Kompetenznetze in der Agrar- und Ernährungsforschung

eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Die Agrar- und Ernährungswissenschaften haben bei der Lösung globaler Probleme eine nicht zu unterschätzende Bedeutung: Besondere Herausforderungen sind das gleichzeitige Auftreten von Unter- und Mangelernährung in weiten Teilen der Welt sowie Über- und Fehlernährung in den Industrieländern. Hinzu kommen die Zerstörung von Anbauflächen und die Verlagerung von klimatischen Zonen, Wassermangel, Verringerung der biologischen Vielfalt u.a.m. Zusätzlich wird mit weltweit zunehmendem Bedarf an Energie und stofflichen Ressourcen Biomasse stärker auch für deren Gewinnung benötigt.

Die Agrar- und Ernährungsforschung in Deutschland ist gefordert – will sie weiterhin im internationalen Vergleich kompetitiv bleiben – zur Beantwortung der genannten gesellschaftlichen Fragen beizutragen. Unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Entwicklung der Agrarwissenschaften in Deutschland im Kontext benachbarter Fächer (Gartenbau-, Forst- und Ernährungswissenschaften) vom 10. November 2006 schreibt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) daher im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und den Ländern die Förderaktivität "Kompetenznetze in der Agrar- und Ernährungsforschung" aus.

Die Förderinitiative verfolgt folgende Ziele:

  • Aufbau einer exzellenten international sichtbaren Agrar- und Ernährungsforschung durch Bündelung der agrar- und ernährungswissenschaftlichen Kompetenzen von Hochschulen, außeruniversitärer Forschung, Ressortforschung und Wirtschaft
  • Profilierung der agrar- und ernährungswissenschaftlichen Forschung auf Themen der Zukunft mit hoher gesellschaftlicher Relevanz, die an der gesamten Wertschöpfungskette ausgerichtet sind
  • Aufbau und Sicherung einer qualitativ hochwertigen Ausbildung wissenschaftlicher Nachwuchskräfte
  • Verbesserung des Ergebnis-Transfers in Wirtschaft und Gesellschaft

Die verschiedenen relevanten Innovationsfelder (u. a. Pflanze, Umwelttechnologien, Biotechno-logie) der Hightech-Strategie der Bundesregierung sollen berücksichtigt und darüber hinaus Beiträge für die Umsetzung der Hightech-Strategie zum Klimaschutz geleistet werden. Die im Rahmen der Kompetenznetze geförderten Forschungsprojekte sollen auf die gesamte landwirt-schaftliche Wertschöpfungskette von der Urproduktion natürlicher Ressourcen bis hin zur Bereitstellung qualitativ hochwertiger Rohstoffe (Lebensmittel, Futtermittel, Biomasse) für den Verbraucher ausgerichtet sein. Für die Bildung eines kohärenten Profils des Kompetenznetzes ist insgesamt eine intensive Interaktion innerhalb und zwischen den Projekten erforderlich. Da dies aufgrund der Komplexität der Themen, der großen Anzahl von verschiedenen Partnern und Projekten eine anspruchsvolle Aufgabe darstellt, ist dafür die Förderung eines gesonderten Koordinationsprojekt vorgesehen, das bei der koordinierenden Universität angesiedelt ist.

Aus 27 im Rahmen der Initiative eingereichten Skizzen wurden in einem ersten Auswahlverfahren 9 ausgewählt, die eine Förderung von bis zu 30.000 € erhielten, um innerhalb eines halben Jahres ein Gesamtkonzept zu erarbeiten. Aus diesen Konzepten wurden Anfang 2009 die AgroClustEr Synbreed, CROP.SENSe.net, PHÄNOMICS und FoCus für eine Förderung ausgewählt und zur Antragstellung eingeladen. Ende 2009 wurde nach gründlicher Überarbeitung des Konzepts zusätzlich das Netzwerk WeGa zur Antragstellung eingeladen. Das BMBF stellt für die Umsetzung der Konzepte zunächst bis zu 40 Millionen Euro zur Verfügung. Die eingereichten Vorhaben haben eine maximale Laufzeit von 5 Jahren.

  • Weitere Informationen (PDF - 181 KB) Inhalt, Struktur und Fördersummen der einzelnen geförderten Kompetenznetze

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