Geschäftsfeld Europäisches Forschungsmanagement

Der Projektträger Jülich (PtJ) leistet einen wichtigen Beitrag zur europäischen Forschungs- und Innovationspolitik. Seit über 20 Jahren werden die EU-Programme durch die Nationalen Kontaktstellen (NKS) begleitet, fünf davon stellt PtJ im Auftrag der zuständigen Ministerien bereit. Neben der Beratung zur EU-Forschungspolitik ist der Projektträger auch in deren Umsetzung eingebunden und kooperiert dazu mit Forschungsförderern anderer Mitgliedstaaten in mehr als vierzig europäischen Koordinierungsinitiativen. Er ist somit maßgeblich in die Schaffung eines wettbewerbsfähigen europäischen Forschungsraums (European Research Area, ERA) eingebunden.

Forschungsförderung mitgestalten und gemeinsame Strategien umsetzen:
Europäische Gremien und Koordinierungsinitiativen

Die europäische Forschungspolitik wird von den Mitgliedstaaten aktiv mitgestaltet. In den Programmausschüssen stimmen sich beispielsweise die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten über die konkrete Umsetzung der Forschungsrahmenprogramme ab. Zu den deutschen Delegationen gehört jeweils ein nationaler Experte, den das zuständige Bundesministerium berufen und die EU-Kommission bestätigen muss. In den Themenbereichen Biotechnologie, Werkstoffe, Energie und Umwelt wurden PtJ-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter als nationale Experten nominiert. Über die Programmausschüsse hinaus ist PtJ in zahlreichen Gremien und Koordinierungsinitiativen aktiv und unterstützt seine Auftraggeber auf nationaler und europäischer Ebene dabei, zukünftige Themenfelder für die Forschungs- und Innovationsförderung zu identifizieren. So zum Beispiel in verschiedenen Joint Programming Initiativen (JPI), deren Ziel eine gemeinsame Planung der nationalen Forschungsprogramme der EU-Mitgliedstaaten ist.

Darüber hinaus ist PtJ eng mit Forschungsförderern anderer EU-Mitgliedstaaten vernetzt. Im Rahmen der ERA-Nets arbeiten beispielsweise verschiedene Länder daran, ihre nationalen Forschungsförderaktivitäten besser aufeinander abzustimmen und im Ergebnis gemeinsame Ausschreibungen zu veröffentlichen. Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahmen (CSA) der EU, an denen sich PtJ ebenfalls beteiligt, begleiten die Vernetzungsaktivitäten in den ERA-Nets oder den JPI mit Hilfe von Veranstaltungen, Analysen oder der Entwicklung gemeinsamer Informationssysteme.

Die Zusammenarbeit mit wichtigen Akteuren der europäischen Forschungs- und Innovationslandschaft vertieft PtJ als Mitglied im europäischen Verband von Innovationsförderern, TAFTIE (The European Network of Innovation Agencies).

Wissenschaft und Wirtschaft beraten:
Nationale Kontaktstellen

Die europäischen Forschungsrahmenprogramme bieten deutschen Forscherinnen und Forschern zahlreiche Möglichkeiten der Unterstützung. Wichtigstes Bindeglied zwischen der europäischen Forschungsförderung und den Interessenten in den jeweiligen Ländern sind die Nationalen Kontaktstellen (NKS). Ihre Aufgabe ist es, nationale Antragstellerinnen und Antragsteller in allen Fragen zur europäischen Forschungsförderung zu beraten. PtJ ist von den Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF) sowie für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Einvernehmen mit der Europäischen Kommission als NKS für zentrale Themenbereiche des Rahmenprogramms für Forschung und Innovation der Europäischen Union beauftragt: NKS Lebenswissenschaften, NKS Umwelt und NKS Werkstoffe im Auftrag des BMBF sowie NKS Energie und NKS Schifffahrt und Meerestechnik im Auftrag des BMWi. Für die Themenbereiche Bioökonomie, Energie, Umwelt und Werkstoffe fungieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von PtJ darüber hinaus als Programmkoordinatoren, das heißt, sie sind die Hauptansprechpartner für ihr jeweiliges Themengebiet innerhalb des deutschen NKS-Netzwerkes

Nationale Kontaktstellen beim Projektträger Jülich

  • Nationale Kontaktstelle Energie
  • Nationale Kontaktstelle Lebenswissenschaften (zusammen mit dem Projektträger im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt)
  • Nationale Kontaktstelle Werkstoffe
  • Nationale Kontaktstelle Umwelt
  • Nationale Kontaktstelle Schifffahrt und Meerestechnik