beim GEOMAR in Kiel.

Anlagen:

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