Nachhaltige Entwicklung


Im Geschäftsfeld „Nachhaltige Entwicklung“ bündelt der Projektträger Jülich (PtJ) seine Expertise zu den Themen Ressourceneffizienz, Bioökonomie, Klimaschutz und Klimawandel, Meeresforschung sowie maritime Technologien und setzt die entsprechenden Förderprogramme im Auftrag der Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF), Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie Wirtschaft und Energie (BMWi) um.

Mit ihrer „Agenda 2030“ haben die Vereinten Nationen 17 Nachhaltigkeitsziele verabschiedet. Die Ziele erstrecken sich über alle wesentlichen Lebensbereiche und politischen Handlungsfelder: von der Beseitigung des Hungers und der Armut über die Gleichberechtigung der Geschlechter bis hin zum Schutz des Lebens an Land und unter Wasser. Mit der Neuauflage der „Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie“ orientiert sich die Bundesregierung an diesen Entwicklungszielen. PtJ unterstützt die Bundesregierung dabei, die Nachhaltigkeitsziele in den Förderprogrammen zu verschiedenen Technologiebereichen zu verankern.

Damit gibt die „Agenda 2030“ auch den Rahmen für die Förderung von Forschung und Entwicklung vor. Die Forschung muss insbesondere berücksichtigen, welche Auswirkungen Maßnahmen zur Erreichung eines Zieles auf die der anderen Ziele haben und wie bestehende Zielkonflikte überwunden werden können. Ein wichtiges Instrument der „Agenda 2030“ ist daher die Entwicklung von Indikatoren, um Fortschritte bei der Zielerreichung messbar zu machen. PtJ hat die konzeptionelle Entwicklung einer Reihe von Monitoring-Initiativen auf nationaler Ebene begleitet und betreut ihre Umsetzung.

Seit 2005 bündelt das BMBF die Förderung zur Nachhaltigkeitsforschung im Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA) und leistet damit einen Beitrag zur Umsetzung der „Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie“, in die die Bundesregierung auch die Ziele der „Agenda 2030“ aufgenommen hat, sowie zur „Neuen Hightech-Strategie“ der Bundesregierung. Zentrale Elemente von FONA3 sind die drei Leitinitiativen „Green Economy“, „Zukunftsstadt“ und „Energiewende“. Alle Leitinitiativen zeichnet aus, dass durch eine hohe Anwendungsnähe und die Einbeziehung von Stakeholdern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft gezielt Umsetzungsprozesse initiiert werden können. PtJ unterstützt das BMBF bei der strategischen Programmentwicklung und betreut verschiedene Förderinitiativen des BMBF unter dem Dach von FONA. So ist PtJ zum Beispiel in der Projektträgerschaft „Ressourcen und Nachhaltigkeit“ für die Förderschwerpunkte „Rohstoffeffizienztechnologien“, „Nachhaltiges Landmanagement“ und „Nachhaltiges Wassermanagement“ – Letzteres in Zusammenarbeit mit dem Projektträger Karlsruhe – verantwortlich. Mit den von PtJ umgesetzten Fachprogrammen „Küsten-, Meeres- und Polarforschung für Nachhaltigkeit“ (MARE:N) und „Geoforschung für Nachhaltigkeit“ (GEO:N) hat das BMBF seine Nachhaltigkeitsstrategie in diesen beiden für die Erdsystemforschung relevanten Bereichen gestärkt.

Mit der „Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030“ unterstützt das BMBF seit 2010 die Entwicklung einer nachhaltigen biobasierten Wirtschaft. Unter Wahrung des Primats der Ernährungssicherung für eine wachsende Weltbevölkerung fördert die Forschungsstrategie die Nutzung biologischen Wissens und biogener Ressourcen für ein nachhaltiges Wirtschaften. Ziel ist, Deutschland im internationalen Vergleich zu einem dynamischen Forschungs- und Innovationsstandort für biobasierte Produkte, Energien, Verfahren und Dienstleistungen zu machen und zugleich Verantwortung für die Welternährung sowie beim Klima-, Ressourcen- und Umweltschutz zu übernehmen. Diese Ziele hat der Projektträger inzwischen in Form von rund 40 Förderinitiativen umgesetzt. Der Erfolg der Orientierung der „Nationalen Forschungsstrategie Bioökonomie 2030“ an gesellschaftlichen Herausforderungen wird unter anderem von der im April 2017 abgeschlossenen umfassenden Evaluation hervorgehoben.

