Europäische Joint Programming Initiative – Agriculture, Food Security and Climate Change

eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Bedeutende gesellschaftliche Herausforderungen im Kontext des Klimawandels, der Globalisierung, der Rohstoffverknappung sowie des demografischen Wandels haben globale Dimensionen und erfordern gemeinsame, länderübergreifende Lösungen. Hier greift die europäische Initiative des „Joint Programming“ ein, mit dem Ziel, den Europäischen Forschungsraum zu vernetzen, Forschungsprogramme auf nationaler und europäischer Ebene zu verknüpfen und eine gemeinsame Programmplanung zu betreiben. Im Dezember 2009 wurde durch den Europäischen Rat die erste Welle von Joint-Programming-Initiativen (JPI) beschlossen, zu denen auch die JPI „Agriculture, Food Security and Climate Change“ (FACCE-JPI) gehört.

FACCE SURPLUS

Im Rahmen des zweiten Handlungsfelds, „Nachhaltiges, umweltfreundliches Wachstum der Landwirtschaft unter Berücksichtigung aktueller und künftiger Klimaentwicklungen und Ressourcenverfügbarkeit“, wurde mit „FACCE SURPLUS“ eine staatenübergreifende Bekanntmachung von Richtlinien zur Förderung von Forschungsvorhaben gemäß dem ERA-Net-Cofund-Programm der Europäischen Kommission initiiert.

Einreichungsfrist:Einreichungsfrist ( abgelaufen: 05. Januar 2017 – 07. März 2017 )

Informationen zur Förderung


Wer wird gefördert?

Antragsberechtigt sind Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Landes- und Bundeseinrichtungen mit Forschungsaufgaben sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft in der Europäischen Union, darunter insbesondere auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU), sofern sie die Definition der Empfehlung der Europäischen Kommission erfüllen (Definition der Europäischen Kommission für KMU).

Sofern die Zuwendung nicht als Beihilfe zu qualifizieren ist, muss der Zuwendungsempfänger seinen Sitz in Deutschland haben. Sofern die Zuwendung als Beihilfe zu qualifizieren ist, kann verlangt werden, dass der Zuwendungsempfänger zum Zeitpunkt der Auszahlung der Zuwendung eine Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland hat.

Forschungseinrichtungen, die von Bund und/oder Ländern grundfinanziert werden, kann neben ihrer institutionellen Förderung nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Projektförderung für ihre zusätzlichen projektbedingten Ausgaben beziehungsweise Kosten bewilligt werden.

Was wird gefördert?

FACCE SURPLUS

Im Rahmen einer zweiten Bekanntmachung von „FACCE SURPLUS“ sollen Vorhaben zur Forschung für eine nachhaltige Intensivierung der ernährungs- und nicht-ernährungsbezogenen Biomasseproduktion und dezentrale Transformationssysteme gefördert werden, insbesondere Small-scale Biorefineries, die aus verschiedenen Rohstoffen vielfältige Produkte fertigen.  Neben Deutschland beteiligen sich Belgien, Estland, Finnland, Frankreich, Norwegen, Polen, Rumänien und die Niederlande an der Ausschreibung. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt durch den Projektträger Jülich (PtJ) eine Fördersumme von 2,25 Millionen Euro zur Verfügung.

Das übergeordnete Ziel des FACCE-JPI (www.faccejpi.com) ist es, Beiträge zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen in der Ernährungssicherung im Kontext des Klimawandels, der Globalisierung, der Verknappung natürlicher Rohstoffe sowie des demografischen Wandels zu leisten. Der Ansatz lautet: Forschungsbedarf identifizieren und umsetzen, um die wachsende Bevölkerung im Kontext des Klimawandels ernähren zu können.

FACCE verfügt über vier Gremien:

  • Das Governing Board ist das Entscheidungsgremium. Es besteht aus maximal zwei Vertretern pro teilnehmendem Staat: Das BMBF (vertreten durch Dr. Stefan Lampel) und das BMEL (Dr. Hartmut Stalb), repräsentieren Deutschland mit einer gemeinsamen Stimme. Den Chair übernimmt Niels Götke (DASTI, Dänemark).
  • Das Scientific Advisory Board ist das wissenschaftliche Beratungsgremium für FACCE. Daran ist Prof. Dr. Frank Ewert (Universität Bonn) beteiligt. Chairman ist Margaret Gill (University of Aberdeen, UK).
  • Das Stakeholder Advisory Board besteht aus 16 europäischen und internationalen Organisationen und berät FACCE im Hinblick auf Innovationsaspekte und gesellschaftliche Bedürfnisse.
  • Das JPI Secretariat besteht aus den an FACCE Evolve (CSA) beteiligten Organisationen: PtJ (D), BLE (D), INRA (F), BBSRC (UK), Luke (FI), MIPAAF (IT), INIA (ES), WUR (NL), IBA (RO).

