Medizinische Infektionsgenomik - Genomforschung an pathogenen Mikroorganismen

eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Ziel der Förderung im Rahmen der Förderaktivität "Medizinische Infektionsgenomik - Genomforschung an pathogenen Mikroorganismen " ist es, mit einem erweiterten Untersuchungsansatz zu einem besseren Verständnis bakterieller Infektionserreger und ihrer Veränderungen während des Infektionsprozesses wie auch der Anpassung von Krankheitserregern an ihren Wirtsorganismus in verschiedenen Stadien einer Infektion zu gelangen.

Durch die Charakterisierung der molekularen und zellulären Basis von durch bakterielle Pathogene verursachte Infektionen, die Analyse der Evolution mikrobieller Virulenz, auch unter Berücksichtigung des horizontalen Gentransfers, der grundsätzlichen physiologischen Eigenschaften bakterieller Interaktionen bei Infektionsprozessen sowie die Untersuchung der mikrobiellen Ökologie und Populationsbiologie bakterieller Infektionserreger, sollen die Grundlagen geschaffen werden für die Entwicklung neuer Ansätze für die Prävention, Diagnose und Therapie von Infektionskrankheiten sowie von neuen Impfstoffen.

Die Förderaktivität „Medizinische Infektionsgenomik - Genomforschung an pathogenen Mikroorganismen“ baut auf den Forschungs- und Förderinitiativen "Genomforschung an Mikroorganismen – GenoMik", „Basisinnovationen in der genombasierten Infektionsforschung“ und den Aktivitäten des ERA-NETs PathoGenoMics auf, die in Deutschland zur Entwicklung international wettbewerbsfähiger Kompetenznetze der Genomforschung an pathogenen Mikroorganismen geführt haben. Während frühere Untersuchungen im Wesentlichen auf den infektiösen Erreger selbst, das Pathogen, fokussierten, ist es in einem erweiterten Ansatz zukünftig notwendig, das Gesamtgeschehen eines Infektionsprozesses auch unter Einbeziehung des Wirtsorganismus und seiner Reaktionsmechanismen zu studieren. Auch Interaktionen mit der jeweiligen Begleitflora können für das Infektionsgeschehen von Bedeutung sein und sollen in die Beobachtungen eingebunden werden. Während die vorliegenden Richtlinien grundsätzlich auf pathogene Prokaryoten fokussieren, können im Zusammenhang mit Untersuchungen zur Begleitflora auch Eukaryoten Gegenstand der Untersuchungen sein. 

Gemeinsam mit der thematisch verwandten Förderaktivität „Anwendungsorientierte Forschung an nicht-pathogenen Mikroorganismen für Gesundheit, Ernährung und ressourceneffiziente Industrieproduktion“ soll letztlich dazu beigetragen werden, durch die enge Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft den Technologietransfer und damit die wissenschaftliche sowie wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands weiter zu verbessern. 

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