Medizinische Systembiologie – MedSys

eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Komplexe Krankheitsbilder wie Neurodegenerative Erkrankungen, Multiple Sklerose, Krebs und Diabetis sind allein durch die Erhebung von Genomics-, Proteomics- und Metabolomicsdaten in ihrer Entstehung und in ihrem Verlauf nicht zu erfassen. Hierzu sind systemorientierte Ansätze erforderlich, die ein zusammenhängendes und besseres Bild der zugrundeliegenden Vorgänge ermöglichen.

Mit der Förderbekanntmachung zur „Medizinischen Systembiologie – MedSys“ will das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) einen attraktiven Raum für die Zusammenarbeit zwischen Industrie und akademischer Forschung im hoch innovativen Feld der medizinischen Systembiologie bieten.

In interdisziplinären Verbundvorhaben mit Expertise von der klinischen Medizin, über Bioanalytik und Bioinformatik bis hin zur mathematischen Modellierung wurden systembiologisch relevante Fragestellungen im medizinischen Bereich bearbeitet. Dabei kann es sich beispielsweise um die Vorhersage der Toxizität neuer Wirkstoffe, die Entwicklung neuer diagnostischer Marker unter Berücksichtigung der humanen Genomvariabilität oder um das tiefere Verständnis über die in genomweiten Assoziationsstudien entdeckten Krankheitsgene handeln.

"MedSys" wird dabei von den schon laufenden systembiologischen Förderaktivitäten HepatoSys, FORSYS, FORSYS-Partner und SysMO flankiert. Erfahrungen zum experimentellen Design, zur Datenstandardisierung und zum Datenmanagement, die in diesen Aktivitäten gesammelt wurden, sollen dazu genutzt werden, die medizinischen Ansätze schnell und effizient auf den Weg zu bringen. Ziel ist es, das Potenzial der medizinischen Systembiologie zu nutzen, um die Voraussetzungen für Innovationen in der Pharma- und Biotech-Industrie zu schaffen und den Entwicklungsstandort Deutschland weiter zu stärken.

Deutsch-österreichische Zusammenarbeit 

Das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, Österreich (BMWF) hat nach Deutschland (BMBF Bekanntmachung vom 18.1.08) im Rahmen des Österreichischen Genomforschungsprogramms am 21.2.2008 die Förderaktivität „Medizinische Systembiologie – MedSys“ ausgeschrieben. Basierend auf dieser Ausschreibung wollen beide Länder auf dem innovativen Feld der medizinischen Systembiologie binationale Zusammenarbeiten zwischen österreichischen und deutschen Forschergruppen unterstützen. Dabei ist das Förderverfahren der Partnerländer thematisch und terminlich aufeinander abgestimmt. Förderungen werden länderspezifisch gewährt, d.h. die deutschen Partner werden durch das BMBF, die Partner aus Österreich durch das BMWF gefördert.

Eine binationale Zusammenarbeit bietet das Potential, wichtige Expertise über die eigenen Ländergrenzen hinaus einzubinden, ist aber für deutsche Verbundvorhaben keine Fördervoraussetzung im Rahmen von MedSys.

Geförderte Projekte

Seit 2009 werden insgesamt 18 Verbünde mit 44,2 Millionen Euro gefördert, wobei 4,1 Millionen von der Industrie getragen werden.Zwei der 18 Verbundprojekte haben Partner aus Österreich. Die zur Förderung empfohlenen Projekte beschäftigen sich thematisch mit Krebserkrankungen, Immunologie/ Infektion, sowie mit dem Schwerpunkt Schmerz, metabolische Erkrankungen, Biofilme oder chronische Wunden.

Weitere Bekanntmachungen sind im Rahmen der Medizinischen Systembiologie zur Zeit nicht geplant. 

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