Anwendung systembiologischer Forschungsansätze in der Biomedizin - ERASysBio+

eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Wie werden Gene reguliert? Warum entsteht Krebs? Welcher Organismus produziert den Treibstoff von morgen? Hinter diesen Fragen verbergen sich komplexe Probleme, denen die klassische biologische Vorgehensweise kaum gerecht wird. Nur ein Ansatz, der die Dynamik eines biologischen Systems als Ganzes verstehen lässt, kann Lösungen für derartige Fragestellungen liefern. Die Systembiologie bietet diese Möglichkeit, indem biologische Prozesse erforscht, in ein mathematisches Modell übertragen und das Verhalten von Systemen vorhersagt wird. Internationale Kooperation genügt diesem anspruchsvollen Forschungsansatz in besonderem Maße.

Vor diesem Hintergrund übernimmt das BMBF eine führende Rolle bei der Koordination der europaweiten Anstrengungen zur Entwicklung der Systembiologie. Eine der zentralen Initiativen ist dabei das ERA-NET "ERASysBio - Towards a European Research Area for Systems Biology", das durch den Projektträger Jülich koordiniert wird (www.erasysbio.net). Die im Rahmen  dieses ERA-NET laufende Förderrichtlinie "Anwendung systembiologischer Forschungsansätze in der Biomedizin und anderen Innovationsfeldern" (ERASysBio+) wurde im Oktober 2008 zeitgleich durch zehn Ministerien und Förderagenturen veröffentlicht.

An ERASysBio+ sind beteiligt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF, Deutschland), das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF, Österreich), die Akademie von Finnland (AKA), die Nationale Forschungsagentur (ANR, Frankreich), die Israelische Wissenschaftsstiftung (ISF), die Niederländische Organisation für Gesundheitsforschung und Entwicklung (ZonMw), das Ministerium für Höhere Bildung, Wissenschaft und Technologie (MHEST, Slowenien), das Ministerium für Wissenschaft und Innovation(MICINN, Spanien), der Wissenschaftsrat für Biotechnologie und Biowissenschaften (BBSRC, Großbritannien) und die Nationale Forschungsagentur (FNR, Luxemburg).

Die Bedeutung transnationaler Kooperation auf dem Gebiet der Systembiologie unterstreicht die EU durch einen Zuschuss von 5,5 Millionen Euro im Rahmen eines ERA-NET Plus Vertrags für die Forschungsförderung des Konsortiums. Den beteiligten Partnern stehen damit für die dreijährige Projektlaufzeit der Forschungsverbünde Mittel in Höhe von 24 Millionen Euro zur Verfügung.

Seit März 2010 werden hierdurch die 16 besten, der durch ein international besetztes Gutachtergremium empfohlenen Projekte gefördert. Insgesamt beteiligen sich an den wissenschaftlichen Arbeiten 85 Forschungsgruppen aus 14 Ländern.

Standardisierung und Austausch von Daten sind wichtige Aspekte der Systembiologie und Voraussetzung für die Nutzung von Synergien. Daher beteiligen sich Wissenschaftler aller Projekte am Aufbau eines zentralen Datenmanagements, das als Plattform in ERASysBio+ die Arbeiten aller Vorhaben verbindet und neue Maßstäbe setzen wird. Zudem schafft dieser gemeinsame Ansatz Anknüpfungspunkte mit bereits bestehenden systembiologischen Fördermaßnahmen wie der Virtuellen Leber oder der Systembiologie der Mikroorganismen (SysMO).

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