Innovative Systemtoxikologie als Alternative zum Tierversuch – InnoSysTox

eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Bevor Medikamente zugelassen oder Chemikalien in Umlauf gebracht werden, müssen diese toxikologisch geprüft werden. Nur so können mögliche schädliche Wirkungen neuer Substanzen auf Verbraucher und Umwelt analysiert und bewertet werden. Für viele dieser toxikologischen Untersuchungen ist der Einsatz von Tierversuchen gesetzlich vorgeschrieben. Ein Tierversuch kann jedoch die Reaktion des menschlichen Körpers nicht immer verlässlich vorhersagen, da sich die Biologie von Mensch und Tier mitunter sehr voneinander unterscheiden. Oftmals deutlich bessere Ergebnisse können daher Testverfahren liefern, die menschliche Zellkulturen verwenden. In der Maßnahme „Innovative Systemtoxikologie als Alternativmethode zum Tierversuch (InnoSysTox)“ sollen innovative Versuchsmethoden und Technologien mit dem systembiologischen Ansatz kombiniert werden. Ziel der Maßnahme ist es, die Gesundheitsrisiken für den Menschen besser vorhersagen zu können und zugleich die Zahl der Tierversuche zu verringern.

Die Maßnahme InnoSysTox knüpft an die bisherigen Erfolge im Förderschwerpunkt „Ersatzmethoden zum Tierversuch“ an. Das BMBF hat die Bekanntmachung gemeinsam mit der Niederländischen Organisation für Gesundheitsforschung und Entwicklung (ZonMw) im September 2014 veröffentlicht.

Einreichungsfrist:Einreichungsfrist ( abgelaufen: 05. September 2014 – 16. Dezember 2014 )

Informationen zur Förderung


Wer wird gefördert?

Antragsberechtigt sind staatliche und nicht-staatliche Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaften mit eigener Rechtsperson sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit Sitz in Deutschland. Die Beteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) ist ausdrücklich erwünscht.

Was wird gefördert?

Gegenstand der Förderung sind zunächst auf drei Jahre angelegte anwendungsorientierte Projekte internationaler Forschungsverbünde. Jedes Projekt muss systembiologische und toxikologische Aspekte beleuchten sowie dem 3R-Konzept nach Russel und Burch entsprechen. Dieses Prinzip beschreibt Alternativmethoden, die entweder Tierversuche vollständig ersetzen (Replacement) oder – falls dies nicht möglich ist – zumindest eine Reduzierung der Anzahl der verwendeten Tiere (Reduction) bzw. eine Minderung des Belastungsgrades der Tiere (Refinement) erlauben.

Wie wird gefördert?

Die Zuwendungen können auf dem Weg der Projektförderung als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt werden. Jedes gemeinsame Projektkonsortium kann Mittel in Höhe von maximal 750.000 Euro beantragen, wobei die Laufzeit des gemeinsamen Projekts maximal drei Jahre beträgt. Eine grenzüberschreitende Förderung ist nicht zulässig.

Bemessungsgrundlage für Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen und vergleichbare Institutionen sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben (bei Helmholtz-Zentren und der Fraunhofer-Gesellschaft – FhG – die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten), die individuell bis zu 100 Prozent gefördert werden können.

Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten, die in der Regel – je nach Anwendungsnähe des Vorhabens – bis zu 50 Prozent anteilfinanziert werden können. Nach BMBF-Grundsätzen wird eine angemessene Eigenbeteiligung – grundsätzlich mindestens 50 Prozent der entstehenden zuwendungsfähigen Kosten – vorausgesetzt. Für KMU erlaubt die AGVO gegebenenfalls höhere Förderquoten.

Aktueller Stand


Im Rahmen der Bekanntmachung wurden vier deutsch-niederländische Verbünde für die Förderung ausgewählt. Die Projekte sind zwischen Februar und Juli 2016 gestartet und werden über einen Zeitraum von drei Jahren unterstützt. Die Forschungsteams bearbeiten Fragestellungen aus den Bereichen der Leber-, Nieren- und Neurotoxizität mit einem breiten methodisch-technologischem Spektrum. Im Mittelpunkt stehen neue Wege zur Sicherheitsanalyse, in der Krebstherapie oder für eine personalisierte Medizin. Innovative Zellkulturansätze, mikrofluidische Testsysteme und bildgebende Verfahren werden mit mathematischer und toxikokinetischer Modellierung und Simulation sowie systemischer Toxikologie in Einklang gebracht. Etwa zur Hälfte der Laufzeit soll ein begleitendes Statusseminar, gegen Ende ein Abschlusssymposium stattfinden.

Publikationen

Systembiologie – Die Netzwerke des Lebens verstehen
Download
2016 PDF 7,58 MB

Projektträger Jülich – erkennen. fördern. gestalten.


Der Projektträger Jülich arbeitet im Auftrag von:
Der Projektträger Jülich in Zahlen 2016
1085
Mitarbeiter/innen
17.891
Laufende Vorhaben
1.460
Fördervolumen in Mio. Euro
4
Geschäftsstellen