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WTZ mit Indonesien - Beispiele
Die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit mit Indonesien wird seit 2000 durch den Lenkungsausschuss "Earth and Ocean Research" sowie seit 2005 dem Lenkungskreis "Tsunami Early Warning – GITEWS" koordiniert. Ansprechpartner des BMBF auf indonesischer Seite ist das "Ministry of Research and Technology" (RISTEK). Die Treffen finden in der Regel einmal pro Jahr jeweils wechselseitig in Deutschland und Indonesien statt.
German Indonesian Tsunami Early Warning System (GITEWS)
Weihnachten 2004 erschütterte ein Tsunami Südostasien, der verheerende Folgen hatte. Er wurde durch ein Erdbeben ausgelöst, das die Stärke 9,3 auf der Richterskala aufwies und somit das zweitstärkste bisher gemessene Beben war. Wegen seiner unmittelbaren Nähe zum seismisch aktiven Sundabogen drohen insbesondere Indonesien auch in Zukunft katastrophale Tsunamis. Deutschland hat daher in Zusammenarbeit mit Indonesien ein Frühwarnsystem entwickelt und aufgebaut, das zukünftig die Bevölkerung rechtzeitig vor einer derartigen Katastrophe warnen wird. Seit November 2008 ist das Frühwarnsystem in Betrieb und befindet sich derzeit in der Testphase.
Wissenschaft für den Schutz der Küstenökosysteme in Indonesien (SPICE)
Seit 2003 werden unter dem Dach "Science for the Protection of Indonesian Coastal Marine Ecosystems - SPICE" (Wissenschaft für den Schutz der Küstenökosysteme in Indonesien) mehrere Vorhaben im Bereich des Küstenzonenmanagements gefördert, an denen 14 deutsche und zwölf indonesische Institute und Unternehmen beteiligt sind. Mit diesen Vorhaben leisten deutsche und indonesische Wissenschaftler einen wichtigen Beitrag zum internationalen LOICZ-Programm (Land Ocean Interaction in the Coastal Zone). Die übergreifende Koordination der bilateralen Zusammenarbeit liegt beim Zentrum für marine Tropenökologie (ZMT) in Bremen, das selbst an mehreren Projekten beteiligt ist. Die Vorhaben werden regelmäßig durch Vertreter aus Wissenschaft, Industrie und den beteiligten Ministerien beider Länder evaluiert.
Die Basis für die wissenschaftlich-technische Kooperationen bildet ein gemeinsam entwickelter Aktionsplan. Dieser identifiziert anwendungsnahe Forschungsthemen und Ausbildungskomponenten, benennt potenzielle Partner für die Umsetzung und formuliert Meilensteine zur Implementierung.
Aus- und Weiterbildung sind integrale Bestandteile der bilateralen Kooperation. Bis 2007 wurden die wissenschaftlichen Projekte daher durch ein BMBF-finanziertes Stipendienprogramm des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) flankiert. In der zweiten Projektphase wurden die Aktivitäten auf Projektebene umgesetzt. Ziel der Integration der Aus- und Weiterbildung indonesischer und deutscher Studenten und Wissenschaftler in die wissenschaftlichen Programme ist die Absicherung der Kontinuität der Kooperation auf hohem Niveau. Durch verstärkte Einbeziehung von Vertretern aus der Wirtschaft sollen Projekte im Bereich "public-private partnerships" entwickelt werden.
Die Arbeiten in der ersten und zweiten Phase von 2003 bis 2010 konzentrieren sich auf die Küstenmeere vor Nord- und Süd-Java, Ost-Sumatra und Süd-Sulawesi. Im Rahmen der WTZ werden folgende Projekte gefördert:
- Korallenriff Ökosysteme und deren Ressourcen (Süd-Sulawesi)
- Entwicklung einer nachhaltigen Ressourcennutzung und Marikultur für die Segara-Anakan-Lagune (Süd-Java)
- Analyse von Nähr- und Schadstoffeinträgen in Küstenökosysteme (Ost-Sumatra)
- Entwicklung einer Systemlösung für ein nachhaltiges Management lebender Ressourcen Aquakultur
- Marine Geologie und Biogeochemie
Die laufenden Vorhaben im Bereich Meeresforschung und Geowissenschaften befassen sich mit wissenschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekten des Schutzes der indonesischen Küstengewässer und deren nachhaltiger Nutzung. Die wissenschaftlichen Schwerpunkte wurden im Mai 2009 auf der World Ocean Conference in Manado der breiten Öffentlichkeit präsentiert.
Nachhaltigkeit der Nutzung geothermischer Lagerstätten
Der weltweite Energieverbrauch und die damit verbundenen Umweltauswirkungen steigen kontinuierlich an. Der steigenden Nachfrage steht eine Verknappung der fossilen Energieträger Erdöl, Erdgas und Kohle gegenüber. Insbesondere die kostengünstige und klimaverträgliche Nutzung einer geothermischen Stromversorgung ist zurzeit Gegenstand zahlreicher Forschungsprojekte. Es ist zu erwarten, dass die Nutzung geothermischer Ressourcen mittelfristig wesentlich zur Erreichung der internationalen Klimaschutzziele beitragen kann. Indonesien zählt zu den Ländern mit der weltweit größten Ressource dieser Energiequelle.
Am 12. September 2007 fand das erste bilaterale Treffen zum Thema Geothermie mit Vertretern aus den beteiligten Ministerien (BMBF und RISTEK), Wissenschaft und Industrie in Jakarta statt. Dabei ging es um grundlegende Aspekte der Geothermie in Indonesien und Vorstellung der Aktivitäten in Deutschland. Ergebnis des Treffens ist eine von beiden Seiten unterschriebene Vereinbarung über eine Zusammenarbeit im Bereich der Geothermie zwischen Indonesien und Deutschland. Seit Oktober 2009 wird das WTZ Vorhaben "Geothermie: Nachhaltigkeit der Nutzung geothermischer Lagerstätten in Indonesien - systemoptimale Pilotstandorte und Trainingsprogramm" vom BMBF mit knapp 9 Mio. € über einen Zeitraum von 4 Jahren gefördert. Die wissenschaftliche Koordination auf deutscher Seite hat das Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ) und auf indonesischer Seite die University of Indonesia in Jakarta übernommen. Ziel der Kooperation ist, die Nutzung geothermischer Lagerstätten in Indonesien zu optimieren und mit den indonesischen Partnern Konzepte zur Erkundung und Erschließung geothermischer Reservoire zu entwickeln. Des Weiteren ist die Einrichtung eines Geothermieforschungs- und Ausbildungszentrums in Trägerschaft von indonesischen Universitäten geplant.
Ansprechpartner/in
- Dr. Susanne Fretzdorff 0381 5197-288 s.fretzdorff@fz-juelich.de
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