Wissen schafft Perspektiven für die Region

eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Der Ideenwettbewerb „Wissen schafft Perspektiven für die Region!“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesforschungsministeriums und der Länder Sachen und Sachsen-Anhalt mit dem Ziel, in einem themenoffenen Wettbewerbsverfahren die besten Konzepte für die Gründung zweier neuer Großforschungszentren auszuwählen und zu entwickeln. Der Hintergrund des Ideenwettbewerbs liegt in dem „Strukturstärkungsgesetz Kohleregion“ (StStG), welches als Strukturhilfemaßnahme für die durch den Kohleausstieg betroffenen Reviere und Standorte in Kraft getreten ist. Um neue Perspektiven für die Kohleregionen zu schaffen, sieht das StStG daher u.a. die „Gründung je eines neuen institutionell geförderten Großforschungszentrums nach Helmholtz oder vergleichbaren Bedingungen in der sächsischen Lausitz und im mitteldeutschen Revier auf Grundlage eines Wettbewerbsverfahrens“ vor.

Durch die Neugründung der beiden Großforschungszentren soll der Wissenschafts- und Innovationsstandort Deutschland gestärkt werden und zur Entwicklung der sächsischen Lausitz und des mitteldeutschen Reviers hin zu attraktiven Zukunftsregionen beitragen. Diese zwei neuen Großforschungszentren sollen internationale Stahlkraft entfalten und herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt anziehen, welche mit exzellenter Forschung an der Lösung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen mitwirken. Zudem sollen die neuen Forschungseinrichtungen als rechtlich selbstständige Einrichtungen fungieren. Darüber hinaus soll durch die Gründung der Großforschungszentren der Strukturwandel in der sächsischen Lausitz und im mitteldeutschen Revier zukunftsgerichtet gestaltet werden und insbesondere das wirtschaftliche Wachstum sowie die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen gefördert werden. Der Fokus der neuen Forschungszentren soll daher in besonderem Maße auf dem Transfer und der Förderung des Innovationsgeschehens in der Region, in Deutschland und in Europa liegen. Dabei sollen neue zukunftsgerichtete Modelle der strukturellen Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft umgesetzt werden.

Der Wettbewerb adressiert erstklassige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und soll dazu dienen, die thematische Ausrichtung und den genauen Standort der neuen Großforschungszentren festzulegen. In Abhängigkeit vom wissenschaftlichen Erfolg der neuen Einrichtungen wird mittelfristig eine jährliche institutionelle Förderung von jeweils bis zu 170 Millionen Euro im Rahmen des StStG angestrebt.

Die Bekanntgabe der ausgewählten Skizzen, die in einer Konzeptionsphase gefördert werden sollen, ist für Sommer 2021 geplant.

Die Einreichungsfrist für die Abgabe der Konzeptskizzen war am 30. April 2021.

Einreichungsfrist:Einreichungsfrist der Konzeptskizzen für "Wissen schafft Perspektiven für die Region!" ( abgelaufen: 24. November 2020 – 30. April 2021 )

Informationen zur Förderung


Wer wird gefördert?

Der Ideenwettbewerb richtet sich an herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im In‑ und Ausland, die eine innovative Idee für ein neues Großforschungszentrum haben und bereit sind, diese Idee zu einem tragfähigen Konzept weiterzuentwickeln und vor Ort umzusetzen. Eine bereits bestehende Verbindung zwischen den Antragstellerinnen und Antragstellern und dem Ort, an dem eine Ansiedlung geplant ist, ist keine Teilnahmevoraussetzung.

Interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler waren aufgerufen, ihre Ideen in Form einer Konzeptskizze bis zum 30.04.2021 einzureichen.

Was wird gefördert?

Das BMBF fördert zunächst etwa sechs eingegangene Konzeptskizzen in einer sechsmonatigen Konzeptionsphase um die Konzeptideen zu begutachtungsfähigen Konzepten auszuarbeiten (Förderphase I − Konzeptionsphase). Diese Phase dient u.a. auch der Vernetzung in der jeweiligen Region sowie der Erarbeitung einer gemeinsamen wissenschaftlichen Strategie, die eine angemessene Anzahl an inhaltlichen Forschungsschwerpunkten enthält und damit die Basis für das Forschungsprogramm des zukünftigen Großforschungszentrums bildet.

Gefördert werden können beispielsweise

  • Maßnahmen zur umfassenden strategischen Analyse des Forschungsfeldes, inklusive nationaler wie internationaler Trends und Entwicklungen;
  • Bestandsaufnahmen vorhandener Expertisen, Analyse von Bedarfen;
  • Maßnahmen zum Austausch und zur gemeinsamen Entwicklung und Abstimmung eines detaillierten gemeinsamen Gesamtkonzepts für ein neues Großforschungszentrum;
  • Erstellung einer Wirkungsanalyse/Risikoanalyse und eines Risikomanagements für das Gesamtkonzept;
  • Machbarkeitsstudien.

Nach Ende der Konzeptionsphase erfolgt eine externe Begutachtung. Hier werden insbesondere die wissenschaftliche Exzellenz der Konzepte sowie der zu erwartende Beitrag zum wirtschaftlichen Strukturwandel und die vorgeschlagenen Strukturen zur Zusammenarbeit mit der Wirtschaft bewertet. Die Experten empfehlen dem BMBF zwei Konzepte, welche in der zweiten Förderphase (Aufbauphase) realisiert werden sollen.

In der Förderphase II werden alle Aktivitäten gefördert, die dem Aufbau des neuen Großforschungszentrums dienen. Diese richten sich auch nach dem ausgewählten Konzept. Gefördert werden können beispielsweise

  • Ausbau der im Konzept aufgeführten Forschungsschwerpunkte;
  • Aufbau der Organisationsstruktur (inklusive eines Aufbaus des wissenschaftlichen und administrativen Personals des neuen Forschungszentrums);
  • Ausbau der Infrastruktur;
  • notwendige Unterstützungen durch Experten bei der Erstellung einer Governance;
  • Beratungen und Unterstützungsleistungen bei der Gründung des neuen Zentrums, z. B. durch eine Kanzlei.

Wie wird gefördert?

Für die Förderphase I werden zur Ausarbeitung der Skizzen zu begutachtungsfähigen Konzepten für jedes ausgewählte Vorhaben bis zu 500 000 Euro Fördermittel bereitgestellt.

In der Förderphase II sollen anhand der in der ersten Phase erarbeiteten Konzepte die für die Gründung des neuen Forschungszentrums erforderlichen Organisationsstrukturen sowie wissenschaftliche Aktivitäten ausgebaut werden. Hierfür ist eine Projektlaufzeit von drei Jahren vorgesehen. Die Förderung kann einmalig um bis zu drei Jahre verlängert werden. Die Fördersumme in der zweiten Phase richtet sich nach der im Konzept aufgeführten Projekt-beschreibung. Es kann pro Vorhaben eine Förderung von bis zu 7 Mio. Euro im ersten Jahr ausgesprochen werden.

Die Fördermittel werden im Wege der Projektförderung als nicht rückzahlbare Zuschüsse bewilligt.

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