Innovative Toxikologie zur Reduzierung von Tierversuchen – e:ToP

eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Toxikologische Untersuchungen sind ein etabliertes Verfahren zur Risikobewertung und Abklärung möglicher schädlicher Wirkungen neuer Substanzen auf Verbraucher und Umwelt. Aufgrund regulatorischer Anforderungen sind bei diesen Untersuchungen bisher vielfach Tierversuche notwendig. Anknüpfend an die Erfolge der Maßnahmen im Förderschwerpunkt „Ersatzmethoden zum Tierversuch“ will das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit der Maßnahme „Innovative Toxikologie zur Reduzierung von Tierversuchen – e:ToP“ die Entwicklung alternativer toxikologischer Teststrategien gezielt fördern. Die Anwendung des systembiologischen Ansatzes eröffnet hierbei gänzlich neue Wege, um innovative in vitro-Testverfahren zur Prüfung chemischer Substanzen ohne den Einsatz von Tierversuchen zu etablieren.

Einreichungsfrist:Einreichungsfrist ( abgelaufen: 22. August 2012 – 31. Januar 2013 )

Informationen zur Förderung


Wer wird gefördert?

Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen mit Sitz in Deutschland. Die Beteiligung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ist ausdrücklich erwünscht (Definition der Europäischen Gemeinschaft für KMU).

Forschungseinrichtungen, die gemeinsam von Bund und Ländern grundfinanziert werden, kann nur unter bestimmten Voraussetzungen ergänzend zu ihrer Grundfinanzierung eine Projektförderung für ihren zusätzlichen Aufwand bewilligt werden.

Die Aufnahme, Analyse und systembiologisch basierte Verwertung integrierter Omics-Datensätze erfordert im experimentellen sowie theoriegetriebenen Bereich besondere Expertisen. Zur erfolgreichen Umsetzung der e:ToP Pilotprojekte ist daher die Einbindung von Kooperationspartnern mit einschlägigen Erfahrungen auf den erforderlichen Gebieten erwünscht, insbesondere der Bioinformatik und der Systembiologie. Essenziell ist zudem seitens der Omics-Akteure ein Konzept sowie erwiesene Expertise und vorhandene Infrastruktur für das Management der generierten Daten.

Was wird gefördert?

Gefördert werden innovative, anwendungsorientierte Pilot- und Translationsprojekte interdisziplinärer Forschungsverbünde, die das Ziel verfolgen, einen deutlichen wissenschaftlichen Fortschritt beim Verständnis toxikologischer Prozesse im menschlichen Körper zu generieren. In den Verbundprojekten sollen etablierte Methoden aus den Bereichen der Omics-Analysen, der Bioinformatik sowie der Systembiologie kombiniert werden, um in humanen Zellkulturen die toxische Wirkung von Chemikalien auf molekularer Ebene abzubilden.

Wie wird gefördert?

Die Zuwendungen können im Wege der Projektförderung als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt werden. Bemessungsgrundlage für Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen und vergleichbare Institutionen sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben (bei Helmholtz-Zentren und der Fraunhofer-Gesellschaft – FhG – die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten), die individuell bis zu 100 Prozent gefördert werden können.

Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten, die in der Regel – je nach Anwendungsnähe des Vorhabens – bis zu 50 Prozent anteilfinanziert werden können. Nach BMBF-Grundsätzen wird eine angemessene Eigenbeteiligung – grundsätzlich mindestens 50 Prozent der entstehenden zuwendungsfähigen Kosten – vorausgesetzt. Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erlaubt die Allgemeine Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO) ggf. höhere Förderquoten.

Aktueller Stand


Gegenstand der Förderung waren zunächst auf zwei Jahre angelegte, anwendungsorientierte Pilotprojekte. Die ersten von sechs Verbundprojekten sind im Oktober 2013 gestartet. Zum Juni 2016 konnten die letzten Vorhaben abgeschlossen werden. Die Verbundprojekte haben Fragestellungen aus Bereichen der Leber-, Lungen-, Entwicklungs- und Neurotoxizität thematisiert.

Zum April 2016 konnten die Verbünde Skizzen für die Fortsetzung der Förderung im Rahmen einer Translationsphase einreichen. Diese soll den bisherigen Arbeiten den Weg in einen möglichst konkreten, zeitnahen und breiten Einsatz in der Praxis ebnen. Vier Verbünde wurden hierfür ausgewählt, der erste ist im Dezember 2016 gestartet. Die Arbeiten aller Partner sollen bis Januar 2020 abgeschlossen sein. Diese Vorhaben beschäftigen sich mit dem Transfer eines in vitro-Systems für Lebertoxizität bzw. von Systembiologie-basierten entwicklungstoxikologischen in vitro-Testmethoden in die Anwendung, entwickeln eine tierversuchsfreie Test- und Bewertungsstrategie zur Vorhersage der Toxizität inhalierbarer Stoffe oder vertiefen die in vitro-Analyse kombinierter Pestizideffekte.

Publikationen

Systembiologie – Die Netzwerke des Lebens verstehen
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2016 PDF 7,58 MB

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