Förderung von Massnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels

eine Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Das Bundesumweltministerium fördert im Rahmen der „Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel“ Projekte, welche die Anpassung an die Folgen des Klimawandels wie z. B. Hitzeperioden, Hochwasser oder Starkregenereignisse adressieren. Die geförderten Maßnahmen dürfen jedoch dem Klimaschutz nicht entgegenstehen. Sie sollen vielmehr die negativen Folgen der zukünftigen Klimaänderungen abmildern oder daraus entstehende Chancen ergreifen, ohne dabei zur weiteren Klimaerwärmung durch Treibhausgasemissionen beizutragen. Als positives Beispiel können Dachbegrünungen genannt werden. Die Biomasse bindet nicht nur das klimaschädliche CO2, sondern hält darüber hinaus Niederschlagswasser zurück und trägt im Sommer zur Kühlung von überhitzten Innenstädten bei. Ein negatives Beispiel sind Klimaanlagen, welche zwar überhitzte Innenräume kühlen, jedoch einen sehr hohen Energieverbrauch haben und somit Treibhausgasemissionen erhöhen.

Das Förderprogramm soll Multiplikatorwirkung entfalten und zielt deshalb auf Einrichtungen mit hoher gesellschaftlicher Vorbildfunktion und Öffentlichkeitswirkung ab. Im Mittelpunkt stehen dabei lokal und regional wirkende Vorhaben. Eine große Breitenwirkung wird darüber hinaus durch eine ausgewogene regionale Verteilung der Fördermittel angestrebt.

Einreichungsfrist:Einreichungsfrist ( abgelaufen: 01. August 2018 – 31. Oktober 2018 )

Informationen zur Förderung


Wer wird gefördert?

Antragsberechtigt sind Kommunen, Unternehmen, Verbände, Vereine, Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Stiftungen und vergleichbare Einrichtungen mit Sitz oder Niederlassung und Schwerpunktaktivitäten in Deutschland.

Das Europäische Beihilferecht ist bei der Antragstellung insbesondere durch Unternehmen zu beachten.

Spezifische Antragsberechtigung:

  • Im Förderschwerpunkt 1 „Anpassungskonzepte für Unternehmen“ sind ausschließlich Unternehmen antragsberechtigt.
  • Im Förderschwerpunkt 3 „Kommunale Leuchtturmvorhaben“ sind nur Vorhaben mit Teilnahme einer Kommune als Verbund- oder Kooperationspartner förderfähig.

Was wird gefördert?

Förderschwerpunkt 1: Anpassungskonzepte für Unternehmen

Gefördert wird die Erstellung von Klimaanpassungskonzepten für Unternehmen, insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen und kommunale Unternehmen. Diese sollen mögliche Risiken, aber auch Chancen adressieren, die sich aus dem Klimawandel ergeben. Obligatorischer Teil des Anpassungskonzeptes ist eine Risiko- bzw. Betroffenheitsanalyse, welche die Belegschaft, den Standort, die Produktionsprozesse, die Produktpalette und die Wertschöpfungskette umfasst. Im Ergebnis soll das Anpassungskonzept in die unternehmerische Nachhaltigkeitsstrategie oder das betriebliche Umwelt- bzw. Risikomanagement integriert werden, welches fundierte Entscheidungen über konkret anstehende oder perspektivisch erforderliche Anpassungsmaßnahmen ermöglicht.

Förderschwerpunkt 2: Entwicklung von Bildungsmodulen zu Klimawandel und Klimaanpassung

Gefördert werden die Entwicklung von Bildungsangeboten und deren pilothafte Umsetzung. Bildungsträger sollen dazu angeregt werden, das Thema Klimawandel und Klimawandelanpassung in regionale/lokale oder fachbezogene bzw. zielgruppenorientierte Bildungsangebote einzubringen. Dabei sind nicht nur neue Bildungsformate von Interesse, sondern auch Vorhaben, welche bestehende und etablierte Bildungsangebote durch Module bzw. um den Aspekt Klimawandelanpassung ergänzen.
Förderfähig sind dabei ausschließlich:

  • Fort- und Weiterbildungen in der beruflichen Bildung
  • Fort- und Weiterbildungen im Ehrenamt
  • Bildungsmodule in Ausbildung, Lehre und Studium
  • Nicht förderfähig sind Bildungsangebote für Lehrer und Schüler.

