Bürgerschaftliches Engagement „Qualifizierung des bürgerschaftlichen Engagements“

eine Initiative des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

Das Programm „Qualifizierung des bürgerschaftlichen Engagements“ des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MULNV NRW) unterstützt ehrenamtlich tätige Initiativen, Vereine und Privatpersonen bei der Professionalisierung ihrer Projektideen. Engagierten Bürgerinnen und Bürgern wird in diesem Programm eine Beratung durch Fachexpertinnen und Fachexperten angeboten, um so die Umsetzung ihrer Ideen zu unterstützen und voranzubringen. Der dritte Programmaufruf unter dem Titel „Wir bewegen was! – engagiert in NRW“ knüpft an erfolgreiche Beratungsleistungen der letzten Jahre an und ist ein Beitrag zur Umsetzung der Engagementstrategie des Landes Nordrhein-Westfalen. Mit dieser Strategie will das Land dafür Sorge tragen, möglichst viele Menschen weiterhin für das Ehrenamt zu gewinnen und in einem partizipativen Prozess gute Rahmenbedingungen zu festigen.

Über den Programmaufruf haben sich insgesamt 25 Initiativen beworben, von denen nun 16 Projektideen professionell durch die Beratungsagentur startklar a+b GmbH beraten werden. Startklar a+b GmbH ist Spezialist u.a. für die strategische Projektentwicklung an der Schnittstelle von Stadterneuerung, Stadt- und Regionalentwicklung und neuen Partnerschaften von Bürgergesellschaft und Kommunen. Die thematische Bandbreite der ausgewählten Projekte ist sehr umfangreich und reicht von ländlichen und urbanen Ansätzen, über Natur- und Verbraucherschutz sowie umweltbezogene Transformationsprojekte bis hin zur Dorferneuerung.

Die 16 ausgewählten Projekte sind:

  1. Essbare Stadt Köln (Ernährungsrat Köln und Umgebung e.V.)
    Die Essbare Stadt Köln möchte die Menschen dazu motivieren, eigene Lebensmittel anzubauen, sich vor Ort zu engagieren, rund um das gemeinsame Gärtnern neue Menschen kennenzulernen und Teil einer neuen Gemeinschaft zu werden. Zudem wird die eigene Stadt mitgestaltest – ganz konkret beim Gärtnern, aber auch politisch und stadtplanerisch.
    Weitere Informationen: www.essbare-stadt.koeln

  2. Ernährungsrat Essen e.V.
    Der Ernährungsrat Essen engagiert sich seit 2019 für ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Ernährungssystem. Aus diesem Vorhaben sind bereits die drei Projekte „Zukunftsküche Essen“, „Essbare Stadt“ sowie die „Entwicklung einer Ernährungsstrategie“ entstanden, welche nun weitere strukturiert werden sollen.
    Weitere Informationen: www.ernaehrungsrat-essen.de

  3. Initiative „Schwerte pflanzt"
    Die Initiative „Schwerte pflanzt" hat sich 2018 zusammengefunden und möchte die gemeinschaftliche Nutzung von städtischen Flächen wiederaufleben lassen sowie den Aufbau von Gemeinschaftsgärten und -beeten, auch als Ort der Begegnung, vorantreiben. Insgesamt sollen viele kleine Projekte angestoßen werden, um Menschen zur Nachahmung zu motivieren

  4. „EssBo!" Die Essbare Stadt Bochum
    Mit „EssBO!" sollen Gemeinschaftsgärten und Nachbarschaftsprojekte für mehr Partizipation und städtische Produktion sorgen. Durch den Erhalt und Ausbau von Grünflächen, Blühstreifen und Hochbeeten soll der Flächenversiegelung entgegengewirkt und die Biodiversität gesichert werden.
    Weitere Informationen: https://ernaehrungsrat-bochum.de/essbare-stadt

  5. Food-Hub Aachen – Ernährungsrat Aachen & Region (Ernährungsrat Aachen & Region)
    Der Ernährungsrat Aachen möchte die Herstellung, Verarbeitung und Vermarktung von guten, sauberen und fair produzierten Lebensmitteln unterstützen. Mit einem Food Hub soll durch die Vernetzung aller relevanten Akteurinnen und Akteure die Regionalisierung des Lebensmittelsystems vorangetrieben werden.

