BMBF-Initiative GlobE – Eine deutsch-afrikanische Erfolgsgeschichte


Das Bild zeigt eine Frau bei der Gemüseernte in einem kenianischen Dorf.

Bild: Wolfgang Stütz/Universität Hohenheim

Der afrikanische Kontinent leidet mit Dürren und zunehmendem Verlust fruchtbarer Böden ganz besonders unter dem Klimawandel. Mit der Förderinitiative „GlobE – Forschung für die globale Ernährungssicherung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) haben deutsche und afrikanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den vergangenen sechs Jahren innovative und regional angepasste Lösungen entwickelt, um die Ernährungssituation vor Ort zu verbessern. Der Projektträger Jülich setzt die Initiative im Auftrag des BMBF um.

Die Erde muss bereits heute mehr als sieben Millionen Menschen ernähren – mit steigender Tendenz. Mangel- und Fehlernährung sind in afrikanischen Ländern besonders verbreitet, die Folgen des Klimawandels verschärfen die Situation der Bevölkerung zusätzlich. Im Rahmen der Initiative GlobE haben deutsche und afrikanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den letzten sechs Jahren gemeinsam mit lokalen Akteuren nach Lösungen gesucht, um die Ernährungssituation zu verbessern. Mit Erfolg, wie die „GlobE Pan-African Conference“ vom 3. bis 5. Dezember in Kenia noch einmal verdeutlicht hat. Das Besondere an der Initiative: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickelten keine Lösungen am Reißbrett, sondern gingen aktiv in betroffene Dörfer. Gemeinsam mit Kleinbauern, Dorfältesten und Frauen, was in den Dörfern bei Weitem noch keine Selbstverständlichkeit ist, wurden innovative Lösungen entwickelt. Auf diese Weise wurden deutsche und afrikanische Kompetenzen gebündelt, High-Tech-Ansätze mit traditionellem Wissen verknüpft.

Auf der Abschlusskonferenz konnten die Teilnehmenden nun auf eine Vielzahl erfolgreicher Projekte zurückblicken, die die Situation in vielen Dörfern nachhaltig verbessert haben. Beispiele gibt es viele. In einem Projekt wurden sogenannte „Taschengärten“ entwickelt, deren Wasserhaltekapazität deutlich höher ist als im Boden. Hiermit kann die Bevölkerung auch in der Trockenzeit Gemüse anbauen und Versorgungsengpässe überbrücken. Das Projekt lief so erfolgreich, dass die Dorfbevölkerung daraus ein Geschäftsmodell entwickelte und begann, das Gemüse zu verkaufen. In einem weiteren Projekt wurde ein Überwachungssystem entwickelt, das Schädlinge anhand ihrer akustischen Signale in Lagerstätten aufspürt. Die zuverlässige Lagerung der Ernten ist in vielen Regionen ein ebenso großes Problem wie die Bewirtschaftung der Flächen an sich. Nicht selten werden ganze Lagerbestände durch Schädlinge vernichtet. Mit dem entwickelten Überwachungssystem können die Schädlinge in den Lagerstätten nun früh aufgespürt und entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Hauptziel der Konferenz war es, die Ergebnisse aus GlobE zu verbreiten und in die Anwendung zu bringen. Neben dem Rückblick auf die Erfolge der vergangenen sechs Jahre schauten die Teilnehmenden auch schon in die Zukunft. Im Rahmen von Strategie-Workshops entwickelten sie zukünftige deutsch-afrikanische Forschungsinitiativen zu den GlobE- Themenfeldern „Welternährung“, „Armutsreduzierung“ und „ressourcenschonende Landnutzung“.

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