Förderschwerpunkt 3: Kommunale Leuchtturmvorhaben sowie Aufbau von lokalen und regionalen Kooperationen

Gefördert werden Vorhaben mit Modellcharakter, welche im Zusammenhang der Entwicklung und Umsetzung von Konzepten zur Anpassung an den Klimawandel im städtischen und ländlichen Raum innovative Formen der Kooperation erproben. Diese Vorhaben sollen beispielgebende Impulse für die Anpassung an den Klimawandel geben. Es sollen Wege gefunden werden, Klimawandel und Extremwetteraspekte in nachhaltiger Weise in klimasensible Handlungsbereiche und lokales bzw. regionales politisches Handeln zu integrieren mit dem Ziel die Robustheit und die Zukunftsfähigkeit von existierenden Systemen zu erhöhen. Die Befähigung zur Klimaanpassungskompetenz der Akteure steht dabei im Vordergrund.

Wie wird gefördert?

Für die Durchführung der Vorhaben können Zuwendungen im Wege der Projektförderung als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt werden. Gefördert werden können projektbezogene Ausgaben bzw. Kosten, die im Rahmen einer wirtschaftlichen und sparsamen Haushaltsführung zur Erreichung des Projektziels erforderlich sind, sofern eine Realisierung ohne diese Förderung nicht möglich ist.

Eine angemessene Eigenbeteiligung durch Eigenmittel und ggf. die Mobilisierung zusätzlicher Finanzmittel (z. B. Mittel Dritter) sind grundsätzlich Voraussetzung für eine Bewilligung. Die Förderung ist keine Dauerförderung. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht.

Für alle Projekte gilt bis zum Eingang und zur Prüfung des Verwendungsnachweises ein Schlusszahlungsvorbehalt von zehn Prozent der Zuwendungen. Investive Maßnahmen sind nicht förderfähig.

Maximale und minimale Zuwendung:

  • Förderschwerpunkt 1: Die maximale Zuwendung beträgt 100.000 Euro
  • Förderschwerpunkt 2: Die maximale Zuwendung beträgt 200.000 Euro
  • Förderschwerpunkt 3: Die maximale Zuwendung beträgt 300.000 Euro

Ausgaben bzw. Kosten eines Vorhabens müssen so bemessen sein, dass sich eine Zuwendung von mindestens 20.000 Euro ergibt.

 

Verfahren


Das Auswahlverfahren ist zweistufig. In der ersten Stufe reichen die Interessenten eine Projektskizze ein. Diese darf maximal sieben Seiten (Arial, 11 Punkt, einzeilig) umfassen. Sofern sie als aussichtsreich bewertet wird, erfolgt in der zweiten Stufe die Aufforderung zur Vorlage eines formellen Förderantrags. Die Priorisierung der Skizzen erfolgt durch das BMUB auf Grundlage der in der Förderbekanntmachung unter Auswahl- und Entscheidungsverfahren dargestellten Kriterien.

Zur Unterstützung bei der Anfertigung der Projektskizze haben wir für Sie ein Merkblatt sowie ein Muster für eine Projektskizze erstellt. Es steht den Antragstellern frei, weitere Punkte in der Projektskizze bei Einhaltung der Seitenzahl hinzuzufügen, die ihrer Auffassung nach für eine Beurteilung ihres Vorschlages von Bedeutung sind.

Merkblatt

Muster für eine Projektskizze

Für die Einreichung von Skizzen nutzen Sie bitte das Antragssystem „easy-Online“

Bitte erstellen Sie ein „neues Formular“ und wählen für den korrekten Formulartyp die folgenden Vorgaben aus:

  1. Ministerium auswählen: BMU – Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
  2. Akzeptieren Sie die Nutzungsbedingungen
  3. Fördermaßnahme: Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel
  4. Förderbereich: Skizze zur Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel
  5. Formular erstellen

Eine Einführung in die Funktionalitäten der Web-Oberflächen von easy-Online erhalten Sie in dem nachstehenden Video-Tutorial. Dieses erklärt am Beispiel der Kommunalrichtlinie, wie ein Formular einzureichen ist. Wir weisen darauf hin, dass dieses Video als Orientierung für die generelle Funktionsweise bei easy-Online dient. Bei der Skizzenerstellung zur Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel kommt es gegenüber dem Antragsverfahren der Kommunalrichtlinie zu einigen Abweichungen.

 

 

Bitte beachten Sie, dass die beantragten Tätigkeiten erst nach Erhalt des schriftlichen Zuwendungsbescheids ausgeschrieben und beauftragt und mit Beginn des bewilligten Projektzeitraums begonnen werden dürfen.

Die Projektskizzen sind an folgende Adresse zu richten:

Projektträger Jülich
Forschungszentrum Jülich GmbH
Geschäftsbereich Innovation für Klimaschutz und Klimawandelanpassung (IKK)
z. Hd. Frau Dr. Ulrike Hirt
Zimmerstraße 26-27
10969 Berlin

 

 

 

Projektträger Jülich – erkennen. fördern. gestalten.


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