Der Klimawandel ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Auf der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 haben sich die Vereinten Nationen darauf verständigt, die Temperaturerhöhung der Erde auf unter zwei Grad Celsius zu reduzieren. Das Übereinkommen ist im November 2016 in Kraft getreten. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen alle Staaten ihre Treibhausgasemissionen auf ein Minimum senken. Die Bundesregierung hat deshalb in ihrem „Klimaschutzplan 2050“ festgelegt, bis zum Jahr 2020 mindestens 40 Prozent der Emissionen gegenüber 1990 einzusparen, bis 2030 mindestens 55 Prozent, um schließlich 2050 das Leitbild der Treibhausgasneutralität vollständig zu erfüllen.

Mit der „Nationalen Klimaschutzinitiative“ verfolgt das BMU das Ziel, Potenziale zur Einsparung der Treibhausgasemissionen zu erschließen. PtJ setzt seit 2008 zahlreiche Förderprogramme des BMU um, deren Spektrum von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen reicht. Die „Nationale Klimaschutzinitiative“ trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei und schafft Beispiele zur Nachahmung.

Darüber hinaus hat die Bundesregierung im Dezember 2014 mit dem Aktionsprogramm „Klimaschutz 2020“ ein umfassendes Maßnahmenpaket beschlossen. Eine Maßnahme daraus ist die klimafreundliche Gestaltung des Personenverkehrs, die auch einen Fokus auf die Stärkung des Rad- und Fußverkehrs legt. Mit dem Bundeswettbewerb Klimaschutz durch Radverkehr verfolgt
das BMUB das Ziel, modellhafte investive Projekte im Bereich des Fahrradverkehrs voranzubringen und so einen wichtigen Beitrag zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung zu leisten. In den Projekten soll vorbildhaft demonstriert werden, dass die Umgestaltung des Straßenraums zugunsten des fließenden Radverkehrs und der Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur einen wesentlichen Beitrag zur Minderung des Treibhausgasausstoßes und zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten können.

Um auch auf die bereits bestehenden Folgen des Klimawandels zu reagieren, hat das Bundeskabinett 2008 die „Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel“ beschlossen. Die Strategie soll die Anpassungsfähigkeit natürlicher, gesellschaftlicher und ökonomischer Systeme erhalten beziehungsweise steigern. Mit dem Programm „Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ knüpft das BMU daran an. Es soll die relevanten Akteure aus Wirtschaft und Gesellschaft einbinden und miteinander vernetzen.

Mit ihrer 2017 veröffentlichten „Maritimen Agenda 2025“ definiert die Bundesregierung Ziele und Handlungsoptionen für einen erfolgreichen nachhaltigen maritimen Wirtschaftsstandort Deutschland. Die maritime Wirtschaft ist für Deutschland als Exportnation von zentraler Bedeutung. Neben der wirtschaftlichen Perspektive nimmt die Agenda vor allem Klima- und Umweltschutzaspekte in den Fokus. So geht sie beispielsweise auf das zentrale Ziel des „Klimaschutzplans 2050“ ein, die Treibhausgasemissionen auf ein Minimum zu reduzieren.

Das Forschungsprogramm „Maritime Technologien der nächsten Generation“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) ist ein zentrales Förderinstrument, um neue Technologien für die maritime Branche zu entwickeln. Bis Ende 2017 investiert das BMWi dabei jährlich rund 32 Millionen Euro. In den vier Förderschwerpunkten Schiffstechnik, Produktion maritimer Systeme, Schifffahrt und Meerestechnik fördert es neben neuartiger Produktionstechnik zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit auch innovative Technologien für mehr Sicherheit und Effizienz im umweltfreundlichen Schiffsbetrieb, die Entwicklung intelligenter Systeme für die Meerestechnik sowie Projekte zu Energie- und Rohstoffressourcen aus dem Meer.

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