Neuentwicklung bei internationalem Symposium demonstriert


Das Bild zeigt die mobile Workover-Anlage des Projektes EBIMA.

Bild: Projektträger Jülich, Forschungszentrum Jülich GmbH

Schnelle und automatisch durchführbare Pumpenwechsel sind für den wirtschaftlichen Betrieb einer Geothermie-Anlage von zentraler Bedeutung. Innerhalb des Projekts EBIMA hat die Firma Max Streicher für ihren Projektpartner, die Münchner Stadtwerke, hierfür eine mobile Workover-Anlage entwickelt, die mit einigen technischen Neuheiten ausgestattet ist. Die Demonstration der 2018 fertiggestellten Anlage bildete den Abschluss des internationalen Baltic-Sea-Symposiums im Vorfeld der Messe GeoTHERM in Offenburg. EBIMA wurde durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen des 6. Energieforschungsprogramms gefördert. Der Projektträger Jülich (PtJ) setzt das Programm im Auftrag des BMWi um. 

Das internationale Publikum aus Ländern der Ostseeregion hatte hier die Gelegenheit, einen Blick auf die Neuentwicklung zu werfen – und die Entwickler hatten die Chance, diese bekannt zu machen. Die gesamte Anlage ist auf einem speziell entwickelten Sattelauflieger mit vier Lenkachsen aufgebaut, der auch für den Transport durch Kreisverkehre geeignet ist. „Die größte Innovation war der Bohrmast“, berichtet Projektkoordinator Christoph Feldmeier. „Da dieser in einem Stück zu lang für den gewünschten Transport gewesen wäre, haben wir einen klappbaren Zahnstangenmast entwickelt.“ Im Münchner Stadtgebiet sind verschiedene durch Erdwärme gespeiste Heizwerke in Betrieb. Die Vision der Stadtwerke ist es, bis 2040 den Münchner Bedarf an Fernwärme überwiegend aus Geothermie zu decken, der Ausbau schreitet voran. Daher muss  die Workover-Anlage in der Lage sein, schnell zu den verschiedenen Standorten zu gelangen.

Für die anwesenden Geothermie-Spezialisten aus den Anrainerstaaten der Ostsee sind derartige Neuentwicklungen von Interesse: Das Baltic-Sea-Symposium bescheinigte der Geothermie ein großes Potenzial für den verstärkten Einsatz in den jeweiligen Ländern. Dänemark und Polen etwa deuteten die große Zahl bereits vorhandener Fernwärmenetze als Chance für mehr nutzbare Erdwärme. Norwegen stellte heraus, dass aktuell noch 60 Prozent seiner Elektrizität zum Heizen genutzt werde. Finnland stellte die Arbeiten an der ersten Tiefbohrung von 7 bis 8 Kilometern Länge vor, die ebenfalls für Fernwärme genutzt werden soll. Generell gebe es in den Ländern der Ostseeregion einen großen Heizbedarf und ein stärker werdendes Interesse an Technologien zum Nutzen von Erdwärme, so der Tenor der Veranstaltung.

Das Symposium wurde von der Internationalen Energie Agentur (IEA Geothermal TCP, kurz für Technology Collaboration Programme) initiiert und in Kooperation mit der Internationalen Geothermischen Vereinigung (IGA) durchgeführt. PtJ stellt seit 2016 den Chairman für das Geothermal TCP und hatte die Organisation des Symposiums übernommen. Darüber hinaus war PtJ auch auf der GeoTHERM selbst mit einem Messestand vertreten. Die Messebesucher konnten sich hier über die verschiedenen nationalen und internationalen Fördermöglichkeiten von Forschungsprojekten im Bereich Geothermie informieren.

Weitere Informationen

Baltic Sea Symposium

Workover-Anlage aus dem Projekt EBIMA

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