Kläranlagen


Durch die Förderung im Rahmen dieser Richtlinie soll die Energieeffizienz der Abwasserbehandlungsanlagen deutlich gesteigert und durch lokale Erzeugung die Deckung des eigenen Energiebedarfs dieser Anlagen angehoben werden.

Voraussetzung für die Förderung nach Ziffern 2.13.2 bis 2.13.5 ist, dass die beantragten Einzelmaßnahmen in einer zuvor durchgeführten Potenzialstudie als notwendig eingestuft wurden, um die in Ziffer 2.6 der Kommunalrichtlinie genannten Ziele zu erreichen. Wenn bereits eine Studie nach den Maßgaben des Arbeitsblattes DWA-A 216 innerhalb der letzten beiden Jahre vor Antragstellung durchgeführt wurde und diese Studie die gleichen oder übertreffende Ziele einhält, kann diese Studie ebenfalls Grundlage für die Förderung der Maßnahmen sein. Darüber hinaus gilt, dass sich die Ablaufqualität einer Kläranlage durch die Maßnahmen nicht verschlechtern darf. Dieser Grundsatz ist bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen zu berücksichtigen.

Klärschlammverwertung im Verbund


Gefördert werden investive Maßnahmen an Abwasseranlagen, die die Schlammverwertung im Verbund zum Ziel haben.

Rahmenbedingungen:

  • Förderquote: max. 30 Prozent bzw. 40 Prozent für finanzschwache Kommunen; max. Zuwendung: 200.000 Euro
  • Bewilligungszeitraum: 48 Monate
  • alle teilnehmenden Kläranlagen dürfen höchstens 50 Kilometer Luftlinie von einer zentralen Anlage entfernt sein
  • durch den Schlammtransport zwischen den Anlagen kann ein erhebliches Schlammtransportaufkommen entstehen. Die Emissionen des nötigen Lieferverkehrs müssen bei der Antragstellung schlüssig abgeschätzt und mit den voraussichtlichen Emissionsminderungen verrechnet werden. Die Emissionen dürfen im Ergebnis nicht höher liegen als die erzielbaren Emissionsminderungen durch die Kooperation
  • es wird empfohlen, ein Ressourceneffizienz-Netzwerk gemäß der Inhalte von Ziffer 2.5 im Rahmen des Vorhabens zu etablieren

Als Antrag einzureichen sind:

Erneuerung der Belüftung


Gefördert werden die Erneuerung und Optimierung der Belüftungstechnik zur Senkung des Energiebedarfs an Abwasserbehandlungsanlagen sowie Maßnahmen zur Wärmerückgewinnung zur Steigerung der Gesamteffizienz einer Abwasserbehandlungsanlage.

Rahmenbedingungen:

  • Förderquote: max. 30 Prozent bzw. 40 Prozent für finanzschwache Kommunen; max. Zuwendung: 200.000 Euro
  • Bewilligungszeitraum: 24 Monate
  • die zur Umsetzung beantragten Einzel-Maßnahmen wurden in einer zuvor durchgeführten Potenzialstudie als notwendig eingestuft, um die unter Ziffer 2.6 genannten Ziele zu erreichen

Als Antrag einzureichen sind:

Erneuerung von Pumpen und Motoren


Gefördert wird der Ersatz von wenig effizienten Pumpen und Motoren durch neue, hocheffiziente Pumpen und Motoren. Dies gilt in allen Größenklassen von Abwasserbehandlungsanlagen sowie an die Kläranlage angeschlossene Abwassernetze, bei denen erhebliche Mengen Energie vor allem für die Abwasserpumpen benötigt werden. Gefördert werden Umbaumaßnahmen, durch die diese Energiemengen erheblich reduziert werden.

Rahmenbedingungen:

  • Förderquote: max. 30 Prozent bzw. 40 Prozent für finanzschwache Kommunen; max. Zuwendung: 200.000 Euro
  • Bewilligungszeitraum: 24 Monate
  • die zur Umsetzung beantragten Einzel-Maßnahmen wurden in einer zuvor durchgeführten Potenzialstudie als notwendig eingestuft, um die unter Ziffer 2.6 genannten Ziele zu erreichen

Als Antrag einzureichen sind:

Neubau einer Vorklärung und Umstellung der Klärschlammbehandlung auf Faulung


Gefördert wird für alle Kläranlagen-Größenklassen die Umstellung von aerober zu anaerober Klärschlammbehandlung durch Faulung mit dem Ziel der Methangewinnung zur Energieproduktion. Durch die Förderung einer Vorklärung sowie der Infrastruktur für die Klärschlamm-Faulung soll die Anzahl an Abwasseranlagen mit Faulung erheblich gesteigert werden.

Rahmenbedingungen:

  • Förderquote: max. 30 Prozent bzw. 40 Prozent für finanzschwache Kommunen; max. Zuwendung: 500.000 Euro
  • Bewilligungszeitraum: 48 Monate
  • die Abwasseranlage verfügt zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht über die Möglichkeit der lokalen Klärschlammfaulung
  • die Klärschlammfaulung erfolgt zum Zeitpunkt der Antragstellung mittels aerober Klärschlammstabilisierung
  • die nach erfolgter Umstellung der Klärschlammfaulung erzeugten Gasmengen werden sinnvoll in Form von Kraft-Wärmekopplung, Einspeisung in öffentliche Netze oder zur weiteren kommunalen Nutzung genutzt
  • die zur Umsetzung beantragten Einzel-Maßnahmen wurden in einer zuvor durchgeführten Potenzialstudie als notwendig eingestuft, um die unter Ziffer 2.6 genannten Ziele zu erreichen

Als Antrag einzureichen sind:

Verfahrenstechnik


Gefördert wird die Anwendung innovativer, neuer Verfahren der Abwasserreinigung zur Reduktion des Energieverbrauchs gegenüber bestehenden Systemen.

Rahmenbedingungen:

  • Förderquote: max. 30 Prozent bzw. 40 Prozent für finanzschwache Kommunen; max. Zuwendung: 200.000 Euro
  • Bewilligungszeitraum: 36 Monate
  • die zu installierende energieeffiziente Verfahrungstechnik schränkt die Reinigungsleistung der Abwasseranlage nicht ein
  • die zur Umsetzung beantragten Einzel-Maßnahmen wurden in einer zuvor durchgeführten Potenzialstudie als notwendig eingestuft, um die unter Ziffer 2.6 genannten Ziele zu erreichen

Als Antrag einzureichen sind:

Projektträger Jülich – erkennen. fördern. gestalten.


Der Projektträger Jülich arbeitet im Auftrag von:
Der Projektträger Jülich in Zahlen im Jahr 2017
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