Joint Programming Initiative "Antimicrobial Resistance" (JPIAMR)

eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Die WHO bezeichnet das weltweite Auftreten von multiresistenten Erregern als eine der größten Gefahren für die menschliche Gesundheit. Laut Zahlen der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene sterben in Deutschland jährlich 30.000 Menschen an Infektionen durch Krankenhauskeime. Neue Medikamente und therapeutische Ansätze sind daher dringend notwendig, um bakterielle Infektionen zu bekämpfen und damit Tausende Leben zu retten. 

Die europäische Forschungslandschaft im Bereich der antibiotischen Resistenzforschung ist bislang zersplittert, spezielle Programme für diesen Forschungsbereich gibt es nur in wenigen Ländern. In der „Joint Programming Initiative on Antimicrobial Resistance“ (JPIAMR) haben sich 19 Mitgliedstaaten zusammengefunden, um die Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet zu koordinieren und sich untereinander abzustimmen. Nur durch die fachübergreifende Bündelung der Erfahrungen und Ressourcen von Wirtschaft, Gesundheitswesen und Wissenschaft kann die Resistenz gegen antimikrobielle Wirkstoffe in Europa nachhaltig verringert werden.

Durch gezielte JPIAMR-Förderbekanntmachungen sollen im Rahmen internationaler Kooperationen, die komplementären und synergistischen Stärken in der Forschung gebündelt und die Entwicklung und Umsetzung neuer Ansätze zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenzen erleichtert werden.

Mit der zweiten Bekanntmachung „Neue Einsatzmöglichkeiten für vernachlässigte Antibiotika und Charakterisierung von Antibiotika oder Antibiotika-Nichtantibiotika-Kombinationen zur Bekämpfung bakterieller Antibiotikaresistenzen“ fördern die beteiligten Länder die Sicherung des Schutzes gegen antimikrobielle Resistenzen bei Mensch und Tier durch:

  • Neueinsatz vernachlässigter und nicht mehr verwendeter Antibiotika (ND-AB)
  • Kombination von ND-AB und Antibiotika
  • Kombination von ND-AB und Nichtantibiotika

Ziel ist es, das Auftreten von Resistenzen zu verringern bzw. vorhandene Resistenzen zu bekämpfen.

Der Schwerpunkt der ersten Förderrunde (2014) bezog sich auf Grundlagen- und Translationsforschung zur Identifizierung neuer Anhaltspunkte für mögliche Wirkstoffe, die  zur Entwicklung neuartiger Antibiotika und Antiinfektionsstrategien eingesetzt werden können. Die geförderten Forschungsvorhaben umfassen Ansätze, die nach Wegen suchen, die regulatorischen und wirtschaftlichen Faktoren zu minimieren, die der Einführung neuer Antibiotika und Antiinfektionspräparate entgegenstehen (keine deutsche Beteiligung).

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