Potenzialstudien


Potenzialstudien zeigen einen konkreten Fahrplan für Umsetzungsempfehlungen von investiven und strategischen Klimaschutzmaßnahmen auf. Der Fokus liegt auf kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen, die sich in eine langfristige Strategie einbetten. Gefördert wird die Erstellung von Potenzialstudien für die unten dargestellten Bereiche.

Zuwendungsfähig sind grundsätzlich die Vergütungen für den Einsatz fachkundiger externer Dienstleister.

Rahmenbedingungen:

  • Förderquote: max. 50 Prozent bzw. 70 Prozent für finanzschwache Kommunen
  • Bewilligungszeitraum: 12 Monate

Als Antrag einzureichen sind:

Abfallentsorgung


Eine Potenzialstudie zur klimafreundlichen Abfallentsorgung zeigt auf, wie kurz-, mittel- und langfristig Treibhausgaseinsparungen durch die Optimierung der Abfallsammlung, der Abfallbehandlung und der Wertstoffverwertung erreicht werden können.

 

Siedlungsabfalldeponien


Eine Potenzialstudie für Siedlungsabfalldeponien analysiert die spezifische Ausgangssituation einer stillgelegten Deponie sowie die technisch und wirtschaftlich umsetzbaren Treibhausgasminderungspotenziale.

Neben den Ausgaben für die Vergütung des externen Dienstleisters zur Erstellung der Studie sind zusätzlich angemessene Ausgaben für Untersuchungen am Deponiekörper zuwendungsfähig, die für die Ermittlung des Emissionspotenzials notwendig sind, wie z. B. Bohrungen, Feststoffprobenahmen und -analysen, Gasmessungen, Belüftungsversuche. Die Notwendigkeit ist zu begründen.

Hinweis: Eine Potenzialstudie, die nicht älter als zwei Jahre ist und die hier genannten Ziele und Anforderungen erfüllt, ist Grundlage zur Förderung des investiven Förderschwerpunkts  Technologien zur aeroben in-situ-Stabilisierung von stillgelegten Siedlungsabfalldeponien (gemäß Ziffer 2.12.3 der Kommunalrichtlinie).

Abwasserbehandlungsanlagen


Eine Potenzialstudie für klimafreundliche Abwasserbehandlungsanlagen zeigt auf, wie die THG-Emissionen und Energiekosten der Abwasserreinigung kurz-, mittel- und langfristig gesenkt werden können.

Die Potenzialstudie „Abwasserbehandlungsanlagen“ muss so ausgestaltet sein, dass die darin enthaltenen Maßnahmen mindestens folgende Ziele erreichen:

  • Deckungsquote des Energiebedarfs für Strom und Wärme durch auf dem Grundstück umgewandelte Energie von mindestens 70 Prozent
  • spezifischer jährlicher Energiebedarf der gesamten Anlage (inkl. lokal umgewandelter Energie) von maximal 23 kWh/Einwohnerwert (EW)

Hinweis: Eine Potenzialstudie, die die genannten Ziele und Anforderungen laut Kommunalrichtlinie und Hinweisblatt erfüllt, ist Grundlage zur Förderung des investiven Förderschwerpunkts  Kläranlagen (gemäß Ziffern 2.13.2 ff. der Kommunalrichtlinie):

  • Erneuerung der Belüftung (gemäß Ziffer 2.13.2)
  • Erneuerung von Pumpen und Motoren (gemäß Ziffer 2.13.3)
  • Neubau einer Vorklärung und Umstellung der Klärschlammbehandlung auf Faulung (gemäß Ziffer 2.13.4)
  • Verfahrenstechnik (gemäß Ziffer 2.13.5)

Wenn bereits eine Studie nach den Maßgaben des Arbeitsblattes DWA-A 216 innerhalb der letzten beiden Jahre vor Antragstellung durchgeführt wurde und diese Studie die gleichen oder übertreffenden Ziele einhält, kann diese Studie ebenfalls Grundlage für die Förderung der investiven Maßnahmen sein.

Trinkwasser


Eine Potenzialstudie für klimafreundliche Trinkwasserversorgung zeigt auf, wie die THG-Emissionen und Energiekosten der Trinkwasserversorgung kurz-, mittel- und langfristig gesenkt werden können.

Hinweis: Eine Potenzialstudie, die die genannten Ziele und Anforderungen laut Kommunalrichtlinie und Hinweisblatt erfüllt, kann als Grundlage zur Förderung des investiven Förderschwerpunkts  Systemische Optimierung in der Trinkwasserversorgung (gemäß Ziffer 2.14.2 der Kommunalrichtlinie) dienen.

Nutzung von Abwärme aus Industrie und Gewerbe


Eine Potenzialstudie zur überbetrieblichen Nutzung von Abwärme aus Industrie und Gewerbekomplexen für die Wärmeversorgung von Wohn- und Industriegebäuden zeigt auf, wie der Primärenergieverbrauch, die THG-Emissionen und die Energiekosten der Wärmeversorgung kurz- und mittelfristig gesenkt werden können.

Digitalisierung


Eine Potenzialstudie „Klimaschutz und Digitalisierung“ kann eines der folgenden Themen oder Kombinationen daraus enthalten:

  • Klimaschutz in der IT- und Gebäudetechnik in Rechenzentren
  • Klimaschutz durch Digitalisierung in der Verkehrssteuerung

In der Potenzialstudie „Klimaschutz und Digitalisierung“ mit Fokus Rechenzentren werden der Bestand an IT- und Gebäudetechnik in Rechenzentren sowie deren Betriebsparameter erfasst und die kurz-, mittel- und langfristigen Potenziale zur Energie- und Treibhausgaseinsparung analysiert.

In der Potenzialstudie „Klimaschutz und Digitalisierung“ mit Fokus Intelligente Verkehrssteuerung werden die Möglichkeiten zur THG-Minderung aufgezeigt, die die Nutzung neuer, digitaler (Big Data-)Datenquellen in der Verkehrssteuerung bietet.

Hinweise: Eine Potenzialstudie mit Fokus Rechenzentren, die die genannten Ziele und Anforderungen laut Kommunalrichtlinie und Hinweisblatt erfüllt, kann als eine Grundlage zur Förderung des investiven Förderschwerpunkts  Klimaschutz in Rechenzentren (gemäß Ziffer 2.15 der Kommunalrichtlinie) dienen, um eine bestmögliche Planung zu ermöglichen.

Eine Potenzialstudie mit Fokus Intelligente Verkehrssteuerung, die die genannten Ziele und Anforderungen laut Kommunalrichtlinie und Hinweisblatt  erfüllt, ist Grundlage zur Förderung des investiven Förderschwerpunkts  Intelligente Verkehrssteuerung (gemäß Ziffer 2.11.3 der Kommunalrichtlinie).

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