Forschungsnetz Systemmedizin der Leber

eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

In Deutschland sind etwa fünf Millionen Menschen von Lebererkrankungen betroffen. In der Behandlung sind bereits viele Fortschritte gemacht worden, dennoch sind die Ursachen oft nicht genau bekannt. Die Aufklärung grundlegender Mechanismen bei der Entstehung von Lebererkrankungen und die Entwicklung neuer Behandlungsansätze sind daher von hoher Wichtigkeit und stellen gleichzeitig das Gesundheitssystem vor eine große Herausforderung.

Mit der Veröffentlichung der Richtlinien zur Förderung eines „Forschungsnetzes Systemmedizin der Leber - LiSyM (Liver Systems Medicine)“ begegnet das BMBF dieser Herausforderung, indem der Fokus der Maßnahme auf die Identifizierung übergreifender Schlüsselprozesse gelegt wird, die zur Entstehung von Lebererkrankungen führen. Durch die Anwendung des systembiologischen Forschungsansatzes in der klinischen Leberforschung wird die Voraussetzung geschaffen, einen möglichen Krankheitsverlauf auf Basis mathematischer Modellierung vorherzusagen. Konkret sollen krankheitsrelevante und möglichst personalisierte Multiskalen-Modelle aus den identifizierten Schlüsselprozessen abgeleitet werden, die für die Entwicklung neuartiger Therapie- und Präventionsansätze eingesetzt werden können. Basierend auf aktuellen Fortschritten in der klinischen Leberforschung soll mit diesem Ansatz eine frühzeitige Behandlung ermöglicht werden, mit der schweren Krankheitsverläufen vorgebeugt werden kann.

Die Maßnahme setzt damit die erfolgreichen Forschungsaktivitäten der BMBF-Vorgängerprogramme HepatoSys / HepatoSysII und Die Virtuelle Leber fort, die einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung verschiedener physiologischer Prozesse der Leber, wie Verfettung, Regeneration und Entzündung, mit Hilfe des systembiologischen Forschungsansatzes, leisten konnten. Erste Multiskalen-Modelle für eine Übertragung in die Klinik wurden bereits erfolgreich entwickelt. Die in diesem Rahmen aufgebaute Forschungsstruktur soll nun für die Umsetzung der Ziele des Forschungsnetzes LiSyM eingesetzt werden.

Gefördert werden interdisziplinäre Kooperationen von Ärzten, Molekularbiologen und Bioinformatikern in Form von Forschungsverbünden und Nachwuchsgruppen. Dabei soll der Fokus auf eine übergeordnete medizinisch relevante Fragestellung gerichtet sein, mit einem zukünftigen Anwendungspotential für die Diagnostik und Therapie.

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