Meeresforschungs- und Meeresüberwachungstechnik

eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Die Erforschung der zeitlich und räumlich hoch variablen Prozesse in den Küstenbereichen, den ozeanischen und den polaren Gebieten, einschließlich ihrer Wechselwirkungen untereinander und mit der Kryo-, Litho- und Atmosphäre, ist eine große logistische Herausforderung und stellt enorme Ansprüche an die Forschungsinfrastruktur.

Voraussetzung für die Erfassung der Prozesse sind hochspezialisierte Messgeräte, getragen von leistungsfähigen Beobachtungsplattformen. Dies können beispielsweise Satelliten zur globalen Beobachtung der Meeresoberfläche sein, moderne Forschungsschiffe, autonom operierende Plattformen oder Geräteträger an der Meeresoberfläche, im Wasserkörper oder am Meeresboden.

Parallel dazu ist die numerische Prozesssimulation ein ebenso unentbehrliches Werkzeug geworden – ihre Grundlage ist eine international vernetzte Recheninfrastruktur. Dazu zählen globale Archivstrukturen der Datenhaltung und Netzstrukturen der Datenverteilung auf modernster technischer Basis. Sie sind die Voraussetzung eines zeitgemäßen Daten- und Informationsaustausches innerhalb der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft.

Beide Komponenten, die beobachtende Küsten-, Meeres- und Polarforschung sowie die theoretische Prozesssimulation, sind im iterativen Erkenntnisprozess nicht voneinander zu trennen. Um auch zukünftig eine leistungsfähige Küsten-, Meeres- und Polarforschung zu erhalten, müssen Infrastrukturen beider Komponenten langfristig zur Verfügung stehen. Angesichts der hohen Entwicklungs- und Betriebskosten gilt es, die Ressourcen zu bündeln und effektiv einzusetzen. Umso mehr Bedeutung kommt der Einrichtung und dem Management nationaler und internationaler Pools von Forschungsschiffen, Unterwasserfahrzeugen und Observatorien zu.

Im Rahmen des Forschungsprogramms „MARE:N - Küsten-, Meeres- und Polarforschung für Nachhaltigkeit“ der Bundesregierung unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) daher die Entwicklung geeigneter Geräte und Methoden.

Zur Meeresforschungstechnik wird eine breite Palette von Geräten und Dienstleistungen gerechnet, die der Messung von meeresrelevanten Daten zur Situationserfassung und Überwachung dienen. Dazu zählen sowohl Einzelkomponenten als auch komplexe Systeme wie langzeitstabile biologische und chemische Sensoren, Oberflächenmesssysteme, wartungsfreie Unterwasserstationen, ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge und Driftkörper. Besonders anspruchsvoll ist der Einsatz drahtloser und energiesparender Unterwasser-Datenübertragungstechnik einschließlich Satellitenkommunikation.

Das Monitoring der Randmeere und offenen Ozeane hat technologisch eine neue Qualitätsstufe erreicht. Automatisch arbeitende Sensor- und Datenübertragungssysteme liefern schnell Informationen über akute Umweltveränderungen. In kontinuierlichen Messreihen werden Daten zur Erkennung mittel- und langfristiger Trends bereitgestellt. Dabei ist es durch verbesserte Hard- und Softwaresysteme möglich, die Messsysteme zu kontrollieren, zu konfigurieren und zu steuern.

Die Projektförderung des BMBF konzentriert sich auf die Entwicklung spezieller Sensorik sowie Konzeption, Entwicklung und Bau von autonom arbeitenden Systemen, die Wasserparameter und -inhaltsstoffe erfassen können. Dabei sind die Betriebs- und Einsatzplattformen derartiger Systeme sehr unterschiedlich. Sie erstrecken sich von speziellen Forschungsschiffen über fest installierte bzw. verankerte Geräteträger (Messplattformen, Messbojen), Nicht-Forschungschiffe (so genannte ship-of-opportunity) bis hin zu passiv treibenden „Driftern“. Erhebliche Fortschritte brachte die Satellitentechnik. Durch sie ist es möglich geworden, die von den tausenden Kilometer entfernten Messsystemen gewonnenen Zustandsparametern des Wasserkörpers bzw. seiner Inhaltsstoffe quasi online in Deutschland empfangen zu können.

Die Forschungsförderung zu Forschungsinfrastrukturen wie der Forschungsflotte und Großgeräten, Mess- und Beobachtungstechnik sowie der Modellierungsinfrastruktur sind im Forschungsprogramm „MARE:N“ skizziert.

 

 

Einreichungsfrist (unbefristet)

Informationen zur Förderung


Wer wird gefördert?

Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen.

Wie wird gefördert?

Die Förderung erfolgt durch nicht rückzahlbare Zuschüsse, wobei Unternehmen sich in der Regel bei Antragstellung mit mindestens 50 Prozent beteiligen müssen.

Publikationen

Mare:N – Küsten-, Meeres- und Polarforschung für Nachhaltigkeit
Download
2016 PDF 5,08 MB

Projektträger Jülich – erkennen. fördern. gestalten.


Der Projektträger Jülich arbeitet im Auftrag von:
Der Projektträger Jülich in Zahlen im Jahr 2016
1085
Mitarbeiter/innen
17.891
Laufende Vorhaben
1.460
Fördervolumen in Mio. Euro
4
Geschäftsstellen