Potenziale erkennen

Die Welt wird digitaler: neue Geräte, stärkere Vernetzung, bessere Datennutzung. Das eröffnet auch Chancen, effizienter mit unseren Ressourcen umzugehen. Das fängt in den eigenen vier Wänden an. Sensoren und Apps helfen uns beispielsweise, Energie nur dann zu verbrauchen, wenn es tatsächlich nötig ist. Ähnliches gilt für Unternehmen. Sie erkennen dank IT-Lösungen, wo sie welche Materialien verschwenden, wann Maschinen unnötig laufen oder wie sich Rohstoffe einfacher wiederverwerten lassen. Potenziale zum Optimieren und Einsparen werden so offengelegt. Komplette Wertschöpfungsketten lassen sich auf diese Weise effizienter und „grüner“ gestalten. Der Projektträger Jülich betreut zahlreiche Förderprogramme und Projekte, die hierfür neue Ansätze und Lösungen entwickeln. Das stärkt den Wirtschaftsstandort Deutschland und schont gleichzeitig Klima und Umwelt.

Vorbild für die Kleinen

Jede kleinere Stadt oder Gemeinde ist anders. Dennoch können alle voneinander lernen. Insbesondere wenn es darum geht, Energie zu sparen und dadurch sowohl Kosten zu senken als auch die Umwelt zu schonen. Ein Weg ist eine nachhaltige und umweltfreundlichere Computertechnik. Acht Modellkommunen lernen derzeit im Projekt GreenITown, wo sich überall Potenzial versteckt. „Jede Kommune entwickelt mithilfe von Experten eine maßgeschneiderte Strategie für ihre speziellen Bedürfnisse. Die Ergebnisse sollen anderen Kommunen als Musterlösung dienen und zum Nachahmen anregen“, sagt Robert Spreter, Leiter Kommunaler Umweltschutz bei der Deutschen Umwelthilfe (DUH), die das Projekt durchführt.

Die Ansätze sind ganz unterschiedlich. Emmendingen, eine Stadt mit rund 27.000 Einwohnern im Südwesten Baden-Württembergs, will beispielsweise den Stromverbrauch von jährlich rund 200.000 Kilowattstunden reduzieren. Als einer der größten Energieverbraucher im Rathaus wurde die EDV identifiziert, wie Oberbürgermeister Stefan Schlatterer zum Auftakt des ersten Projektworkshops in Emmendingen Ende Januar 2016 erklärte. Mithilfe von GreenITown will die Stadt ihre bisherigen Maßnahmen überprüfen und weiterentwickeln. Ein ganzes Maßnahmenpaket steht zur Debatte – angefangen vom Austausch von Druckern, über die Bündelung von PCs und deren Vernetzung mit den jeweiligen Arbeitsplätzen, an denen dann „nur“ noch Monitor und Tastatur nötig sind, bis zur Kühlung im Serverbereich mit erneuerbaren Energien.

Oft fehlt Fachpersonal

Bevor es in den acht Modellkommunen losgeht, schaut sich das Team der DUH die Situation vor Ort genau an. Welche Maßnahmen gab es bereits? Welche Geräte sind vorhanden, wie viel Energie verbrauchen diese und welchen Anforderungen müssen sie genügen? „Hier eigenständig Einsparpotenziale aufzudecken und Optimierungen durchzuführen, fällt gerade kleinen und mittelgroßen Kommunen mit bis zu 30.000 Einwohnern schwer. Nicht, weil sie nicht wollen, sondern weil ihnen zum Beispiel oft das passende Fachpersonal fehlt“, erläutert Projektleiter Steffen Holzmann von der DUH. Da kann es vorkommen, dass eine Verwaltung mehr Drucker als Angestellte hat oder die Lüfter für die Kühlung von Computerservern vollkommen falsch eingebaut oder eingestellt sind. Das kostet Energie sowie Geld und belastet das Klima. Aus den Erfolgen der Modellkommunen will die DUH Leitfäden und Tutorials entwickeln und online zur Verfügung stellen. „Kleinere Kommunen erhalten so Grundlagenwissen, um selbst aktiv zu werden“, betont Robert Spreter.

GreenITown läuft bis Ende 2017 und ist Teil der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Der Projektträger Jülich setzt verschiedene Förderprogramme der Klimaschutzinitiative um.

Die acht Modellkommunen

  • Dierdorf (Rheinland-Pfalz)
  • Emmendingen (Baden-Württemberg)
  • Friedrichsdorf (Hessen)
  • Hohen Neuendorf (Brandenburg)
  • Rainau (Baden-Württemberg)
  • Schenefeld (Schleswig-Holstein)
  • Steyerberg (Niedersachsen)
  • Unterföhring (Bayern)

Mit weniger mehr erreichen

Mit weniger mehr erreichen

Quelle: PtJ-Abbildung: Bitte klicken Sie auf die Punkte, um mehr zu erfahren.

Ressourcen sind wichtig, um Wohlstand und Wachstum zu erzeugen. Dazu zählen einerseits Personal, Kapital und Wissen, andererseits natürliche Ressourcen wie etwa metallische und mineralische Rohstoffe, Böden, Luft oder Wasser. Ohne sie würden die vielen Dinge gar nicht existieren, die uns das Leben leichter und angenehmer machen. Doch insbesondere natürliche Ressourcen sind nicht unbegrenzt verfügbar. Wir müssen lernen, schonender und effizienter mit ihnen umzugehen.

Mit weniger mehr erreichen, ist eine Daueraufgabe. Immer neue Ideen und Ansätze sind gefragt, um Prozesse noch effizienter zu machen. Das bedeutet beispielsweise: weniger Energie verbrauchen und weniger Stoffe in den Kreislauf bringen, die aber dafür noch besser wiederverwerten. Ansatzpunkte gibt es viele. Das fängt bei der Ressourcengewinnung an und geht über Transport, Produktion und Nutzung bis hin zum Recycling.

Auch die Digitalisierung bietet hier Chancen. Verschiedene Projekte aus unterschiedlichen Fördermaßnahmen, die der Projektträger Jülich betreut, belegen das. Die drei Beispiele green4scm, Light-Flex und ResourceApp geben einen Einblick, an welchen Stellen im Kreislauf Verbesserungspotenzial schlummert und mit welchen unterschiedlichen Ansätzen dieses Potenzial ausgeschöpft werden kann. Das kann eine hilfreiche App ebenso gut sein wie eine automatisierte Produktion oder eine umfassende Planungssoftware.

Hinweis

Die Texte stammen aus dem Dossier „Digitalisierung“ des PtJ-Geschäftsberichts 2015.

Redaktion:

  • Projektträger Jülich
  • Christian Hohlfeld
  • Katja Lüers

Bildnachweise


  • Hintergrundbild „Potenziale erkennen“: solarseven/iStock/thinkstock

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