Kompetenznetze in der Agrar- und Ernährungsforschung

eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Die Agrar- und Ernährungswissenschaften haben bei der Lösung globaler Probleme eine nicht zu unterschätzende Bedeutung: Besondere Herausforderungen sind das gleichzeitige Auftreten von Unter- und Mangelernährung in weiten Teilen der Welt sowie Über- und Fehlernährung in den Industrieländern. Hinzu kommen die Zerstörung von Anbauflächen und die Verlagerung von klimatischen Zonen, Wassermangel, Verringerung der biologischen Vielfalt u. a. m. Zusätzlich wird mit weltweit zunehmendem Bedarf an Energie und stofflichen Ressourcen Biomasse stärker auch für deren Gewinnung benötigt. Die Agrar- und Ernährungsforschung in Deutschland ist gefordert – will sie weiterhin im internationalen Vergleich kompetitiv bleiben – zur Beantwortung der genannten gesellschaftlichen Fragen beizutragen. Unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Entwicklung der Agrarwissenschaften in Deutschland im Kontext benachbarter Fächer (Gartenbau-, Forst- und Ernährungswissenschaften) vom 10. November 2006 schreibt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) daher im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und den Ländern die Förderaktivität "Kompetenznetze in der Agrar- und Ernährungsforschung" aus.

Einreichungsfrist:Einreichungsfrist ( abgelaufen: 10. Dezember 2007 – 15. April 2008 )

Informationen zur Förderung


Wer wird gefördert?

Antragsberechtigt sind Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen mit Sitz in Deutschland. Es sollen thematisch orientierte Kompetenznetze untereinander in einen Wettbewerb treten, die zur Stärkung der Agrar- und Ernährungsforschung in Deutschland beitragen und Lösungsbeiträge für gesellschaftlich relevante Themen liefern.

Forschungseinrichtungen, die gemeinsam von Bund und Ländern grundfinanziert werden, kann nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Projektförderung für ihren zusätzlichen Aufwand bewilligt werden.

Was wird gefördert?

Die Förderinitiative verfolgt folgende Ziele:

  • Aufbau einer exzellenten international sichtbaren Agrar- und Ernährungsforschung durch Bündelung der agrar- und ernährungswissenschaftlichen Kompetenzen von Hochschulen, außeruniversitärer Forschung, Ressortforschung und Wirtschaft
  • Profilierung der agrar- und ernährungswissenschaftlichen Forschung auf Themen der Zukunft mit hoher gesellschaftlicher Relevanz, die an der gesamten Wertschöpfungskette ausgerichtet sind
  • Aufbau und Sicherung einer qualitativ hochwertigen Ausbildung wissenschaftlicher Nachwuchskräfte
  • Verbesserung des Ergebnis-Transfers in Wirtschaft und Gesellschaft

Die verschiedenen relevanten Innovationsfelder (u. a. Pflanze, Umwelttechnologien, Biotechnologie) der Hightech-Strategie der Bundesregierung sollen berücksichtigt und darüber hinaus Beiträge für die Umsetzung der Hightech-Strategie zum Klimaschutz geleistet werden. Die im Rahmen der Kompetenznetze geförderten Forschungsprojekte sollen auf die gesamte landwirtschaftliche Wertschöpfungskette von der Urproduktion natürlicher Ressourcen bis hin zur Bereitstellung qualitativ hochwertiger Rohstoffe (Lebensmittel, Futtermittel, Biomasse) für den Verbraucher ausgerichtet sein.

Wie wird gefördert?

Das Verfahren ist zweistufig angelegt. In der ersten Stufe sollen im Rahmen von Projekten, die jeweils bis zu einem Zuwendungsbetrag von 30.000 Euro für eine Laufzeit von ca. fünf Monaten gefördert werden können, Konzepte zur Kompetenzbündelung erstellt werden. Die Förderung muss notwendig sein und es muss sich dabei um neue Konzepte handeln. Im Zentrum der Kompetenzbündelung sollen die Hochschulen stehen. Den Koordinatoren der in der ersten Stufe vorausgewählten Initiativen wird – ggf. zusammen mit Empfehlungen zur Überarbeitung und Ergänzung der vorgelegten Konzeptskizze - die Vorlagefrist zur Einreichung des vollständigen Konzeptes („Gesamtkonzept“) im Rahmen der zweiten Stufe des Wettbewerbsverfahren mitgeteilt. Nach Auswahl der besten und aussichtsreichsten Gesamtkonzepte sollen die Umsetzungen zur Kompetenzbündelung in Form von Projekten unterstützt werden. Vom BMBF gefördert werden auf Grundlage der ausgewählten Konzepte insbesondere FuE-Projekte der Verbundforschung sowie ein Projekt zur Koordination des Kompetenznetzes. Insgesamt stehen für die Fördermaßnahme „Kompetenznetze in der Agrar- und Ernährungsforschung“ bis zu 40 Millionen Euro für einen Zeitraum von ca. fünf Jahren zur Verfügung.

Die Zuwendungen können im Wege der Projektförderung als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt werden.

 Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten, die in der Regel – je nach Anwendungsnähe des Vorhabens – bis zu 50 Prozent anteilfinanziert werden können. Nach BMBF-Grundsätzen wird eine angemessene Eigenbeteiligung – grundsätzlich mindestens 50 Prozent der entstehenden zuwendungsfähigen Kosten – vorausgesetzt.

Bemessungsgrundlage für Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen und vergleichbare Institutionen sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben (bei Helmholtz-Zentren und der Fraunhofer-Gesellschaft – FhG – die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten), die individuell bis zu 100 Prozent gefördert werden können.

Die Bemessung der jeweiligen Förderquote muss den Gemeinschaftsrahmen der EU-Kommission für staatliche FuE-Beihilfen berücksichtigen Dieser Gemeinschaftsrahmen lässt für Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) eine differenzierte Bonusregelung zu, die ggf. zu einer höheren Förderquote führen kann.

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