Deutsches Netzwerk für Bioinformatik-Infrastruktur – de.NBI

eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Die Entwicklung der modernen Lebenswissenschaften wird von bedeutenden Technologiefortschritten in analytischen Bereichen angetrieben. Mit Hilfe dieser Technologien werden große Datenmengen produziert, deren Analyse und Wertschöpfung große Chancen für Wissenschaft und Gesellschaft bietet. Diese umfängliche Generierung von Daten stellt aber auch große Anforderungen an ihre optimale Archivierung und Prozessierung. International wettbewerbsfähige und standardkonforme Verwaltung, Bereitstellung und Nutzung großer Datenmengen in den Lebenswissenschaften setzen die Verfügbarkeit von passender Hardware, gepflegten Datenbanken und validen Werkzeugen der Bioinformatik voraus. Ebenso macht das stetig steigende Datenvolumen die Expansion von Rechen- und Speicherkapazitäten notwendig.

Das Bundesforschungsministerium trägt diesen Herausforderungen mit dem gezielten Aufbau einer deutschlandweiten Bioinformatik-Infrastruktur Rechnung. Das „Deutsche Netzwerk für Bioinformatik-Infrastruktur (de.NBI)“ bündelt und koordiniert seit 2015 vorhandene Expertisen und Ressourcen auf diesem Gebiet. 2016 wurden im Rahmen der Förderrichtlinie de.NBI-Partner noch bestehende Lücken ergänzt. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Infrastruktur liegt auf den zahlreichen Trainings- und Fortbildungsveranstaltungen, die de.NBI etwa zu Werkzeuganwendungen, Standardisierungen und Rechendienstleistungen anbietet. Das Bioinformatik-Netzwerk sichert damit den effizienten Einsatz von Zukunftstechnologien in allen Bereichen der lebenswissenschaftlichen Forschung und verbessert die Wettbewerbsfähigkeit des Forschungsstandorts Deutschland.

Einreichungsfrist:Einreichungsfrist ( abgelaufen: 03. November 2015 – 22. Februar 2016 )

Informationen zur Förderung


Wer wird gefördert?

Die Fördermaßnahme richtet sich an bestehende Einrichtungen in Deutschland aus allen Bereichen der Lebenswissenschaften, die bedeutende technische Infrastrukturen, Daten-Ressourcen und Werkzeuge der Bioinformatik bereitstellen. Antragsberechtigt sind Hochschulen und außeruniversitäre Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit FuE-Kapazität in Deutschland. Die Beteiligung von KMU ist ausdrücklich erwünscht.

Was wird gefördert?

Das de.NBI-Netzwerk besteht aus mehreren Leistungszentren und einer Koordinierungseinheit. Es ist eine Gemeinschaftseinrichtung, die bioinformatische Dienstleistungen anbietet und diese kontinuierlich weiterentwickelt. Die Leistungszentren verfügen über spezifische Expertisen und Ressourcen in der Bioinformatik, die sie im Rahmen dieser Infrastrukturinitiative zur Verfügung stellen. Unterstützt durch die Koordinierungseinheit wird so ein Netzwerk aufgebaut, das die Kompetenzen der einzelnen Leistungszentren bündelt und somit eine thematisch umfassende und nachhaltige IT-Basis für die lebenswissenschaftliche Forschung bereitstellt.

Im Rahmen der ergänzenden Förderrichtlinie de.NBI-Partner unterstützt das BMBF zudem Projekte, die die Expertise des bestehenden Netzwerks erweitern. Sowohl das Dienstleistungsangebot als auch die Datenbanken und das Datenmanagement sollen durch Ausbau der derzeit im Netzwerk vorhandenen Expertise und Kapazität erweitert und gestärkt werden. Die Partner-Projekte müssen sich in das bestehende de.NBI-Netzwerk integrieren, um Redundanzen im Dienstleistungsangebot auszuschließen.

Wie wird gefördert?

Die Zuwendung kann auf dem Wege der Projektförderung als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt werden. Die Höhe der Zuwendung pro Vorhaben richtet sich im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel nach den Erfordernissen des beantragten Vorhabens. Zuwendungsfähig ist der vorhabenbedingte Mehraufwand, wie Personal-, Sach- und Reisemittel sowie in begründeten Ausnahmefällen projektbezogene Investitionen, die nicht der Grundausstattung des Antragstellers zuzurechnen sind.

Bemessungsgrundlage für Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen und vergleichbare Institutionen sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben (bei Helmholtz-Zentren – HZ – und der Fraunhofer-Gesellschaft – FhG – die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten), die individuell bis zu 100 Prozent gefördert werden können.

Bei Forschungsvorhaben an Hochschulen wird zusätzlich zu den zuwendungsfähigen Ausgaben eine Projektpauschale in Höhe von 20 Prozent gewährt.

Aktueller Stand


Das de.NBI-Netzwerk wird seit März 2015 dezentral aufgebaut. Zu Beginn wurden 23 Arbeitsgruppen gefördert, deutschlandweit verteilt auf acht Service- und Leistungszentren unterschiedlicher thematischer Ausrichtung sowie eine Koordinierungseinheit. Im November 2016 wurden bestehende thematische Lücken des Bioinformatik-Netzwerkes gezielt durch acht im Rahmen der Förderrichtlinie de.NBI-Partner ausgewählte Projekte mit weiteren 16 Arbeitsgruppen ergänzt. Forscherinnen und Forscher aus den Lebenswissenschaften haben damit umfangreichen Zugriff auf qualitativ hochwertige Bioinformatik-Dienstleistungen wie bioinformatischen Service, Training und Schulungen. Ebenfalls im November 2016 wurde mit dem Aufbau einer de.NBI-Cloud begonnen, um den Nutzerinnen und Nutzern der de.NBI-Aktivitäten ausreichend Rechen- und Speicherkapazitäten zur Verfügung zu stellen. Im September 2017 wurde die Förderung der acht de.NBI- Service- und Leistungszentren durch das Bundesforschungsministerium nach einer Zwischenevaluierung verlängert. Die Unterstützung der de.NBI-cloud mit Software und Personal beträgt inzwischen circa 30 Millionen Euro, insgesamt wird das Deutsche Netzwerk für Bioinformatik-Infrastruktur vom Bundesforschungsministerium bis Ende 2021 mit fast 80 Millionen Euro gefördert.

Im August 2016 ist Deutschland zudem der europäischen Infrastrukturinitiative ELIXIR (European Life Sciences Infrastructure for Biological Information) beigetreten, einem Verbund aus 22 europäischen Partnern sowie Israel (Stand Februar 2020). Das de.NBI-Netzwerk bildet dabei den deutschen Knoten von ELIXIR, über den alle de.NBI-Aktivitäten nun auch auf europäischer Ebene angeboten werden.

Projektträger Jülich – erkennen. fördern. gestalten.


Der Projektträger Jülich arbeitet im Auftrag von:
Der Projektträger Jülich in Zahlen im Jahr 2020
1.372
Mitarbeiter/innen
30.350
Laufende Vorhaben
2192
Fördervolumen in Mio. Euro
4
Geschäftsstellen

PtJ ist zertifiziert nach DIN EN ISO 9001 : 2015 und ISO 27001 auf Basis IT-Grundschutz