Innovation und Wissenstransfer


Innovationen sind die Basis für Deutschlands Position als eine der führenden Wirtschaftsnationen. Um diese auszubauen, hat die Bundesregierung Programme zur Förderung von Innovationen in konkreten Anwendungsbereichen wie der Gesundheits- und der Materialforschung auf den Weg gebracht. Sie unterstützt außerdem die Vernetzung, den Wissens- und Technologietransfer, die Bildung von Clustern und Unternehmensgründungen. Der Projektträger Jülich (PtJ) setzt im Geschäftsfeld „Innovation und Wissenstransfer“ eine Vielzahl dieser Programme um.

2006 legte die Bundesregierung mit der „Hightech-Strategie“ (HTS) erstmals eine umfassende Forschungs- und Innovationsstrategie für Deutschland vor. Mit der Neuauflage hat sie sich im Jahr 2014 das Ziel gesteckt, Deutschland als weltweiten Innovationsführer zu etablieren. Gute Ideen sollen schneller den Weg in die Praxis finden. Im Zuge der Weiterentwicklung hat sie neben Wirtschaft und Wissenschaft auch die Gesellschaft in den Blick genommen: Die „Neue Hightech-Strategie“ soll bei der Lösung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen unterstützen.

Innovationen aus der Materialforschung spielen dabei eine wesentliche Rolle. Neue Werkstoffe dienen dazu, die Material- und Energieeffizienz zu erhöhen und die Lebensqualität zu verbessern. Sie sind damit ein entscheidender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland. Das Rahmenprogramm zur Förderung der Materialforschung „Vom Material zur Innovation“ des BMBF fördert insbesondere Kooperationen von Wissenschaft und Wirtschaft mit einer interdisziplinären Vernetzung, um aus neuen Werkstoffen innovative Produkte zu generieren.

Eine der prioritären Zukunftsaufgaben der HTS ist „Gesundes Leben“. Die Bundesregierung stellt besonders die Bekämpfung von Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes oder Demenz in den Fokus. Ein wichtiger Schritt ist dabei, dass Forschungsergebnisse aus der Grundlagen- und der klinischen Forschung schneller in die medizinische Praxis gelangen, um sie direkt für den Menschen nutzbar zu machen. 2010 hat das BMBF daher das „Rahmenprogramm Gesundheitsforschung“ gestartet. PtJ setzt die Themenschwerpunkte „Systembiologie“, „Bioinformatik“ und „Alternativmethoden zum Tierversuch“ des Programms um und ist beteiligt an der Medizininformatik-Initiative und der Systemmedizin im Forschungs- und Förderkonzept „e:Med – Maßnahmen zur Etablierung der Systemmedizin“.

Ein Ziel der HTS lautet „Kräfte bündeln und Transfer fördern“, um Innovationen in die Breite zu tragen. Das soll durch die enge Vernetzung von Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft durch Verbünde, Cluster, Netzwerke und Plattformen erreicht werden. So soll beispielsweise der „Spitzencluster-Wettbewerb“ regionale Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft dauerhaft miteinander vernetzen. Seit 2007 fördert das BMBF 15 Spitzencluster mit insgesamt über 1.600 Einzelvorhaben an Hochschulen, Forschungseinrichtungen, sowie in größeren Unternehmen und KMU.

Auch mit der Förderinitiative „Forschungscampus – öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen“ unterstützt das BMBF Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen, die längerfristig an einem gemeinsamen Forschungsthema arbeiten wollen – derzeit sind bereits 202 Akteure an neun Forschungscampi beteiligt. Die Forschungscampi werden für einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren unterstützt.

Neben der regionalen Vernetzung sind auch internationale Netzwerke für den Wirtschaftsstandort Deutschland entscheidend. Um neues Wissen zu erschließen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen, müssen die deutsche Wissenschaft und Forschung ihre internationale Zusammenarbeit verstärken. Mit der Maßnahme „Internationalisierung von Spitzenclustern, Zukunftsprojekten und vergleichbaren Netzwerken“ unterstützt das BMBF den Auf- und Ausbau branchen- und technologieübergreifender Kontakte zu anderen führenden Regionen. 22 Vorhaben der Konzeptionsphase sind bereits gestartet. Partnerländer sind: die USA, Kanada, China, Japan, Südkorea und Brasilien sowie europäische Länder.

Der Transfer von Forschungsergebnissen soll außerdem durch Patente und Normen vorangetrieben werden. Das BMWi hat daher 2016 das Förderprogramm „WIPANO – Wissens- und Technologietransfer durch Patente und Normen“ ins Leben gerufen. Innovationen und Erfindungen öffentlicher Forschungseinrichtungen sowie kleinerer und mittlerer Unternehmen werden durch Patente effizient gesichert und neueste Forschungsergebnisse in Normen und Standards überführt.

Besonderes Augenmerk legt die Bundesregierung darüber hinaus auf das Innovationspotenzial strukturschwacher Regionen. Mit der Dachmarke „Unternehmen Region“ und den fünf davon abgeleiteten Maßnahmen, die an unterschiedlichen Punkten des Innovationsprozesses ansetzen, fördert das BMBF die technologischen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Kompetenzen in den neuen Ländern. Insbesondere mit dem Programm „Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation“ unterstützt es die Entstehung neu vernetzter Innovationsstrukturen auch über Ostdeutschland hinaus.

Bisher liegt Deutschland im Bereich Unternehmensgründungen im internationalen Vergleich noch zurück. Deshalb hat die Bundesregierung in den letzten Jahren neue Angebote entwickelt. Mit dem Förderprogramm „EXIST – Existenzgründungen aus der Wissenschaft“, insbesondere „EXIST-Gründerstipendium“ und „EXIST-Forschungstransfer“, will das BMWi Gründerinnen und Gründer aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen ermutigen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

Auch die Landesregierungen fördern Forschung und Innovation. Im Rahmen der neuen Förderperiode des „Operationellen Programms NRW 2014–2020 für den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung“ (OP EFRE NRW) hat das Land Nordrhein-Westfalen eine Innovationsstrategie verabschiedet. Diese beinhaltet unter anderem auch eine Leitmarktstrategie. Die Strategie sieht Wettbewerbe in acht Leitmärkten vor, die sich an den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen und den spezifischen Stärken Nordrhein-Westfalens orientieren: Maschinen- und Anlagenbau/Produktionstechnik, Neue Werkstoffe, Mobilität und Logistik, Informations- und Kommunikationswirtschaft, Energie- und Umweltwirtschaft, Medien und Kreativwirtschaft sowie Gesundheit und Life Sciences. PtJ setzt die „Leitmarktwettbewerbe“ innerhalb der LeitmarktAgentur.NRW gemeinsam mit dem Projektträger ETN um.

Projektträger Jülich – erkennen. fördern. gestalten.


Der Projektträger Jülich arbeitet im Auftrag von:
Der Projektträger Jülich in Zahlen im Jahr 2017
1.092
Mitarbeiter/innen
20.595
Laufende Vorhaben
1.614
Fördervolumen in Mio. Euro
4
Geschäftsstellen