Bioökonomie als gesellschaftlicher Wandel

ein Konzept des Bundeministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Die Nationale Bioökonomiestrategie (NBÖS) der Bundesregierung reflektiert die drängenden Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, insbesondere in Bezug auf Nachhaltigkeit, Klimaschutz und den verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen. Angesichts der Bedrohungen für die Biosphäre durch übermäßige Ressourcennutzung setzt die Strategie darauf, den Ressourcenverbrauch auf ökologisch vertretbare Maße zu reduzieren, während gleichzeitig das Streben nach wirtschaftlichem Wohlstand und Entwicklung für eine wachsende Weltbevölkerung berücksichtigt wird.

Diese Herausforderungen umreißen die wesentlichen Handlungsfelder der Bioökonomie. Ihr Ziel ist es, ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Wirtschaftssystem zu etablieren, das sich an natürlichen Kreisläufen orientiert. Eine solche Wirtschaftsweise beruht auf biologischem Wissen, auf dessen Grundlage Ressourcen intelligent und effizient erzeugt, verarbeitet und genutzt werden. Dieser Anspruch erstreckt sich auf alle Sektoren, Anwendungs- und Technologiebereiche.

Da ein beträchtlicher Teil der ökonomischen Leistungsfähigkeit heutiger Industriegesellschaften auf der nicht-nachhaltigen Nutzung endlicher Ressourcen beruht, wäre die Schaffung einer solchen Bioökonomie gleichbedeutend mit der größten Wirtschaftstransformation seit der Industrialisierung. Um diese historische Aufgabe zu meistern, bedarf es mehr als technologischer Innovationen, um fossile Rohstoffe durch bio-basierte Ressourcen ersetzen zu können. Vielmehr müssen Herausforderungen auf gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Ebene angegangen, Veränderungen angestoßen und Wandlungsprozesse gestaltet werden.

Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Jahr 2014 unter dem Titel „Bioökonomie als gesellschaftlicher Wandel“ ein Konzept zur Förderung sozial-, politik- und wirtschaftswissenschaftlicher Forschung veröffentlicht. Ziel dieses Konzepts ist es, eine auf bioökonomische Transformationsprozesse ausgerichtete Forschung aus dem Spektrum der Sozial-, Politik- und Wirtschaftswissenschaften, aber auch der Kultur- und Geisteswissenschaften zu fördern und langfristig zu etablieren. Deren Ergebnisse sollen mit der bereits in zahlreichen Maßnahmen geförderten natur- und technikwissenschaftlichen Forschung verknüpft und als wichtige Beiträge zur Umsetzung der NBÖS genutzt werden. Gemeinsam sollen sie die Grundlage für ein vertieftes Verständnis einer nachhaltigen, bio-basierten und an natürlichen Kreisläufen orientierten Wirtschaftsweise sowie deren Weiterentwicklung legen.

In acht Förderbekanntmachungen in den letzten zehn Jahren wurde aus dem Konzept "Bioökonomie als gesellschaftlicher Wandel" eine systematische Erforschung von Wirkungszusammenhängen bioökonomischer Nachhaltigkeit. Seit 2014 wurden mehr als 90 Forschungsprojekte gefördert, die zu einer Vielzahl an wichtigen Erkenntnissen und praktischen Ergebnissen geführt haben.

 

Bioökonomie als gesellschaftlicher Wandel – Vier Module


 

Das Konzept „Bioökonomie als gesellschaftlicher Wandel“ umfasst vier Module. Die Nachwuchsgruppenförderung (Modul I) zielt darauf, Themen der Bioökonomie in den angesprochenen Disziplinen langfristig zu verankern und jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für ihre Forschung ein verlässliches Umfeld zu garantieren. Parallel unterstützt die Maßnahme zur thematischen Förderung von Einzel- oder Verbundprojekten (Modul II) hochklassige Bioökonomie-Forschung auch jenseits von Nachwuchsgruppen und in ganz unterschiedlichen Formaten. Daneben gibt es eine fortlaufende Förderung sozial-, politik- und wirtschaftswissenschaftlicher Begleitforschung im Rahmen technologieorientierter Fördermaßnahmen (Modul III). Außerdem wurde ein umfassendes Monitoring der Bioökonomie gestartet (Modul IV). Flankiert werden die Module durch übergreifende Maßnahmen, die öffentliche Debatten über die Ziele der Bioökonomie lancieren sollen. Weitere Informationen finden sich auf den Seiten der einzelnen Module.

Der Projektträger Jülich in Zahlen im Jahr 2022
1.541
Mitarbeiter/innen
36.496
Laufende Vorhaben
2673,56
Fördervolumen in Mio. Euro
4
Geschäftsstellen

PtJ ist zertifiziert nach DIN EN ISO 9001 : 2015 und ISO 27001 auf Basis IT-Grundschutz