Polarforschung

Die Polargebiete sind Schlüsselregionen für die Klimaentwicklung und damit für das Leben auf unserem Planeten. Mit dem Beitritt zum Spitzbergenvertrag 1925 und zum Antarktisvertrag 1959 ist Deutschland in die Erforschung der Polargebiete auf internationaler Ebene eingebunden. Themenschwerpunkte sind die Untersuchung der Wechselwirkungen von Kryo-, Hydro- und Atmosphäre. Im Vordergrund stehen Klima- und Ökosystemforschung, aber auch die Entwicklung polartauglicher Technologie und die Suche nach Naturstoffen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert Projekte und Forschungsvorhaben in den Polarregionen, insbesondere in der Arktis, die zum besseren Verständnis der arktischen Prozesse beitragen im Rahmen des Programms "Forschung für nachhaltige Entwicklungen". Schwerpunktmäßig gefördert werden Projekte, die sich mit Veränderungen in marinen und terrestrischen Bereichen der Polargebiete im Laufe der Zeit und deren Auswirkungen auf Umwelt und Ökosysteme befassen. Dabei sind sowohl regionale als auch globale Aspekte von Interesse. Eine Einbindung der Vorhaben in bilaterale Abkommen zur wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit im Rahmen von Kooperationen mit ausländischen Partnern sollte angestrebt werden.

Klimaforschung

Hier geht es um geowissenschaftliche und ozeanografische Forschungen zum besseren Verständnis der Prozesse in den Polargebieten, die als "Klimaküchen" der Gegenwart und der Vergangenheit gelten. Wesentliche Bestandteile der Förderung sind die Bestandsaufnahme und Beschreibung von Ursachen und Folgen klimatischer Schwankungen, Vorhersagen mit Hilfe von Modellen sowie Präventiv- und Schutzmaßnahmen hinsichtlich der Auswirkungen von Klimaveränderungen.

Umweltforschung

Ein zentrales Anliegen der Untersuchungen ist die Trennung natürlicher von anthropogenen Einflüssen (Stoffeinträge) und die Erforschung der damit verbundenen Veränderungen in den polaren Gebieten. Die Kenntnis von Stoffkreisläufen und ihren Veränderungen in Abhängigkeit von den herrschenden Umweltbedingungen und der zeitlichen Entwicklung, sowohl im marinen als auch terrestrischen Milieu, sind wichtige Aspekte der Förderung.

Geowissenschaftliche Forschung

Bis auf wenige Gebiete sind die Polarregionen in vieler Hinsicht weitgehend unerforscht. Dabei ist ein besseres Verständnis für die geologischen Prozesse und ihre Auswirkungen, die letztlich die Basis aller nachfolgenden Entwicklungen der belebten und der unbelebten Natur sind, von grundlegender Bedeutung für die Interpretation und Bewertung vorliegender und noch zu erhebender Daten. Untersuchungen der ozeanischen und kontinentalen Kruste bzw. Lithosphäre sowie der dort ablaufenden Prozesse bilden einen Teil der Forschungsförderung.

Förderung

Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Die Förderung erfolgt durch nicht rückzahlbare Zuschüsse. Bei Antragstellung durch Unternehmen beträgt die Eigenbeteiligung in der Regel mindestens 50 Prozent. Die Förderung muss schriftlich und formgebunden beantragt werden und ist teilweise an Ausschreibungen gebunden.

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