Demonstratoren zur Individualisierten Medizin – e:Med

eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Die Systemmedizin setzt auf die gezielte Verknüpfung von Mathematik, Informatik und Lebenswissenschaften mit klinischen Disziplinen, um Erkenntnisse mit Relevanz für die medizinische Versorgung zu gewinnen. Ziel des Forschungs- und Förderkonzepts e:Med Maßnahmen zur Etablierung der Systemmedizin“ ist es, die systembiologische Grundlagenforschung mit der patientenorientierten klinischen Forschung strategisch zu verbinden, so dass individualisierte Therapien und Diagnosen entwickelt werden können. Das e:Med-Konzept widmet sich diesen Fragestellungen in verschiedenen Modulen. In Modul II „Demonstratoren zur Individualisierten Medizin“ soll durch die Unterstützung von Pilotprojekten der direkte Nutzen der systemmedizinischen Herangehensweise für klinische Anwendungen belegt werden. Der Fokus liegt dabei auf Anwendungsbereichen, für die ein systemorientierter Ansatz zur individualisierten Prävention, Diagnostik und Therapie menschlicher Erkrankungen erforderlich ist.

Einreichungsfrist:Einreichungsfrist ( abgelaufen: 02. Mai 2018 – 15. August 2018 )

Informationen zur Förderung


Wer wird gefördert?

Antragsberechtigt sind deutsche staatliche und nicht staatliche Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Einrichtungen der Gesundheitsversorgung sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit FuE-Kapazität in Deutschland wie z. B. kleine und mittlere Unternehmen (KMU; Definition für KMU der Europäischen Gemeinschaft).

Unternehmen der Großindustrie sowie Unternehmen, die zu mehr als 50 Prozent im Besitz von Großindustrie sind, können nur unter bestimmten Voraussetzungen gefördert werden.

Forschungseinrichtungen, die von Bund und/oder Ländern grundfinanziert werden, kann neben ihrer institutionellen Förderung nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Projektförderung für ihre zusätzlichen projektbedingten Ausgaben beziehungsweise Kosten bewilligt werden.

Gefördert werden interdisziplinäre, klinisch-getriebene Pilotprojekte mit bis zu sechs Verbundpartnern (Arbeitsgruppen). Diese sollen den direkten Nutzen und die Anwendbarkeit von systemmedizinischen Ergebnissen und entwickelten systemmedizinischen Modellen in der individualisierten Medizin belegen und mittelfristig eine Perspektive für einen möglichen Routineeinsatz der systemmedizinischen Forschung im klinischen Alltag demonstrieren können.

Was wird gefördert?

Demonstratoren sind Pilotprojekte, die den direkten Nutzen und die Anwendbarkeit von Ergebnissen aus der Grundlagenforschung in der individualisierten Medizin belegen. Dabei sollen insbesondere systemorientierte medizinische Ansätze für die individualisierte Prävention, Diagnostik und Therapie menschlicher Erkrankungen zum Einsatz gelangen. Schwerpunkte sollen auf dem Verfügbarmachen von Daten, ihrer Analyse und Integration sowie auf dem iterativen Prozess von Modellierung und Anwendung liegen. Eine klinische Anwendungsperspektive mit Bezug zur individualisierten Medizin muss dabei gegeben sein.

Wie wird gefördert?

Zuwendungsfähig ist der vorhabenbedingte Mehraufwand, wie Personal-, Sach- und Reisemittel sowie in begründeten Ausnahmefällen projektbezogene Investitionen, die nicht der Grundausstattung des Antragstellers zuzurechnen sind. Die wesentliche Infrastruktur (wie z. B. Hochdurchsatztechnologien, Serverkapazitäten) sollte vorhanden sein. Kosten/Ausgaben im Zusammenhang mit der Erlangung und Validierung von Patenten und anderen gewerblichen Schutzrechten können grundsätzlich erstattet werden. Kooperationen mit thematisch verwandten FuE-Vorhaben im Ausland sind möglich, wenn die internationalen Partner über eine eigene nationale Förderung für ihre Projektanteile verfügen. Zusätzlich anfallende Mittel für wissenschaftliche Kommunikation, z. B. für die Durchführung von Workshops und Arbeitstreffen sind grundsätzlich zuwendungsfähig, wenn dadurch synergistische Effekte erwartet werden können. Der bestehende Bedarf und der wissenschaftliche Mehrwert sind zu begründen.