Wie wird gefördert?

In der ersten Verfahrensstufe sind dem FACCE-JPI Call Office bis spätestens zum 07. März 2017 Ideenskizzen (Pre-proposals) zu übermitteln (Online-Formular). Diese Ideenskizzen werden formell geprüft und fachlich begutachtet. Auf Grundlage der Bewertungsergebnisse werden Konsortien eingeladen, eine Projektskizze in der zweiten Verfahrensstufe bis zum 17. Juli 2017 einzureichen. Details zu den Fördervoraussetzungen sind der Bekanntmachung zu entnehmen.

Die Zuwendungen können im Wege der Projektförderung als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt werden. Die Höhe der Zuwendung pro Vorhaben richtet sich im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel nach den Erfordernissen des beantragten Vorhabens.

Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten. Grundsätzlich wird eine angemessene Eigenbeteiligung von mindestens 50 Prozent der entstehenden zuwendungsfähigen Kosten vorausgesetzt. Die Bemessung der jeweiligen Förderquote muss die AGVO berücksichtigen. Die AGVO lässt für KMU differenzierte Aufschläge zu, die gegebenenfalls zu einer höheren Förderquote führen können.

Bemessungsgrundlage für Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen und vergleichbare Institutionen sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben (bei Helmholtz-Zentren – HZ – und der Fraunhofer-Gesellschaft – FhG – die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten), die individuell bis zu 100 Prozent gefördert werden können.

Bei Forschungsvorhaben an Hochschulen wird zusätzlich zu den zuwendungsfähigen Ausgaben eine Projektpauschale in Höhe von 20 Prozent gewährt.

Die Laufzeit der zu fördernden Projekte beträgt bis zu drei Jahre.

Aktueller Stand


  • Zurzeit nehmen 22 Staaten am JPI teil: Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Irland, Israel, Italien, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Spanien, Schweden, Schweiz, Türkei, Tschechien, Vereinigtes Köngreich und Zypern.
  • Im Rahmen vom „FACCE-ERA-Net+“ wurden 2014 elf transnationale Vorhaben zur Forschung für eine nachhaltige und an den Klimawandel angepasste Landwirtschaft zur Förderung empfohlen, darunter neun mit deutscher Beteiligung. Es wurden Fördergelder in Höhe von 2,6 Millionen Euro (inkl. 0,7 Millionen Euro EU-Mittel) vom BMBF bewilligt.
  • „MACSUR“ (www.macsur.eu) ist ein interdisziplinäres, europäisches Netzwerk, welches Forschergruppen aus 18 Mitgliedstaaten (Knowledge Hub) zum Thema „Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft“ vereint. Dieses Knowledge Hub hat im Juni 2012 seine Arbeit aufgenommen und befindet sich seit Juni 2015 in einer zweiten Phase („MACSUR2“).
  • Im Januar 2015 wurde mit „FACCE SURPLUS“ (www.faccesurplus.org) eine mit ca. 17 Millionen Euro ausgestattete transnationale Ausschreibung für Forschungsvorhaben gemäß dem ERA-Net-Cofund-Programm der Europäischen Kommission geschaffen. Von 67 eingereichten Ideenskizzen wurden 14 Konsortien für eine Förderung empfohlen, darunter elf mit deutscher Beteiligung. Es wurden Fördermittel in Höhe von 3,8 Millionen Euro vom BMBF bewilligt (inkl. 1,2 Millionen Euro EU-Mittel).
  • FACCE hat Ende 2015 seine Strategic Research Agenda aktualisiert und einen Implementation Plan 2016-2018 veröffentlicht. Daraus ergibt sich eine Reihe von gemeinsamen Aktivitäten, die FACCE in den nächsten zwei Jahren umsetzen will.
  • FACCE SURPLUS hat 2017 eine zweite Ausschreibung bekanntgegeben, um das Thema Small Scale Biorefineries zu adressieren.

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