EMIDA- Emerging and Major Infectious Diseases of Livestock (2. Ausschreibungsrunde)

eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Tierseuchen und Infektionskrankheiten richten weltweit erheblichen Schaden für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt an. Häufig sind nicht nur einzelne landwirtschaftliche Betriebe, sondern ganze Landkreise oder gar Länder betroffen. Vor allem Infektionskrankheiten, die wechselseitig zwischen Tieren und Menschen übertragen werden können (Zoonosen), führen bei Verbrauchern immer wieder zu Verunsicherungen und stehen daher im öffentlichen Interesse. Darüber hinaus können Erkrankungen erhebliche Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Tiere haben. Die Behandlung erkrankter Tiere und Ausfälle im Bestand verursachen zudem hohe Kosten.

Viele Erkrankungen können trotz konsequenter Hygiene und bestmöglicher Haltungs- und Umweltbedingungen nicht verhindert werden. Dies führt zu einem verstärkten Einsatz an Medikamenten (z.B. Antibiotika) und damit auch zu einer stärkeren Belastung von Lebensmitteln tierischer Herkunft. Durch Globalisierung und Klimawandel steigt die Gefahr, dass sich tierische Infektionserreger weiter ausbreiten und so für den Menschen zunehmend eine Gefahr darstellen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) engagiert sich zusammen mit dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und weiteren 21 Partnern aus 17 europäischen Ländern in einer Forschungsoffensive im Kampf gegen infektiöse Tierkrankheiten. Dieses europäische Netzwerk (European Research on Emerging and Major Infectious Diseases of Livestock, kurz: EMIDA) setzt dabei auf die Vorteile der internationalen Arbeitsteilung mit dem Ziel, die technologischen und wissenschaftlichen Kompetenzen der beteiligten Forschungspartner in Europa zu vernetzen und zu bündeln.

In der ersten Ausschreibung für transnationale Kooperationsprojekte wurden im Kampf gegen Tierkrankheiten über 21 Millionen Euro für wissenschaftliche Projekte von den beteiligten europäischen Partnern zur Verfügung gestellt. Im Rahmen der jetzt gestarteten zweiten Ausschreibung stehen wieder 20 Millionen Euro für transnationale Forschungsprojekte bereit. Die Forschungsergebnisse sollen u.a. zur Entwicklung effizienterer Überwachungsmethoden bekannter sowie neu auftretender Nutztierkrankheiten führen. Dies schließt sowohl Schutzmaßnahmen vor der Einschleppung neuer Erreger, Entwicklung von Impfstoffen und Antibiotika-Alternativen als auch Studien zur Epidemiologie, Mechanismen der Krankheitsübertragung und Resistenzbildung ein.

Interessierte Forscherinnen und Forscher können bis Anfang Mai 2011 ihre Projektideen einreichen.

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