  6. Aufbau einer Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) in Schwerte (SoLaWi Eigenkraut e.V.)
    Das Projekt soll durch den Aufbau von naturnah angebauten Gemüsesorten einen Beitrag zur gesunden Ernährung und zum Verbraucherschutz in der Region Schwerte leisten. Dabei sollen Menschen für die globalen Auswirkungen der auf Monokultur ausgerichteten Landwirtschaft sensibilisiert werden.
    Weitere Informationen: www.solawi-eigenkraut.de

  7. Gartenlabore Köln – Neue Formen des urbanen Gärtnerns in der Großstadt (Kreisverband Kölner Gartenfreund e.V.)
    Die Gartenlabore befassen sich mit der Einbindung von Nutzgartenflächen in das Freiflächensystem und in den Biotopverbund. Bewohnerinnen und Bewohner können in unterschiedlichen Gartenmodulen Lebensmittel anbauen, wodurch wiederum das soziale Miteinander gestärkt und im Hinblick auf gesunde Ernährung informiert werden soll.
    Weitere Informationen: www.kgv-koeln.de/dokumente/#gartenlabore

  8. Bonan vivon – Der Ort für ein nachhaltiges Leben
    Die Initiative möchte auf einem ehemaligen Kleingartengelände in Düsseldorf-Wersten, welches von den Eigentümerinnen und Eigentümern gemeinwohlorientiert zur Verfügung gestellt wird, ein Experimentierfeld für eine nachhaltige Lebensweise schaffen. Dabei soll es sowohl um die theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit und den globalen Zusammenhängen als auch um das praktische Ausprobieren von lokalen Lösungsmöglichkeiten gehen.

  9. Umwelt trifft Geschichte – Partnerinnen in der Sache (Günnemann-Kotten e.V.)
    Das Projekt unterstützt die Wiederherstellung und Nutzbarmachung der 350 Jahre alten Hofstelle „Günnemann-Kotten“ in Witten-Rüdinghausen. Neben der Sanierung und Nutzung der Hofstelle als lokales Geschichtsobjekt, soll eine Einrichtung und Nutzbarmachung der Wirtschaftsflächen mit Bauern-/Nutzgarten, Kleintierstallungen und Obstgehölzen erfolgen.
    Weitere Informationen: http://guennemann-kotten.de/index.html

  10. Rheinwiesen-Farm – BNE für Kinder und Schüler (Förderverein Rheinwiesen-Farm Monheim-Baumberg e.V.)
    Die Rheinwiesen-Farm möchte Natur- und Umweltbildungsaktionen für eine junge Zielgruppe anbieten. Auf der großen Wiesenfläche befinden sich vielfältige Naturerlebnisräume, mit Hilfe derer der Verein aktiven Biotopschutz für bedrohte Pflanzen und Tiere vermitteln und so einen sichtbaren Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten möchte.
    Weitere Informationen: www.rheinwiesen-farm-monheim.de

  11. BNE – Wald- und Umweltpädagogik UBZ Gut Leidenhausen (Umweltbildungszentrum Heideportal Gut Leidenhausen e.V. / Schutzgemeinschaft dt. Wald Köln e.V.)
    Gut Leidenhausen ist seit 2019 Umweltbildungszentrum der Stadt Köln. Dort sind unterschiedliche naturschutzorientierte Vereine angesiedelt. Ziel des Projekts ist es, die unterschiedlichen Angebote durch Erarbeitung eines gemeinsamen wald- und umweltpädagogischen Leitbildes weiterzuentwickeln und diese an den Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung auszurichten.
    Weitere Infos: www.gut-leidenhausen.de und www.sdw-nrw-koeln.de

  12. Märchenwald
    Das Projekt Märchenwald bemüht sich zunächst um die Renaturierung der ca. 100 ha Kahlschlagflächen rund um den Märchenwald in Marienheide und um die Ansiedelung einer Alpakaherde. Gemeinsam mit engagierten Menschen und den zuständigen Behörden sollen anschließend umfangreiche Konzepte und Bildungsangebote für eine nachhaltige Nutzung des ehemaligen Wirtschaftswaldes erarbeitet werden.

  13. Nutzungsänderung und nachhaltige Etablierung des Dorfgemeinschaftshauses Alte Schule Wanlo (Dorf Campus Wanlo e.V.)
    Als Ziel verfolgt der Verein die Stabilisierung und nachhaltige Entwicklung des Dorfes Wanlo vor dem Hintergrund der Unsicherheit im Umfeld des Braunkohletagebaus Garzweiler II. Das Projekt soll als positives Signal den gesellschaftlichen und städtebaulichen Rückschlägen begegnen und modellhaft sein für den Strukturwandel, der sich für die Tagebaufolgelandschaften im Rheinischen Braunkohlerevier vollzieht.

