Innovationspreis für Klima und Umwelt 2011 für Zuwendungsempfänger des Projektträgers Jülich

Berlin / Jülich, 25. Januar 2012

In Zeiten des Klimawandels und des stetig steigenden Verbrauchs endlicher Ressourcen gewinnen innovative Entwicklungen im Bereich Klima- und Umweltschutz zunehmend an Bedeutung. Um solche Innovationen zu fördern, haben das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) 2009 den Innovationspreis für Klima und Umwelt ins Leben gerufen. In diesem Jahr ging der Preis gleich an zwei Projekte, die über den Projektträger Jülich im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bzw. des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert werden.

Energieeffizienz in kalkbasierten industriellen Prozessen

Das Projekt ecoloop der Fels-Werke GmbH und Ecoloop GmbH wurde in der Kategorie „Prozessinnovationen für den Klimaschutz“ ausgezeichnet. Mit dem neu entwickelten Verfahren wird bei der Herstellung von Branntkalk, einem Grundbaustoff, der in unterschiedlichsten industriellen Prozessen genutzt wird, die nötige thermische Energie aus Abfallmaterialien wie z.B. Kunststoffen gewonnen. Bei diesem Vorgang entsteht darüber hinaus reines Synthesegas, das zusätzlich als Energieträger verwendet werden. Dies kommt in mehrerer Hinsicht dem Klimaschutz zu Gute: Auf der einen Seite kann das Synthesegas fossile Brennstoffe als Energieträger in kalkbasierten industriellen Prozessen ersetzen. Auf der anderen Seite trägt die stoffliche Nutzung des in den Abfallmaterialien enthaltenen Kohlenstoffs zur Verbesserung der CO2-Bilanz bei.

Die Entwicklung von ecoloop wird seit 2008 vom BMWi über den Projektträger Jülich mit ca. 4,45 Millionen Euro gefördert. Die Förderung erfolgt im Rahmen des 6. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung.

Umweltfreundliche Zementherstellung

Celitement, ausgezeichnet in der Kategorie „Produkt- und Dienstleistungsinnovation“, ist ein neuer Typ von hydraulischen Bindemitteln, mit dem die Material- und Energieeffizienz bei der Zementherstellung erhöht werden kann. Zement als „Kleber“ im Beton ist in der Baubranche unverzichtbar: Mit jährlich mehr als drei Milliarden Tonnen ist Zement das weltweit meist hergestellte Industrieprodukt. Seine Produktion macht somit ca. fünf Prozent der weltweiten CO2-Emissionen aus. Während gewöhnlicher Zement bei 1.450 Grad Celsius produziert wird, lässt sich Celitement bereits bei 200 Grad Celsius herstellen. Dabei wird etwa halb so viel Energie verbraucht, halb so viel CO2 ausgestoßen und bis zu zwei Drittel weniger Kalkstein verbraucht.

Das Verbundvorhaben wird vom BMBF innerhalb des Rahmenprogramms „FONA – Forschung für nachhaltige Entwicklungen“ seit 2010 mit ca. 4,3 Millionen Euro gefördert. Der Projektträger Jülich betreut für das BMBF die FONA-Förderinitiative „Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – rohstoffintensive Produktionsprozesse“, in deren Rahmen die Celitement GmbH als Zuwendungsempfänger ausgewählt wurde.

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