Das PFAFF-Gelände in Kaiserslautern: Vom ehemaligen Werksgelände zum klimaneutralen Stadtquartier

09. Oktober 2017

Bis zum Jahr 2022 sollen auf dem PFAFF-Gelände in Kaiserslautern innovative, leistungsfähige und nachhaltige Infrastrukturen für Strom, Wärme, Kälte, E-Mobilität und digitale Dienstleistungen realisiert werden.

Wie das Industrieareal der ehemaligen Nähmaschinenfabrik PFAFF zum innovativen und klimaneutralen Stadtquartier wird, können Bürger in den nächsten Jahren in Kaiserslautern beobachten. Bis zum Jahr 2022 soll die Energiewende im Quartier auf dem circa 3,5 Hektar großen Teilgebiet des brachliegenden Werksgeländes erfolgreich umgesetzt werden: Historische Gebäude und Neubauten werden mit lokal erzeugter erneuerbarer Energie versorgt. Leistungsfähige und nachhaltige Infrastrukturen für Strom, Wärme, Kälte, Elektromobilität und Digitales werden geschaffen.

Im Forschungsvorhaben EnStadt:Pfaff entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam mit allen beteiligten Akteuren vor Ort das Areal in der Nähe des Zentrums von Kaiserslautern in ein klimaneutrales Wohn-, Gewerbe- und Technologiequartier. Basis bilden die erneuerbaren Energien, die intelligent vernetzt verschiedene Sektoren miteinander verknüpfen. Speicher und ein intelligentes Energiemanagement will das Forscherteam installieren, um das Angebot von grünem Strom flexibel an die Nachfrage von erneuerbaren Energien anpassen zu können. Drei historische Gebäude sollen erhalten bleiben, um den Charakter des alten Unternehmens widerzuspiegeln. Die Industriebauten werden mit innovativen Technologien energieeffizient saniert.

Das gesamte Konzept wird als Reallabor umgesetzt: Im ehemaligen Kesselhaus der einstigen Nähmaschinenfabrik werden Planungsprozesse und technologische Lösungen für Jedermann erlebbar und mit Virtual Reality erfahrbar. Nutzer, Bewohner, Fachplaner, Investoren, Forscher, Vertreter aus Verwaltung und Politik können hier vor Ort gemeinsam über das entstehende klimaneutrale Stadtquartier diskutieren und es gemeinsam optimieren. Partizipation, Transparenz sowie Interaktion und Akzeptanz aller Beteiligten ist im Forschungsvorhaben EnStadt:Pfaff ein bedeutender Schwerpunkt.

Das Pfaff-Quartier ist eines von sechs Leuchtturmprojekten der in 2016 gestartetem Förderinitiative Solares Bauen/Energieeffiziente Stadt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Das Forschungskonsortium hat Anfang Oktober als erstes von sechs weiteren Städten seine Arbeiten begonnen und setzt sich aus der Stadt Kaiserslautern (Federführung), der Pfaff-Areal-Entwicklungsgesellschaft, der Palatina Wohnbau und den Stadtwerken Kaiserslautern zusammen. Als wissenschaftliche Partner sind die Fraunhofer Institute ISE und IESE sowie die Hochschulen Fresenius, Kaiserslautern und Trier dabei.

Das praxisrelevante und zukunftsweisende Gesamtkonzepte für energieeffiziente Quartiere wird vom BMWi mit rund 16 Millionen Euro und vom BMBF mit rund 7 Millionen Euro gefördert.
Der Projektträger Jülich setzt die Förderbekanntmachung im Auftrag von BMWi und BMBF fachlich und administrativ um.

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