r4 – Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Forschung zur Bereitstellung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe

eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Wegen technischer Probleme wird die Frist zur Einreichung von r4-Projektskizzen (2. Stichtag) bis Dienstag, den 03.02.2015 (13:00 Uhr) verlängert.

Die Förderrichtlinie „r4 - Innovative Technologien für Ressourceneffizienz - Forschung zur Bereitstellung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe“ ist eine Konkretisierung der Hightech-Strategie 2020 der Bundesregierung im Bedarfsfeld Klima/Energie. Sie ist eingebettet in das BMBF-Programm „Wirtschaftsstrategische Rohstoffe für den Hightech-Standort Deutschland“, das im Oktober 2012 veröffentlicht wurde und ist Teil des Rahmenprogramms „Forschung für nachhaltige Entwicklungen (FONA)“.

Gefördert werden Verbundprojekte zwischen Industrie und Wissenschaft mit dem Ziel, die Forschung, Entwicklung und Innovation entlang der Wertschöpfungskette nichtenergetischer mineralischer Rohstoffe auszubauen. Die Fördermaßnahme r4 fokussiert auf wirtschaftsstrategische Rohstoffe, z. B. Platingruppenmetalle, Stahlveredler, Hochtechnologiemetalle und Seltene Erden, die sich durch eine signifikante Bedeutung für Zukunftstechnologien und ein hohes Rohstoffversorgungsrisiko für die Wirtschaft auszeichnen.

Die deutsche Hightech-Industrie ist auf einen gesicherten Zugang zu wirtschaftsstrategischen Rohstoffen angewiesen, z. B. für den Automobilbau und die Energiewende. Der Bedarf der Industrie an einzelnen wirtschaftsstrategischen Rohstoffen steigt rasant. Gleichzeitig bestehen erhebliche Versorgungsrisiken für einige Elemente, deren Verfügbarkeit nicht gesichert ist, u. a. durch Rohstoffmonopole im Ausland oder das Fehlen effizienter Recyclingsysteme. Deshalb muss auch die Forschung zur Angebotserhöhung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe verstärkt werden – sowohl auf der Primärrohstoffseite als auch auf der Sekundärrohstoffseite. Hier besteht dringender Forschungsbedarf im Bereich Exploration und Gewinnung von Primärrohstoffen sowie Aufarbeitung und metallurgischer Prozesstechnik von Aufbereitungs- und Produktionsrückständen. Signifikante Mengen an wirtschaftsstrategischen Rohstoffen, insbesondere Metallen, verbleiben häufig in Aufbereitungsabgängen, Schlacken und Rückständen, für deren Gewinnung zurzeit nur eine eingeschränkte Infrastruktur zur Verfügung steht. Viele der wirtschaftsstrategischen Rohstoffe können nur als Nebenprodukt bei der Verarbeitung von Massenmetallen wie Kupfer, Blei oder Zink gewonnen werden. Die hierzu verfügbaren Technologien sind derzeit in der Regel noch ineffizient und wenig wirtschaftlich.

Als flankierende Maßnahme soll die Akzeptanzforschung zur Rohstoffgewinnung unterstützt werden.

Aktuelle Hinweise zum 2. Stichtag

1)   Internationale Zusammenarbeit

Auf Basis dieser Bekanntmachung können deutsche Beiträge innerhalb transnationaler ERA-MIN-Verbünde gefördert werden. Die Förderung der ausländischen Partner erfolgt durch die beteiligten nationalen Förderorganisationen gemäß der 3. Ausschreibung des ERA-Nets ERA-MIN „Sustainable Supply of Raw Materials in Europe“. Weitere Informationen zu dieser Ausschreibung finden sich auf der Webseite des ERA-Nets ERA-MIN http://www.era-min-eu.org/, die dort regelmäßig aktualisiert werden. Den Ausschreibungstext sowie die spezifischen Förderbedingungen des BMBF finden Sie unter „Vorlagen und Informationen zum Download. Die Förderung setzt eine fristgerechte Einreichung des deutschen Antragsteils zum 30. Januar 2015 voraus. Anschließend müssen weitere Dokumente gemäß der Vorgaben der ERA-MIN-Ausschreibung eingereicht werden.

