Ozeankonferenz der Vereinten Nationen

14. Juni 2017

Zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinten Nationen befasste sich eine UN-Konferenz ausschließlich mit dem Schutz der Meere. Vom 5. bis zum 9. Juni 2017 trafen sich Delegationen aus über 150 Ländern in New York. Die deutsche Delegation wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) geleitet. Auch Vertreter des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) waren vor Ort.

Plastikmüll im Meer, Ozeanversauerung, Sauerstoffminimumzonen, Verlust von Artenvielfalt, und Überfischung – diese Probleme bedrohen unsere Meere und Ozeane. Der Anstieg des Meeresspiegels gefährdet Küstenregionen und Inselstaaten. Die Ozeankonferenz soll diese Bedrohungen international angehen.

In ihrem Abschlussdokument einigten sich die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen auf 22 Maßnahmen, die sich an Regierungen, an Firmen und Konzerne und an einzelne Bürger richten: Staaten sollen wirksame Gesetze zum Meeresschutz einführen, für Unternehmen sollen in Zukunft verbindliche Richtlinien gelten, die zum Beispiel die Entsorgung von Plastikmüll regulieren, und auch Touristen und Konsumenten sollen Verantwortung für den Schutz der Meere übernehmen, etwa durch bewusstes Kaufverhalten von nachhaltig gefangenem Fisch. So soll das 14. Nachhaltigkeitsziel, das sich dem „Leben unter Wasser“ widmet, erreicht werden. Es ist eines von 17 Nachhaltigkeitszielen, die sich die Vereinten Nationen im Jahr 2015 gesetzt haben. Die auch SDGs genannten Ziele (Sustainable Development Goals) sollen im Rahmen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung umgesetzt werden.

Die Bundesregierung unterstützt mit dem Fachprogramm "MARE:N - Küsten-, Meeres- und Polarforschung für Nachhaltigkeit" unter Federführung des BMBF das Erreichen des UN-Nachhaltigkeitsziels 14. MARE:N ist ein ressortübergreifendes forschungsprogrammatisches Gesamtkonzept für die Projektförderung in den drei Schwerpunktbereichen Küste, Meer und Polargebiete und wurde gemeinsam mit Interessengruppen aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft entwickelt. Die Bundesregierung stellt im kommenden Jahrzehnt über vier Milliarden Euro für meereswissenschaftliche Projekte zur Verfügung. MARE:N ist eingebettet in das Forschungsprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA)“, mit dem das BMBF einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele leisten möchte.

In einer aktuellen Ausschreibung von MARE:N mit dem Vereinigten Königreich ruft das BMBF Forscher dazu auf, Ideen für Forschungsprojekte einzureichen, die die Auswirkungen des Klimawandels für die Arktis untersuchen. Außerdem hat das BMBF das aktuelle Wissenschaftsjahr 2016*2017 den Meeren und Ozeanen gewidmet.

Der Projektträger Jülich setzt MARE:N um und unterstützt das BMBF inhaltlich im Rahmen des Wissenschaftsjahrs.

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