Bemessungsgrundlage für Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen und vergleichbare Institutionen sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben (bei Helmholtz-Zentren und der Fraunhofer-Gesellschaft – FhG – die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten), die individuell bis zu 100 Prozent gefördert werden können.

Aktueller Stand


Im Rahmen der ersten Bekanntmachung vom 15. April 2013 zu Modul II „Demonstratoren zur Individualisierten Medizin“ des Forschungs- und Förderkonzepts e:Med Maßnahmen zur Etablierung der Systemmedizin“ werden bislang acht interdisziplinäre Forschungsverbünde gefördert. In diesen Verbünden arbeiten theoretische, grundlagennahe und klinische Arbeitsgruppen aus universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie der Industrie gemeinsam an krankheitsbezogenen Fragestellungen. Im Einzelnen werden mit Hilfe eines systemmedizinischen Forschungsansatzes unterschiedliche Krebsarten – Gliom, malignes Melanom, Brustkrebs, chronische myeloische Leukämie, malignes Lymphom, pankreatische neuroendokrine Tumoren – sowie Herzinsuffizienz und die Parkinson-Krankheit untersucht. Die Verbundprojekte, die mit einem Fördervolumen von 21 Millionen Euro unterstützt werden, sind im März 2015 gestartet und werden (nach einer Verlängerung der Projektlaufzeit) ihre Arbeiten voraussichtlich bis Ende 2018 abgeschlossen haben.

Außerdem wurden seit 2013 im Rahmen von weiteren e:Med-Bekanntmachungen zu Modul I und zu Modul III bislang zwölf Konsortien der Systemmedizin, neun Junior-Verbünde und acht Nachwuchsgruppen gefördert. Diese werden kontinuierlich durch das Angebot von spezifischen Summer Schools ergänzt.

Mit dem Ziel der Bildung eines nationalen Netzwerks der Systemmedizin-Forschung wurde das e:Med-Projektkomitee gegründet. Hier treiben 16 Vertreter die interne übergreifende Koordination und effiziente interdisziplinäre Vernetzung der e:Med-Module I bis III voran. Unterstützt wird das Projektkomitee dabei von der eingerichteten Geschäftsstelle.

 

Bisherige e:Med-Bekanntmachungen von 2012 bis 2018:

Forschungskonsortien in der Systemmedizin – 2012

Juniorverbünde in der Systemmedizin – 2013

Nachwuchsgruppen in der Systemmedizin – 2014

Interdisziplinäre Summer Schools in der Systemmedizin – 2014

Interdisziplinäre Summer Schools in der Systemmedizin –2016

Interdisziplinäre Summer Schools in der Systemmedizin – 2017/2018

Juniorverbünde in der Systemmedizin – 2018

Systemmedizinische Forschungsverbünde – 2018

Publikationen

Systembiologie – Die Netzwerke des Lebens verstehen
Download
2016 PDF 7,58 MB
Systemmedizin:
Neue Chancen in Forschung, Diagnose und Therapie
Download
2015 PDF 6,99 MB

Projektträger Jülich – erkennen. fördern. gestalten.


Der Projektträger Jülich arbeitet im Auftrag von:
Der Projektträger Jülich in Zahlen im Jahr 2017
1.092
Mitarbeiter/innen
20.595
Laufende Vorhaben
1.614
Fördervolumen in Mio. Euro
4
Geschäftsstellen