Pilotinnovationswettbewerb "Organersatz aus dem Labor"

eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Die Knappheit von Spenderorganen ist ein gesellschaftliches Problem, das durch einen hohen Leidensdruck der Patientinnen und Patienten gekennzeichnet ist, die auf ein passendes Spenderorgan warten. Die Vision, Ersatzorgane aus patienteneigenem Material im Labor zu züchten, könnte einen wirkungsvollen Beitrag zur Lösung des Problems liefern. Im Erfolgsfall würde der Organersatz aus dem Labor eine echte Sprunginnovation für den medizinischen Fortschritt bedeuten. Daher wurde dieser Ansatz als ein Pilotwettbewerb für die Förderung von Sprunginnovationen durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgewählt.

Weltweit wird an verkleinerten, dreidimensionalen organähnlichen Strukturen bzw. Modellen aus menschlichen oder tierischen Zellen gearbeitet, die lebensfähig sind und organtypische Eigenschaften zeigen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung beabsichtigt mit seiner Förderung, bestehende Limitierungen bei der Kultivierung von Organoiden zu überwinden und die Realisierung der Vision im Labor gezüchteter Ersatzorgane zu forcieren. Der dringlichste Bedarf an Spenderorganen in Deutschland besteht laut Eurotransplant 2017 bei Niere, Leber, Herz, Lunge und Bauchspeicheldrüse. Deshalb konzentriert sich Wettbewerb zunächst auf diese fünf Organe.

Während der nicht geförderten Wettbewerbsphase müssen die Bewerberinnen und Bewerber mehrere Stufen durchlaufen. Am Ende erhalten die drei Gewinnerteams die Möglichkeit, einen Förderantrag für ein Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zu stellen, um ihre Methoden der Kultivierung von Organoiden in Richtung Organersatz voranzutreiben. Der erste Platz kann eine Fördersumme von bis zu 3 Millionen Euro beantragen, der zweite bis zu 2 Millionen Euro und der dritte Platz bis zu 1 Million Euro.

Alle Updates zum Pilotinnovationswettbewerb: Anmeldung zum Newsticker "Organersatz aus dem Labor"

Einreichungsfrist:28. Juni 2019 ( noch 36 Tage )
Startdatum: 12. April 2019 Enddatum: 28. Juni 2019 Heute 22. Mai 2019

Informationen zur Förderung


Wer wird gefördert?

Nur die drei Gewinnerteams des Wettbewerbs qulifizieren sich für eine Förderung. Antragsberechtigt für die Förderung sind deutsche staatliche und nicht staatliche Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit FuE-Kapazität in Deutschland, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Ausländische Partner können ggf. im Unterauftrag beteiligt werden, falls eine benötigte Expertise in Deutschland nicht vorhanden ist.

Zum Zeitpunkt der Auszahlung einer gewährten Zuwendung wird das Vorhandensein einer Betriebsstätte oder Niederlassung (Unternehmen) bzw. einer sonstigen Einrichtung, die der Tätigkeit des Zuwendungsempfängers dient (Hochschule, Forschungseinrichtung), in Deutschland verlangt.

Was wird gefördert?

Es sollen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben (FuE-Vorhaben) der maximal drei Gewinnerteams des Wettbewerbs gefördert werden. Dafür werden die Organoide prämiert, die transplantierbaren Organen am nächsten kommen. Die geförderten FuE-Vorhaben sollen dazu dienen, die entsprechende Entwicklung zum Organersatz weiter voranzutreiben.

Wie wird gefördert?

Die Zuwendungen werden im Wege der Projektförderung gewährt. Die Förderung erfolgt in Form nicht rückzahlbarer Zuschüsse. Zuwendungsfähig für Antragstellende außerhalb der gewerblichen Wirtschaft ist der vorhabenbedingte Mehraufwand wie Personal-, Sach- und Reisemittel sowie ggf. die Vergabe von Aufträgen. In begründeten Ausnahmefällen sind auch projektbezogene Investitionen, die nicht der Grundausstattung des Antragstellenden zuzurechnen sind, förderfähig.

Antragsberechtigte Einrichtungen können für die Dauer von maximal 36 Monaten gefördert werden. Der erste Platz im Wettbewerb kann mit bis zu 3.000.000 Euro, der zweite Platz mit bis zu 2.000.000 Euro und der dritte Platz mit bis zu 1.000.000 Euro gefördert werden. Der Höchstbetrag gilt pro Vorhaben (Verbund- oder Einzelprojekt) und versteht sich inkl. der Projektpauschale bei Hochschulen sowie allen anderen Pauschalen. Falls Unternehmen beteiligt sind, kann der aufgrund beihilferechtlicher Vorschriften zu leistende Eigenanteil der Unternehmen ggf. das Projektgesamtvolumen erhöhen.

Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und für Vorhaben von Forschungseinrichtungen, die in den Bereich der wirtschaftlichen Tätigkeiten fallen, sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten. In der Regel können diese – je nach Anwendungsnähe des Vorhabens – unter Berücksichtigung der beihilferechtlichen Vorgaben bis zu 50 Prozent anteilfinanziert werden. Nach BMBF-Grundsätzen wird eine angemessene Eigenbeteiligung – grundsätzlich mindestens 50 Prozent der entstehenden zuwendungsfähigen Kosten – vorausgesetzt.

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