JPI Oceans: Forschungsprojekte zu Mikroplastik in marinen Systemen gestartet


Das Bild zeigt eine Plastiktüte udn einen Fisch Unterwasser.

Bild: richcarey/iStock/thinkstock

Mikroplastik ist weniger als fünf Millimeter groß. Es entsteht, wenn Plastikmüll im Meer von Wellen und von der UV-Strahlung immer weiter zerkleinert wird. Ursache für die großen Mengen an Mikroplastik im Meer sind nicht nur Plastiktüten und sonstiger Kunststoffabfall, sondern auch Plastikkügelchen aus Kosmetika sowie Kunststofffasern synthetischer Kleidung, die mit dem Abwasser ins Meer gelangen.

Das Mikroplastik ist so beständig, dass es in Form immer kleinerer Partikel über Jahrzehnte fortbesteht und sich im Wasser ansammelt, wo es giftige Schadstoffe wie Flammschutzmittel und Weichmacher in die Umwelt abgibt. Im Meer wird das Mikroplastik dann von Meerestieren und Vögeln mit der Nahrung aufgenommen und gelangt so in die Nahrungskette. Bisher ist jedoch unklar, wie gefährlich die Plastikteilchen für die Natur und schließlich auch für den Menschen sind.

Die internationale Förderinitiative „Mikroplastik in marinen Systemen“ im Rahmen der Joint Programming Initiative Healthy and Productive Seas and Oceans (JPI Oceans), an der sich auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beteiligt, soll das ändern. Da Kunststoff erst seit etwa 60 Jahren weltweit in riesigen Mengen produziert wird, handelt es sich bei Mikroplastik um eine relativ neue Umweltverschmutzung. Dementsprechend gibt es noch keine gesetzlichen Regelungen hinsichtlich der Herstellung, Nutzung und Entsorgung. Die gemeinsame Initiative soll nun die Grundlage für den weiteren Umgang mit Mikroplastik bilden. Die ausgewählten Forschungsverbünde haben ihre Arbeit bereits aufgenommen. Unter ihnen sind auch deutsche Forschungsinstitute wie das Alfred-Wegener-Institut, das Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung sowie das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Beim Kick-off-Meeting in Madrid stellten die Forscher ihre Vorhaben vor und diskutierten, wie ihre Ergebnisse in die europäische und weltweite Gesetzgebung einfließen können.

Das Verbundprojekt BASEMAN widmet sich z. B. der Entwicklung international einheitlicher Messmethoden, um regional unterschiedliche Ergebnisse miteinander vergleichen zu können. BASEMAN soll die besten Methoden vorschlagen, Mikroplastik aus den verschiedenen Arten von Proben herauszutrennen, um es dann in verschiedenen Laboren mit höchster Vergleichbarkeit vermessen zu können.

Im Projekt WEATHER-MIC soll erforscht werden, was langfristig mit dem Mikroplastik in der marinen Umwelt geschieht. Dabei wird nicht nur der Zerfall in immer kleinere Teilchen untersucht und welche Umweltfaktoren ihn hauptsächlich beeinflussen, sondern auch welche Auswirkungen die Verwitterung auf Verbleib und Effekte von Plastikpartikeln hat.

Ein weiteres Gebiet, das in den kommenden drei Jahren untersucht wird, betrifft die Giftigkeit von Mikroplastik. Die beiden Projekte PLASTOX und EPHEMARE beschäftigen sich mit den ökotoxikologischen Auswirkungen von Mikroplastik auf marine Ökosysteme. Untersucht werden soll beispielsweise, wie viel Mikroplastik von Tieren aufgenommen wird und ob es giftige Stoffe in den Körper der Tiere abgibt. Erhoben wird auch, ob Rückstände von Plastik im Körper verbleiben und in der Nahrungskette aufsteigen, wenn die Tiere gefressen werden. Erst dann kann die von Mikroplastik ausgehende Gefahr für Mensch und Natur in vollem Umfang eingeschätzt werden.

Der Projektträger Jülich (PtJ) koordiniert die Ausschreibung „Mikroplastik in marinen Systemen“ im Auftrag des BMBF. Die Umweltverschmutzung durch Mikroplastik gewinnt international immer mehr an Gewicht und war auch eines der großen Themen beim Treffen der G7-Wissenschaftsministerinnen und -minister im Oktober 2015 in Berlin.

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