Deutschen Antragstellern wird daher dringend geraten, sich bereits vorab an den zuständigen Ansprechpartner des Projektträgers Jülich, Dr.-Ing. Holger Grünewald (030 20199-3183, h.gruenewald@fz-juelich.de), zu wenden.

Grundsätzlich ist die Beteiligung von internationalen Partnern in Verbundprojekten zu den genannten Themen auch außerhalb der Ausschreibung des ERA-Nets möglich, sofern die Finanzierung im Partnerland erfolgt. Prioritäre Zielländer der Bekanntmachung sind: Staaten der EU, Australien, Kanada, Südafrika, Brasilien, Chile, USA, Japan, Ukraine und Russland.

2)   Zur Förderung vorgesehene Projektideen (1. Stichtag)

Bitte grenzen Sie Ihre Vorschläge in dieser Runde (2. Stichtag) von den bereits zur Förderung vorgesehenen Anträgen des 1. Stichtags ab. Im Zweifelsfall kontaktieren Sie bitte die genannten Ansprechpartner beim Projektträger Jülich.
 

Gewinnung von Primärrohstoffen

Entwicklung von umweltverträglichen technischen Konzepten zur wirtschaftlichen Nutzung von komplexen Erzen bekannter Lagerstätten

  • Entwicklung eines untertägigen 4D-Positionierungs-, Navigations- und Mapping Systems
  • Seltene-Erden-Metallurgie am Beispiel von Ionenabsorptionstonen
  • Entwicklung von Aufbereitungstechnologien für feinkörnige In/W/Sn-Komplexerze

Entwicklung von Konzepten zur Exploration von Primärrohstoffen

  • Ressourcenpotentialabschätzung für Erzlagerstätten in Deutschland (Erzgebirge, Harz, Rheinisches Schiefergebirge, Schwarzwald) und angrenzenden Regionen (Österreich, Polen)
  • Entwicklung von Explorationsverfahren basierend auf elektromagnetischen und hyperspektralen Methoden
  • Entwicklung neuartiger chemischer Extraktionsverfahren für Lanthanoide und Actinoide

Gewinnung von Sekundärrohstoffen

Mobilisierung von Aufbereitungs- und Produktionsrückständen

  • Gewinnung von Sekundärrohstoffen (In, Ga, Mo, Co, Re, Sb, Ge, Mg, Nb, Ta, W) aus bergbaulichen Aufbereitungsrückständen, Stäuben sowie Flugaschen der Müllverbrennung
  • Rückgewinnung von Seltenerdelementen und Platingruppenmetallen aus Katalysatoren, Katalysatorenschlacken und optischen Gläsern
  • Recyclingtechnologien zur Gewinnung von Sekundärgraphit

Kreislaufführung von Altprodukten (end-of-life)

  • Recycling von NdFeB-Magneten
  • Recycling von Elektrolyseelektroden
  • Rückgewinnung von In, Ga, Sb, Ti, Ge, Ta und SE aus Elektroaltgeräten

Steigerung der Akzeptanz für die Rohstoffgewinnung

  • Bewertung von Nachhaltigkeitsaspekten und Akzeptanzfragen bei der Gewinnung von primären und sekundären Rohstoffen

 

3)   Zum 2. Stichtag sind folgende Themenbereiche von der Förderung ausgenommen:

  • Nachwuchsgruppen
  • Strukturbildende Maßnahmen/Netzwerk
  • Integration und Transfer 

Vorlagen und Informationen zum Download

Ansprechpartner/in

Termine

  • r4-Auftaktveranstaltung Clausthal-Zellerfeld (10.06.2015) Terminankündigung: 10.-11. Juni 2015. Details zur Veranstaltung werden hier bekanntgegeben.

Weiterführende Links

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