  14. Hof Schmetkamp – Lernort für Natur- und Klimaschutz (Naturfördergesellschaft Sendenhorst e.V.)
    Auf dem Gelände des ehemals landwirtschaftlich genutzten Hofes Schmetkamp, plant die Naturfördergesellschaft Sendenhorst e.V. einen Raum zur Umwelt- und Klimabildung. Entstehen sollen vielfältige Lernsituationen, die gemeinsam oder individuell, sozial-, umwelt- und klimagerechtes Handeln ermöglichen.
    Weitere Informationen: https://nfg-sendenhorst.de

  15. Aktivierung des Zukunftsensembles Schloss Türnich in der BNE-Raumkulisse Erftaue (Kultur- und Naturstiftung Schloss Türnich e.V. / Freundes- und Förderkreis Schloss Türnich e.V.)
    Ziel des Projekts ist es, einen Modellraum und Inspirationsort für Nachhaltigkeit rund um das Ensemble Schloss Türnich zu schaffen. Die Erftaue soll als beispielhaftes Impulsprojekt für das Thema ökologische Nachhaltigkeit im Strukturwandel des Rheinischen Reviers wirksam werden.
    Weitere Informationen: www.schloss-tuernich.de/home.html

  16. Landschaft schmeckt! Streuobstwiesen wertschöpfend pflegen und entwickeln (Natürlich Streuobst! e.V./ Biologische Station im Rhein-Sieg-Kreis e.V.)
    Durch das Vorhaben soll der Erhalt und die Entwicklung der Streuobstwiesen aus hochstämmigen Obstbäumen nachhaltig umgesetzt werden. Dabei soll auch das Wissen über die Kulturlandschaftsnutzung, die Artenvielfalt sowie die handwerkliche Verarbeitung der Produkte weitergegeben werden.
    Weitere Informationen: www.natuerlich-streuobst.de und www.biostation-rhein-sieg.de

 

Einreichungsfrist:Einreichungsfrist ( abgelaufen: 07. Oktober 2020 – 31. Januar 2021 )
Bekanntmachung

Informationen zur Förderung


Wer wird gefördert?

Der Wettbewerb richtet sich ausschließlich an ehrenamtlich tätige Einzelpersonen oder Initiativen mit Sitz in Nordrhein-Westfalen. Projektideen können eingereicht werden von:

  • Privatpersonen
  • Eingetragenen Vereinen ohne kommerzielle Ausrichtung (Gemeinnützigkeit)
  • Gruppierungen ohne Vereinsstatus
  • Gemeinwohlorientierten Unternehmen und kleinen Genossenschaften mit
    überwiegend ehrenamtlicher Ausrichtung

Was wird gefördert?

Gegenstand der Förderung sind kostenlose qualifizierte Beratungsleistungen durch eine spezialisierte Beratungsagentur. Gemeinsam mit den Expertinnen und Experten werden die individuellen Bedarfe zur Durchführung des Vorhabens der ehrenamtlich Tätigen analysiert und Lösungen sowie Umsetzungsstrategien erarbeitet und durchgeführt. Dies kann sich z.B. auf formale, juristische oder finanzielle Fragestellungen beziehen. Dabei reicht das Spektrum der Beratungen beispielsweise von der Unterstützung bei der Gründung eines Vereins bis hin zur Vorbereitung und Mithilfe bei der Beantragung von Fördergeldern in bestehenden Förderprogrammen.

Wie wird gefördert?

Die eingereichten Projektskizzen werden nach Ende der Einreichfrist rechtlich, fachlich und ggf. wirtschaftlich geprüft und bewertet. Hierfür müssen die Projektskizzen ein abschließendes Votum ermöglichen. Aufgrund der Erfüllung der Bewertungskriterien wählt das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen die Vorhaben aus, die durch eine kostenlose Beratungsleistung qualifiziert werden sollen. Projektideen können mit Start des Aufrufs fortlaufend eingereicht werden, sofern die Beratung noch in 2021 vollständig durchgeführt werden kann. Der Beratungsumfang soll in der Regel 20.000 EUR/brutto nicht überschreiten.

Es wird empfohlen, vor dem Erstellen der Projektskizze, mit den Ansprechpersonen des Projektträgers Jülich Kontakt aufzunehmen und sich zur Antragsstellung beraten zu lassen.

 

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