Innovative Systemtoxikologie als Alternative zum Tierversuch (InnoSysTox)

eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Toxikologische Untersuchungen sind ein etabliertes Verfahren zur Risikobewertung und Abklärung möglicher schädlicher Wirkungen neuer Substanzen auf Verbraucher und Umwelt, bei denen, auch aufgrund regulatorischer Anforderungen, Tierversuche notwendig sind. Die in der vorliegenden Maßnahme angestrebte Kombination von Systembiologie und anderen Basistechnologien mit neuartigen Versuchsmethoden soll zur Entwicklung integrierter toxikologischer Teststrategien beitragen, die spezifischere und aussagekräftigere Ergebnisse liefern können als die Daten aus bisherigen Tierversuchen. Letztlich soll mit der Etablierung neuer toxikologischer In-vitro-Testverfahren sichergestellt werden, dass bei einer steigenden Zahl notwendiger Sicherheitsprüfungen für Verbraucher und Arbeitnehmer die Vorhersage und Quantifizierung menschlicher Gesundheitsrisiken verbessert und die Zahl der Versuchstiere verringert werden kann.

Anknüpfend an die bisherigen Erfolge der Maßnahmen im Förderschwerpunkt „Ersatzmethoden zum Tierversuch“ und „Innovative Toxikologie zur Reduzierung von Tierversuchen (e:ToP)“ hat das BMBF gemeinsam mit der Niederländischen Organisation für Gesundheitsforschung und Entwicklung (ZonMw) in den Niederlanden in einer bilateralen Fördermaßnahme am    5. September 2014 die ergänzende Bekanntmachung „Innovative Systemtoxikologie als Alternative zum Tierversuch (InnoSysTox)“ veröffentlicht. Dies ist die erste deutsch-niederländische Partnerschaft auf dem Gebiet der systemtoxikologischen Forschungsförderung. Mit InnoSysTox wird das neue Forschungskonzept von e:ToP weitergeführt und die Forschungskraft aus Deutschland und den Niederlanden auf dem Gebiet gebündelt. In interdisziplinären Verbundprojekten aus mindestens einem deutschen und einem niederländischen öffentlichen Partner sowie aus einem privaten Partner sollen etablierte Methoden etwa aus den Bereichen der Omics-Analysen, der Bioinformatik sowie der Systembiologie kombiniert werden, um in humanen Zellkulturen die toxische Wirkung von Chemikalien auf molekularer Ebene abzubilden. Die Anwendung des systembiologischen Ansatzes eröffnet hierbei gänzlich neue Wege, um Testmethoden zur Prüfung chemischer Substanzen ohne den Einsatz von Tierversuchen zu etablieren.

Gegenstand der Förderung sind zunächst auf drei Jahre angelegte anwendungsorientierte Projekte internationaler Forschungsverbünde. Um die notwendige interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Fachdisziplinen zu stärken und die Konzeption innovativer Projektideen anzustoßen, wurde zusätzlich eine Plattform zur Suche nach potentiellen Antragspartnern eingerichtet. Zur Erstellung von Projektskizzen ist das hierfür vorgesehene Einreichungsportal "ProjectNet"-System zu nutzen. Den Link zur Plattform und zum Einreichungsportal finden Sie unten.

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