JPI Oceans

eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Die Joint Programming Initiative „Healthy and Productive Seas and Oceans“ (JPI Oceans) wurde 2011 als koordinierende und strategische Plattform ins Leben gerufen. JPI Oceans mit seinen momentan 21 Mitgliedstaaten zielt auf einen gemeinsamen, integrierten Ansatz bei der marinen und maritimen Forschung und Technologieentwicklung in Europa.

Die formulierten Kernziele und Problemfelder von JPI Oceans berühren die marine Umwelt, den Klimawandel, die maritime Wirtschaft und die Gesellschaft:

  • Ermöglichung einer wissensbasierten und nachhaltigen maritimen Wirtschaft
  • Sicherstellung eines guten Umweltstatus' der Meere und Harmonisierung der Aktivitäten im Küstenraum
  • Optimierung der sozioökonomischen Reaktionen auf den Klimawandel mit dem Ziel der Minderung der Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Meeresumwelt

JPI Oceans hat momentan vier Aktionsfelder als „pilot actions“ definiert, bei denen das Bundesforschungsministerium für die Pilotaktionen „Mikroplastik“ und „Tiefseebergbau“ die Koordinierung übernommen hat:

  • Untersuchung ökologischer Aspekte von Mikroplastik in der Meeresumwelt
  • Bestimmung der Umweltauswirkungen des Tiefseebergbaus
  • Breite Nutzung und Verwendung von Forschungsinfrastrukturen für Monitoring
  • Interkalibrierung für die EU-Wasserrahmenrichtlinie
Einreichungsfrist:Einreichungsfrist ( abgelaufen: 01. August 2017 – 01. November 2017 )

Pilotmassnahmen


Pilotmaßnahme „Mikroplastik“

Anfang 2016 starteten vier internationale Verbundprojekte unter dem Dach von „JPI Oceans Microplastics“, die die Auswirkungen von Mikroplastik im Meer erforschen.

Im Verbundprojekt BASEMAN werden international einheitliche Messmethoden entwickelt, um Ergebnisse aus verschiedenen Regionen und aus unterschiedlichen Laboren miteinander vergleichen zu können. Koordiniert wird das Projekt vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven.

Das zweite Projekt WEATHER-MIC untersucht, was langfristig mit dem Mikroplastik in der marinen Umwelt geschieht. Dabei wird nicht nur der Zerfall in immer kleinere Teilchen unter die Lupe genommen und welche Umweltfaktoren diesen Prozess hauptsächlich beeinflussen. Auch welche Auswirkungen die Verwitterung auf Verbleib und Effekte von Plastikpartikeln hat, wird im Rahmen von WEATHER-MIC geklärt. Koordiniert wird das Projekt vom Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung.

Ein weiteres Gebiet, das in den kommenden drei Jahren untersucht wird, betrifft die Giftigkeit von Mikroplastik. Die beiden Projekte PLASTOX und EPHEMARE, die sich mit den ökotoxikologischen Auswirkungen von Mikroplastik auf marine Ökosysteme beschäftigen, werden von norwegischen und spanischen Wissenschaftlern koordiniert. Untersucht werden soll beispielsweise, wie viel Mikroplastik von Tieren aufgenommen wird und ob es giftige Stoffe in den Körper der Tiere abgibt. Erhoben wird auch, ob Rückstände von Plastik im Körper verbleiben und in der Nahrungskette aufsteigen, wenn die Tiere gefressen werden.

Die gemeinsame Initiative soll nun die Grundlage für den weiteren Umgang mit Mikroplastik bilden.

Pilotmaßnahme „Tiefseebergbau“

Die Pilotmaßnahme „Ecological Aspects of Deep-Sea Mining“ wird vom Kieler GEOMAR koordiniert und von elf europäischen Ländern finanziert. Im Zentrum der Forschung stehen vier Forschungsfahrten, die die Wissenschaftler 2015 mit dem Forschungsschiff SONNE und mit dem britischen Forschungsschiff JAMES COOK unternommen haben. Auf diesen Fahrten untersuchten die Wissenschaftler die Auswirkungen eines potenziellen Tiefseebergbaus auf das Leben in der Tiefsee.

Im Jahr 2017 wurde die „Richtlinie zur Förderung nationaler transdisziplinärer Verbundvorhaben als Teil der europäischen Förderinitiative JPI Oceans zur Erkundung der ökologischen Auswirkungen eines möglichen Tiefsee-Bergbaus im Rahmen des Forschungsprogramms der Bundesregierung 'MARE:N – Küsten-, Meeres- und Polarforschung für Nachhaltigkeit'“ veröffentlicht. Die Projekte nahmen am 1. August 2018 ihre Forschung auf.

Das Thema Tiefseeressourcen, Tiefseebergbau und seine ökologischen Folgen wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung 2015 in die G7-Gespräche der Wissenschaftsminister eingebracht. Auf Grundlage der Forschungsergebnisse ist zu entscheiden, ob und wie ein Tiefseebergbau stattfinden kann. Voraussetzung sind internationale Standards, die höchste Ansprüche stellen, wie marine Ressourcen ökologisch verantwortlich erschlossen werden können.

Publikationen

Den Geheimnissen der Tiefsee auf der Spur
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2016 PDF 22,71 MB
Mare:N – Küsten-, Meeres- und Polarforschung für Nachhaltigkeit
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2016 PDF 5,08 MB
Zukunft der Ozeane
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2015 PDF 1,15 MB
Durch Ozeanforschung unseren Planeten verstehen
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2014 PDF 4,64 MB

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