Projektträger Jülich unterstützt Entwicklung modularer Unterwasserfahrzeuge


Bild: Alexander Hub, TKMS

Bild: Alexander Hub, TKMS

In den Forschungsvorhaben Modifiable Underwater Mothership (MUM) und MUM 2 wird aktuell eines der größten unbemannten Unterwasserfahrzeuge entwickelt. Das frei konfigurierbare modulare System soll dabei helfen, die Meere zu erforschen und ressourcenschonend zu erschließen. Der Projektträger Jülich (PtJ) betreut das Großprojekt im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) fachlich und administrativ.

Seit Jahrhunderten träumt die Menschheit von einer Erkundung der Ozeane mit hochentwickelten Unterwasserfahrzeugen. Die passenden Visionen lieferte dazu einstmals der Schriftsteller Jules Verne. Heute arbeitet ein Forscherteam bereits konkret an einer neuen Generation von meerestechnischen Systemen für autonome Arbeiten in der Tiefsee. In den Verbundvorhaben MUM und MUM2 entwickeln Industrie und Wissenschaft gemeinsam ein innovatives Unterwasserfahrzeug mit hochmoderner Sensorik, das wie ein Baukastensystem für bestimmte Einsätze konfiguriert werden kann. Mit Übergabe des Zuwendungsbescheides am 29. Juni 2021 startet die zweite Phase von Modifiable Underwater Mothership - MUM 2 - nun offiziell.

Großes Ziel des Verbundes MUM2 ist es, bis zum Jahr 2024 einen neuen Standard für umweltfreundliche, sichere und effiziente Unterwasserarbeiten mit großen unbemannten Fahrzeugen zu schaffen. Das angestrebte flexible Modulsystem könnte für vielfältige Anwendungen in den Meeren, beispielsweise im Bereich Offshore-Wind, beim Monitoring von Unterwasserinfrastruktur oder beim Aufbau von Bohrgeräten am Meeresboden, autonom eingesetzt werden. Zunächst werden die Technologien in einem Großdemonstratorerprobt, der mit über 25 Metern Länge eines der weltweit größten unbemannten Unterwasserfahrzeuge darstellen wird.

Dieses Projekt geht in vielerlei Hinsicht völlig neue Wege. Eine große Herausforderung stellt die Autonomie dar – also die Fähigkeit, eigenständig unter Wasser zu navigieren und konkrete Aufgaben abzuarbeiten. So muss diekünstliche Intelligenz des Unterwasserfahrzeugs unter anderem andere Objekte im Seeverkehr sicher erkennen können. Zudem sind genaue Informationen über die aktuelle Position auch in der Tiefe des Ozeans notwendig – dort sind GPS-Signale nicht zu empfangen.Eine weitere Herausforderung ist die automatische Systemüberwachung und Fehlerbehebung. Hierfür erarbeiten die Projektbeteiligten völlig neue technologische Lösungen. Darüber hinaus streben die Forschenden auch beim Antrieb mit Wasserstoff-Brennstoffzellen einen Innovationssprung an.

Im Verbundprojekt kooperieren die Unternehmen thyssenkrupp Marine Systems (tkMS) mit Atlas Elektronik im Unterauftrag und EvoLogics mit dem Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE), dem DLR-Institut für den Schutz maritimer Infrastrukturen sowie der Universität Rostock und der Technischen Universität Berlin. In MUM2 sind Gesamtkosten von rund 35 Millionen Euro von 2021 bis 2025 vorgesehen, davon werden vom BMWi rund 20 Millionen Euro aus dem Maritimen Forschungsprogramm gefördert. Der Zuwendungsbescheid wurde am 29. Juni 2021 vom Maritimen Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft Norbert Brackmann in Kiel an die Projektpartner übergeben.

Es besteht für die meerestechnische Branche die große Chance, einen nationalen Systemintegrator zu etablieren. Dies wäre sowohl für die Projektpartner als auch für eine Vielzahl innovativer Unternehmen, die bislang zumeist als Zulieferer fungieren, ein großer Erfolg. MUM könnte somit ein Leuchtturm für die maritime Wirtschaft in Deutschland werden.

Weitere Informationen


Webseite des Verbundvorhabens MUM

Maritime Förderprogramme des BMWi

 

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