Bedeutung von Klimaänderungen in küstennahen Auftriebsgebieten

eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Der küstennahe windgetriebene Kaltwasserauftrieb ist mit seinen biotischen und abiotischen Folgen seit jeher für die Meeresforschung von großem Interesse. Die bevorzugt an den Westküsten der Kontinente anzutreffenden Küstenauftriebsgebiete zeichnen sich dadurch aus, dass mit dem windgetriebenen Aufsteigen kaltes, aber nährstoffreiches Tiefenwasser in die belüfteten, lichtdurchfluteten oberflächennahen Schichten des küstennahen Meeresgebietes gelangt. Mit dem Nährstoff-, Licht- und Sauerstoffangebot wird die ozeanische Nahrungskette angeregt, die für einen großen Fischreichtum in diesen Gebieten sorgt. Gleichzeitig finden, neben den physikalischen Transportprozessen, eine Vielzahl biogeochemischer und energetischer Austauschprozesse statt, die in starkem Maße sowohl das Wetter als auch langfristig das Klima beeinflussen.

Somit haben die küstennahen Auftriebsgebiete einerseits eine große wirtschaftliche Bedeutung und da die dort stattfindenden physikalischen und biogeochemischen Prozesse eng mit dem globalen Klima verbunden sind, stellen sie zudem ausgewiesene Schlüsselregionen für die sich vollziehenden klimatischen Veränderungen auf unserer Erde dar. Es ist von Interesse, wie sich Schwankungen im globalen Klimasystem auf die Prozesse in diesen so wichtigen Gebieten aus- und rückwirken werden, um so das Verständnis des sich vollziehenden Klimawandels weiter zu vertiefen.

Mit der Rio-Deklaration (Sustainable Development Goal SDG 14 der Agenda 2030 der UN) hat die Weltgemeinschaft ihr Ziel bekräftigt, dass die Chancen künftiger Generationen auf eine intakte Meeresumwelt nicht durch Raubbau oder Verschmutzung gefährdet werden darf. Auf der Grundlage der zur Verfügung stehenden Beobachtungsinformationen und rechengestützter Simulationen sind Klimaszenarien entwickelt worden, die zum Teil mit noch hohen Unsicherheiten behaftet sind. Mit dieser Ausschreibung sollen die angesprochenen Defizite verringert und gleichzeitig die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Meeresforschung gestärkt werden. Eine enge Kooperation mit Drittstaaten, insbesondere mit Anrainerstaaten der o. g. Auftriebsgebiete, ist im Hinblick auf die Stärkung der Kapazitäten für Schutz und nachhaltige Nutzung des Meeres im Sinne der nachhaltigen Entwicklungsziele der UN ausdrücklich erwünscht.

Übergeordneter Zweck dieser Bekanntmachung ist die Erlangung eines tieferen Verständnisses der klimarelevanten Prozesse und deren Variabilität in den küstennahen Auftriebsgebieten und ihrer Umgebung sowie deren Auswirkungen auf die marine Umwelt. Mit dem erweiterten Wissen über Zusammenhänge zwischen Klimawandel, Biodiversität und der verstärkten Nutzung der Meere durch den Menschen sollen globale Herausforderungen wie Überfischung oder Verschmutzung der Weltmeere besser bewältigt werden.

Die Bekanntmachung erfolgt im Rahmen des Forschungsprogramms der Bundesregierung „MARE:N – Küsten-, Meeres- und Polarforschung für Nachhaltigkeit“ unter dem Dach des Rahmenprogramms  „Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA)“. Der Projektträger Jülich (PtJ) betreut die Umsetzung des Forschungsprogramms MARE:N im Auftrag des Bundesforschungsministeriums.

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