Förderung der Energieforschung

Kraftwerk bei Nacht (© shutterstock.com/g/leungchopan)
Kraftwerk bei Nacht (© shutterstock.com/g/leungchopan)

Die politische Bedeutung des Energiethemas hat seit den Ölpreiskrisen der 1970er Jahre kontinuierlich zugenommen, denn das Energiesystem beeinflusst auf direkte oder indirekte Weise nahezu alle Bereiche der Gesellschaft. Mit den seit 1974 aufgelegten Energieforschungsprogrammen schafft die Bundesregierung mit Hilfe der Projektförderung die Basis für eine flexible, allen Anforderungen der Energiepolitik angepasste Energieforschung in Deutschland. Der Projektträger Jülich ist seit dem Beginn der Fördermaßnahmen vor 40 Jahren in die Umsetzung dieser Programme eingebunden.

Das erste Rahmenprogramm zur Energieforschung

Im Jahr 1974 wurde das erste Energieforschungsprogramm aufgelegt. Ziel des Programmes war es, die Energieversorgung Deutschlands sicherzustellen. Mit umfassenden Fördermaßnahmen rund um das Thema Kohle sollten Wege gefunden werden, um die Abhängigkeit von Öl und Gas zu vermindern. Allein die Forschungsarbeiten zur Umwandlung von Kohle in flüssige und gasförmige Energieträger machten ein Drittel des Gesamtbudgets in Höhe von ca. 1,4 Milliarden DM aus. Exploration und Bergbautechnik waren weitere Schwerpunkte. Andere Bereiche, die zum Beispiel die Nutzung von Energie berücksichtigten, hatten eine untergeordnete Bedeutung.

Die im Rahmen des Programmes gewonnenen Erfahrungen zur Energieerzeugung machten eines sehr deutlich: Eine umfassende Energieforschungspolitik musste neben der Erschließung von Energieträgern und deren Umwandlung und Bereitstellung auch den effizienten Einsatz aller Energieträger berücksichtigen.

Energieforschung und Energietechnologien

Die nachfolgenden Rahmenprogramme zur Energieforschung und Energietechnologie bis zum aktuellen 6. Energieforschungsprogramm „Forschung für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung“ waren sehr viel diversifizierter. Seit Anfang der 90er Jahre richtet sich die Energieforschung stark nach den aufkommenden klimapolitischen Vorgaben aus. Die Senkung der energiebedingten Umwelt- und Klimabelastungen bildet seitdem eine der zentralen Leitlinien. In der nichtnuklearen Forschung und Entwicklung wird verstärkt nach Wegen gesucht, erneuerbare Energien zuverlässig und gleichzeitig wirtschaftlich nutzbar zu machen und die konventionelle Kraftwerkstechnik auf die effiziente Verstromung von Kohle und Gas zu fokussieren. Gleichzeitig gewinnen energiesparende Techniken im Endverbrauch an Bedeutung. Innovative Gebäudekonzepte sowie Technologien zur Gebäudeausrüstung und zur Effizienzsteigerung in der industriellen Produktion werden zu wichtigen Handlungsfeldern der Energieforschung. Auf den Einsatz im Verkehrssektor beziehen sich wesentliche Teile der Förderschwerpunkte Wasserstofftechnologien und Brennstoffzellen sowie Speichertechnologien für die Elektromobilität. Die Energieforschung liefert hier im Vorfeld der Fahrzeugentwicklung wichtige Erkenntnisse zur Bereitstellung von funktionsfähigen Komponenten und Systemen.

Energieforschung im Rahmen der Energiewende

Mit dem Energiekonzept und der Neubewertung der Kernenergie gab die Bundesregierung am 28. September 2010 eine Gesamtstrategie bekannt, die den Aufbruch in das Zeitalter einer hoch effizienten und klimaneutralen Energieversorgung einläutet, die zugleich aber die Wirtschaftskraft Deutschlands nicht schwächen soll. Die Eckdaten des Konzepts markieren eine anspruchsvolle Handlungsvorgabe, mit einer Zielmarke im Jahr 2050: Bis dahin sollen die Treibhausgasemissionen um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden. Erreicht werden soll das über drastische Effizienzsteigerungen und durch den Ausbau der erneuerbaren Energien auf über 60 Prozent des Bruttoendenergieverbrauchs. Die Energieforschungspolitik reagiert flexibel auf offene Fragen des angestoßenen Transformationsprozesses. Über gezielte Förderbekanntmachungen werden umfassende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in den wichtigen Handlungsfeldern Energiespeicher und Netze initiiert. Weitere Aktivitäten im Bereich des solaren Bauens und der energieeffizienten Stadt werden folgen. Die technologische Breite der nichtnuklearen Energieforschung, bis hin zu komplexen Systemzusammenhängen, aber auch die enge Verbindung von Energietechnik und Energiewirtschaft stellen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projektträgers seit jeher vor große Herausforderungen. Die lange Erfahrung und Kenntnis der Fachszene aus Wissenschaft und Wirtschaft verbunden mit der ausgewiesenen fachlichen Expertise ermöglichen es den drei in der Energieforschung tätigen PtJ-Geschäftsbereichen, die notwendigen Innovationsprozesse zu identifizieren und geeignete Förderkonzepte für ihre Auftraggeber, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), zu entwickeln. In der täglichen Arbeit werden dabei die Entscheidungen in der nationalen Förderung stets auch vor dem Hintergrund der internationalen Vorgänge in der weltweiten Forschung und Entwicklung bewertet. Die notwendigen Kenntnisse hierzu beziehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projektträgers aus ihrem Engagement in internationalen Gremien und Arbeitsgruppen und über die ebenfalls beim Projektträger Jülich angesiedelte Nationale EU-Kontaktstelle Energie.

Ein Beitrag von Dr. Sabine Semke, Leiterin des Geschäftsbereiches Energietechnologien (ERG) beim Projektträger Jülich.

Entstehung der Projektförderung

Entwicklung der Umweltforschung

Entwicklung der Biotechnologie

Förderung der Materialforschung

Regionen-orientierte Innovationsförderung

Europäischer Forschungsraum